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Dave Hause - Drive it like it's stolen

Dave Hause- Drive it like it's stolen

Blood Harmony / Membran
VÖ: 28.04.2023

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Grüße aus dem Penthouse

Auf dem Weg zum Teenager, später dann als eben solcher und auch noch ein wenig über diese Zeit hinaus probierte Dave Hause sehr viel herum. Das ist an sich nichts Außergewöhnliches, denn wann sonst sollte man in seinem Leben lustig vor sich hin experimentieren? Job, Familie und andere Zutaten des Erwachsenendaseins sorgen bei den Allermeisten früh genug für vermeintlich geordnete Verhältnisse. Irgendwann aber löste sich der US-Amerikaner von seinen musikalischen Wurzeln, verabschiedete sich von Punk und Hardcore und begab sich nach mehreren Bandprojekten auf Solopfade. Anfang der 2010er Jahre legte er mit "Resolutions" den Grundstein für seine Diskografie unter eigener Flagge, und seither bemüht sich der US-Amerikaner um den Feinschliff seiner Kunst. Das geriet bislang recht verlässlich zu einem Wechsel aus mal guten, mal eher unterdurchschnittlichen Veröffentlichungen mit rockiger Grundausrichtung. "Drive it like it's stolen" als mittlerweile fünftes Werk aus seiner Feder reiht sich im Grunde nahtlos ein – deutet allerdings mit einigen echten Highlights ein noch immer nicht gänzlich ausgeschöpftes Potenzial an.

Nein, Punk und Hardcore sind selbst bei wohlwollender Betrachtung nicht mehr aufzuspüren, wenn man sich den zehn Songs nähert, die Dave Hause auf dieser knappen halben Stunde vorträgt. Und dennoch ist eine große Portion Energie greifbar, die den Singer-Songwriter antreibt. Gerade das erste Drittel des Albums zeigt ihn in Bestform – und macht einfach gehörig Spaß. Hause zieht den künstlerischen Hut vor renommierten Kräften wie Brian Fallon und Bruce Springsteen und platziert "Cheap seats (New Years Day, NYC, 2042)" als erst zurückhaltendes, dann mehr und mehr treibendes und herrlich pulsierendes Stück clever an den Anfang. In dem skizziert er ein raues Szenario: "A fistfight pours out from the corner bar / Like a gaggle of rabid raccoons / The city splayed out with her legs spread wide / Sounds like a Gershwin tune." Er liefert den Ausweg gleich mit: "Take one last bite of this old rotten apple and ride out to the country with me." Treffer versenkt, Dave Hause hat seine Hörerschaft direkt im Griff.

Und er überzeugt zunächst weiter, das zwingende und atmosphärische "Pedal down" steht dafür ebenso Pate wie das folgende, musikalisch erfrischende "Damn personal". Dort singt Hause über den Verlust: "I hope you're drunk / I hope you're high / I hope you're every little thing that I can't be tonight / Now that you're gone / I smile through the scar / I hope you know I'm thinking of you and I love you cause you took it just a little too far / You were never tentative down here / I hope you're never tentative wherever you are." Genau hier, in diesem stimmigen Songtrio zum Auftakt, erreicht der Musiker ein Level, das er zuvor selten erkundet hat. Oder, wie er es beschreibt: "If you can get the penthouse suite / Tell 'em you ain't ever coming down." Ein kleines Stück herunter allerdings kommt er dann doch, denn nicht alle Titel können in der Folge Schritt halten. Da aber selbst eher harmlose Stücke wie "Low" oder auch der Titeltrack nicht ins Bodenlose abgleiten und spätere Kleinode wie "The vulture" den Zuhörenden ein fettes Lächeln ins Gesicht treiben, darf Dave Hause nur ermutigt werden, seinen Weg konsequent weiterzugehen.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights

  • Cheap seats (New Years Day, NYC, 2042)
  • Pedal down
  • Damn personal
  • The vulture

Tracklist

  1. Cheap seats (New Years Day, NYC, 2042)
  2. Pedal down
  3. Damn personal
  4. Low
  5. Chainsaweyes
  6. Hazard lights
  7. Drive it like it’s stolen
  8. Lashingout
  9. Tarnish
  10. The vulture

Gesamtspielzeit: 29:53 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 26422

Registriert seit 08.01.2012

2023-04-26 21:05:31 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Sloppy-Ray Hasselhoff

Postings: 1753

Registriert seit 02.12.2019

2023-01-23 14:40:52 Uhr
hazard lights ist ein niedlicher popsong mit gute-laune-vibe. macht den stau auf der tangente erträglicher.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 26422

Registriert seit 08.01.2012

2023-01-22 14:50:44 Uhr - Newsbeitrag
RENOMMIERTER SINGER/SONGWRITER DAVE HAUSE KÜNDIGT NEUES ALBUM DRIVE IT LIKE IT'S STOLEN AN — VÖ: 28. APRIL 2023

