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Arjen Lucassen's Supersonic Revolution - Golden age of music

Arjen Lucassen's Supersonic Revolution- Golden age of music

Music Theories / Mascot / Rough Trade
VÖ: 19.05.2023

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Spaß ohne Freude

Das Spannendste an diesem Album ist, wie es zustande kam: Eigentlich erbat das deutsche Rock-Magazin Eclipsed, das gerade mit seiner 250. Ausgabe Jubiläum feierte, von Ayreon-Mastermind Arjen Lucassen lediglich eine Coverversion zu ZZ Tops 70er-Jahre-Song "Heard it on the X". Weil es damit aber schnell gehen musste, verschickte der Niederländer kurzerhand Whatsapp-Anfragen in alle Ecken des Landes und hatte noch am selben Tag vier befreundete Jungspunde rekrutiert. Genug, um auch gleich eine Band zu gründen, dachte sich Lucassen. Also spielte die Truppe nicht nur den Klassiker von ZZ Top neu ein, sondern ein ganzes Album mit eigenem Material. Und da sie mit der Coverversion ohnehin schon in den 70ern unterwegs waren, ergriff die schlaksige Prog-Koryphäe die Gelegenheit, um mit viel Hammond-Orgel-Einsatz und schrillen Gitarren seine Vorstellungen einer zeitgemäßen und etwas schrulligen Hommage an diese Dekade umzusetzen.

Leider ist damit auch schon das Interessanteste gesagt. Formal gesehen wird die Musik der goldenen Ära, auf die sie sich bezieht, zwar durchaus gerecht, denn handwerklich gibt es nichts auszusetzen. Und es ist allein schon mit Blick aufs Artwork offensichtlich, dass Supersonic Revolution kein bierernst gemeintes Projekt ist. Aber der Spaß, den die fünf Niederländer hatten, mag sich beim Hören nur bedingt einstellen. Das liegt sicher auch an der Erwartungshaltung, schließlich steht der Name Arjen Lucassen für so ausufernde wie zumeist ideenreiche Prog-Rock-Epen unter den Marken Ayreon und Star One. Derlei Qualitäten sind auf der Platte jedoch allenfalls als Spurenelemente wie etwa in "Odyssey" auszumachen, schon weil es sich hier schlicht und ergreifend um ein anderes Genre handelt.

Die Frage ist nur, ob das begeistern kann. Beim Songwriting hatte Lucassen abseits seiner progressiven Hauptbeschäftigung bislang nämlich oft kein allzu glückliches Händchen. So war zum Beispiel The Gentle Storm eine ziemlich unfruchtbare Zusammenarbeit mit Anneke van Giersbergen, den Symphonic-Metal-Versuch Stream Of Passion beendete er nach drei verzichtbaren Platten schon vor vielen Jahren und auch die Veröffentlichungen unter eigenem Namen wurden bis dato bestenfalls mit Wohlwollen aufgenommen. Vermutlich wird Supersonic Revolution angesichts dessen, was dieses Debütalbum zu bieten hat, das Schicksal dieser Nebenprojekte Lucassens teilen müssen.

Diejenigen, die mit seinem Schaffen vertraut sind, werden dank diverser Stilelemente zwar einen gewissen Wiedererkennungswert schätzen, aber das wertet das hier vertretene Liedgut allenfalls oberflächlich auf. Zu erwartbar, zu konventionell und oftmals besser gehört klingen die Kompositionen. Unterm Strich gibt es einfach zu viele Fehlzündungen, weil es an prägnanten Riffs, Refrains, Melodien und Hooklines mangelt, wodurch so gut wie nichts hängenbleibt. Der Titeltrack ist eine der wenigen Ausnahmen, auch wenn der dort besungene "rush of inspiration" der Band leider nicht widerfahren ist. Das gilt auch für das Deep Purples "Smoke on the water" aufgreifende "Burn it down". Immerhin harren neben dem eher mittelprächtigen Hauptalbum noch vier gelungene Coverversionen ihrer Neuentdeckung, darunter erwähnter ZZ-Top-Song. Die ändern aber nichts daran, dass jeder, der 70er-Rock hören will, mit den einschlägigen Genre-Legenden besser bedient ist. Oder mit etablierten aktuellen Bands wie etwa Rival Sons, die sich auf Classic Rock wesentlich besser verstehen als Lucassen & Co.

(André Schuder)

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Highlights

  • Golden age of music
  • Children of the revolution

Tracklist

  1. SR prelude
  2. The glamattack
  3. Golden age of music
  4. Rise of the starman
  5. Burn it down
  6. Odyssey
  7. They took us by storm
  8. Golden boy
  9. Holy holy ground
  10. Fight of the century
  11. Came to mock, stayed to rock
  12. Children of the revolution (Bonus track)
  13. Heard it on the X (Bonus track)
  14. Fantasy (Bonus track)
  15. Love is all (Bonus track)

Gesamtspielzeit: 67:50 min.

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Armin

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2023-05-17 21:17:54 Uhr - Newsbeitrag
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