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Dropkick Murphys - Okemah rising

Dropkick Murphys- Okemah rising

Dummy Luck / PIAS / Rough Trade
VÖ: 12.05.2023

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Wir sind Folk

Vor mehr als sechzig Jahren starb mit Woodrow "Woody" Guthrie eine Ikone der US-amerikanischen Folkmusik. Er hinterließ einen reichen Fundus an Songtexten und Gedichten, der von seiner Tochter Nora verwaltet wird. Mit ihrer Zustimmung vertonten unter anderem Wilco und Billy Bragg diverse dieser unveröffentlichten Texte. Nun sind es die Celtic-Folk-Punks von Dropkick Murphys, die sich am lyrischen Erbe des Großmeisters bedienen. Im September 2022 erschien bereits "This machine still kills fascists", mit "Okemah rising", benannt nach Guthries Geburtsort, setzen sie ihre energiegeladenen akustischen Interpretationen fort.

Der Irishfolk des neuen Albums ist ungestümer als beim Vorgänger und erinnert mehr an das bisherige Werk der Band. Dropkick Murphys sind laut und rüpelhaft, Refrains werden aus voller Kehle und mit Reibeisenstimmen geschmettert. Es klingt nach dunklem Bier, Whisky und schwitzenden Kerlen. Mit diesem Sound hat sich die Band über die Jahre ihren Status erspielt, führt das Genre der keltischen Punkbands vor den kanadischen Real McKenzies oder Flogging Molly längst an. Nicht jeder Text der Folklegende Guthrie wird auf dem neuen Album von Dropkick Murphys angemessen in Szene gesetzt. "I know how it feels", ein leidenschaftlicher Aufruf zum Klassenkampf vom gewerkschaftsnahen Guthrie, klingt mit Westerngitarre und gurgelndem Akkordeon nach Squaredance auf dem Heuboden. Ohne E-Gitarre und krachendes Schlagzeug wirken Songs wie "Watchin the world go by" oder "Gotta get to Peekskill" schunkelig, die gegröhlten Refrains austauschbar. Hier hätte es ein bisschen mehr Punk und weniger Folklore sein dürfen.

Einer der größten Hits der Band ist "Shipping up to Boston", der als Teil des "The departed"-Soundtracks dafür sorgte, dass die Punkrocker aus Massachusetts ein breiteres Publikum erreichte. Schon dieser Song beruhte auf einem Text von Woody Guthrie, was bisher nur Kenner*innen bekannt sein dürfte. Damit das nun auch die Letzten mitbekommen, haben Dropkick Murphys den Song als hemdsärmelige "Tulsa version" neu eingespielt und auf "Okemah Rising" gepackt. Der Text über einen Seemann, der in Boston sein verlorenes Holzbein sucht, beweist, dass Guthrie nicht nur linkspolitische Arbeiterlieder schrieb, sondern auch einen Sinn für Humor hatte. Dieser findet sich auch in Liedern wie "Bring it home" und "Run Hitler run" wieder. Dropkick Murphys spielen dazu ihre krawallige Tanzmusik, und in diesen Momenten macht das Album richtig Spaß. Mit "When I was a little boy" findet sich auf dem Album eine ruhige Ballade, "Rippin up the boundary line" sorgt durch den Gastbeitrag des Bostoner Sängers Jesse Ahern für Abwechslung.

Nora Guthrie kennt Dropkick Murphys schon lange und erzählt in einem kurzen YouTube-Clipdie besondere Zusammenarbeit. Sie dürfte auch mit dieser Arbeit der Band zufrieden sein. Die sechs setzen Noras Vater ein würdiges Denkmal, und er hilft Ihnen dabei indirekt, den bandeigenen Sound dem gestiegenen Alter der einzelnen Mitglieder anzupassen.

(Andreas Rodach)

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Highlights

  • Watchin the world go by
  • When I was a little boy
  • Run Hitler run

Tracklist

  1. My eyes are gonne shine
  2. Gotta get to Peekskill (feat. Violent Femmes)
  3. Watchin the world go by
  4. I know how it feels
  5. Rippin up the boundary line (feat. Jesse Ahern)
  6. Hear the curfew blowin
  7. Bring it home (feat. Jaime Wyatt)
  8. When I was a little boy
  9. Run Hitler run
  10. I'm shipping up to Boston - Tulsa Version

Gesamtspielzeit: 29:02 min.

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Armin

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2023-05-17 21:17:33 Uhr - Newsbeitrag
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