Neue Single „Hazard Lights“ jetzt zu hören

Europa-Konzerte für März angekündigt

NASHVILLE, TN. / LONDON, UK. – (20. Januar 2023) – Blood Harmony Records, Soundly Music und der US-amerikanische Singer/Songwriter Dave Hause freuen sich, für den 28. April 2023 die Veröffentlichung des neuen Dave-Hause-Albums Drive It Like It’s Stolen zu verkünden — das insgesamt sechste Full-Length-Album des Musikers (Pre-order/Pre-save HIER). Als Produzent zeichnete für das neue Album Will Hoge verantwortlich. Der Longplayer umfasst zehn Songs, die geradezu vor Passion und Dringlichkeit explodieren; Lieder, die die oft harte Realität des Lebens, aber auch seine Süße widerspiegeln. Die Songs sind authentisch und kommen von Herzen und sind gewohnt rau und ungeschönt … so, wie man das von Dave Hause gewohnt ist! Es gibt aber einen Unterschied zu seinen bisherigen Werken: Hier widmet sich der Künstler mehr dem fiktiven Geschichtenerzählen. Er selbst nennt das „Post-apocalyptic Americana”.

Die erste Auskopplung daraus ist der Song „Hazard Lights”. Der Track handelt von Daves Abstinenz und der Verlockung, die sich in manchen Momenten aufbäumt. Obwohl der Song sehr fokussiert darüber spricht, ist er auch auf eine Vielzahl von anderen Situationen anwendbar.



„Es geht um das Gefühl, mit der Warnblinkanlage unterwegs zu sein — das birgt viele Unsicherheiten“, erklärt Dave Hause die Lyrics. „Aus irgendeinem Grund habe ich hier anhalten müssen. Ich weiß nicht, wohin es geht, ich weiß aber, woher ich komme. Die Warnlichter leuchten, also bitte überfahre mich nicht, weil ich herausfinden muss, was ich als Nächstes tun soll.“

Dave Hause kehrt demnächst für zwei spezielle akustische Album-Preview-Shows zurück nach Europa. Er tritt in London und Manchester auf. Weitere Informationen und Tickets unter https://davehause.com/.

22. März 2023 - Manchester, Deaf Institute
24. März 2023 - London, Omeara

Der dritte Release der Hause-Brüder auf Blood Harmony Records spielt mit Erwartungen. Er birgt Überraschungen, Erweiterungen und ungewohnte Weggabelungen, aber baut gleichzeitig ganz unverkennbar auf dem bisherigen Werk des Songwriters auf.

Das 2013 erschienene Album Devour war eine Antwort auf die Scheidung mit Hause’ erster Ehefrau. Auf Kick widmete er sich dann den Themen Hoffnung, Depression, Klimakrise und einer bröckelnden Demokratie in die USA — alles mit dem Hintergrund, gerade frischgebackener Vater geworden zu sein. 2021 sang er auf Blood Harmony ganz konkret über seine Zwillinge und wie sehr sich durch sie sein Leben zum Positiven verändert hat. Auch das gute Gefühl, während der Pandemie seine Zeit mit seinen Kindern verbringen zu dürfen, thematisiert er darauf. Auf seinem neuen Album stellt er nun erstmals ganz ungeschönt die Ängste eines Vaters in den USA 2023 in den Vordergrund — und das auf zehn Songs.

Angefangen mit dem geheimnisvollen Opener „Cheap Seats (New Year’s Day, NYC, 2042)“ — einem futuristischen Traum über die Flucht aus New York – über „Damn Personal“, einer Working-Class-Hymne über verlorene Freundschaften, bis hin zu den Stücken „chainsaweyes“ und „lashing out“, die Bilder von Ängsten und universelle Schrecken malen: Drive It Like It's Stolen erschafft ein düsteres Szenario einer müden und apokalyptischen Quasi-Realität, erzählt von neuen amerikanischen Städten und dem Elternsein in der Post-Pandemie.

Es ist aber nicht alles so düster. „Tarnish“ ist ein Song über ein intensiv gelebtes Leben und „The Vulture“ versprüht eine Art von Trotz, die an die Attitüde von Kick erinnert — aber eben in die Jetztzeit gebracht wurde. Es geht Dave Hause zwar immer noch ums zu Hause sein — aber weniger um ihn selbst.

Hause lacht: „Mein Leben wird immer uninteressanter. Das ist auch gewollt. Man will schließlich beständig sein, man will beim Baseballtraining seiner Kinder anwesend sein, sie zum Turnen bringen oder was auch immer. Man will nicht unbedingt die ganze Zeit in den Abgrund starren. Ich möchte nicht, dass sich alles um mich dreht in den Songs, ich will, dass sich alles um meine Kreativität dreht!”

Dave Hause macht sich mit dieser Fahrt auf den Weg in eine neue Welt. Ob diese Welt jetzt rein imaginär sein mag — oder eine Kombination aus Fakt und Fiktion: Man sollte sich definitiv anschnallen.




Drive It Like It’s Stolen Tracklist:

1. Cheap Seats (New Years Day, NYC, 2042)

2. Pedal Down

3. Damn Personal

4. Low

5. chainsaweyes

6. Hazard Lights

7. Drive It Like It’s Stolen

8. lashingout

9. Tarnish

10. The Vulture

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 26422

Registriert seit 08.01.2012

2023-01-18 18:36:37 Uhr - Newsbeitrag
Kommt am 28.4. laut Newsletter.
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