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Esther Rose - Safe to run

Esther Rose- Safe to run

New West / Bertus
VÖ: 21.04.2023

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Lass einfach laufen

Eigentlich ist das mit dem Rennen ja gerne mal verboten. Im Bereich des Beckens soll bitte nicht gerannt werden. Mit einer Schere oder anderen spitzen Gegenständen in der Hand schon mal gar nicht. Und beim Trinken läuft man Gefahr zu stolpern und sich die Zähne auszuschlagen. Wenn man nicht gerade auf der Tartanbahn ist, irritiert es Menschen, wenn plötzlich jemand rennt. Dass die US-Amerikanerin Esther Rose es mit ihrem vierten Album "Safe to run" nun ausdrücklich erlaubt, eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Aber wo soll es denn nun hingehen bzw. -rennen?

Der kürzeste Weg ist wohl die Flucht nach vorne: Elf neuen Songs hat die Country-Sängerin das Laufen beigebracht. Manchmal gemächlich, manchmal ein bisschen flotter bewegt sie sich nach vorne. Einen besonderen Plan gibt es dabei nicht wirklich, außer: "Just to spend a little time with you / And maybe write a song or two." Liebeslieder oder eher Verliebtenlieder wie "New magic II" gehen Rose leicht von der Hand und entlocken ihr sogar ein "Hey yey yeah". Die langsame Variante ist das sich wiegende "St. Francis waltz". Der Song mit dem größten Live-Charakter nimmt die Geige in die Hand und die Stimme kippt auch mal wie im Country üblich. "Chet Baker" atmet ebenfalls unverkennbar amerikanische Luft, auch wenn es nicht etwa eine Würdigung für den Jazzmusiker selbst formuliert, sondern er nur der Soundtrack einer Erinnerung ist, bei der Rose mit 23 Jahren und Substanzen im Blut an einem Unfall beteiligt war.

Zu den Highlights gehört aber vor allem der Refrain von "Spiders", in denen ein Verflossener mit einem gefräßigen Achtbeiner verglichen wird, der mit unstillbarem Hunger zwar andere Fliegen im Blick hat, aber dessen kunstvolles Netz einfach zu schön anzusehen ist. Dazu passt das unterwürfige "Insecure", wenn Rose nicht mehr weiter weiß: "I'm sorry if I'm insecure." Zum Glück bekommt sie im Titelsong charakterstarke Unterstützung von Alynda Segarra, besser bekannt als Hurray For The Riff Raff. Über wunderbar melancholisches Strumming konstatieren beide, dass es eigentlich keinen sicheren Ort mehr gibt: "I don't care if the whiskey drowns me / In the poisoned air / Fire surrounds me / From here to there / And the water's rising everywhere / You know there's no place safe to run." Der Moment, in dem man das Missverständnis begreift, ist der einer bitteren Erkenntnis: Ob man nun steht, geht oder läuft ist am Ende wohl ziemlich egal, wenn man nicht weiß, wo es hingehen soll.

(Arne Lehrke)

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Highlights

  • Spider
  • Safe to run (feat. Alynda Segarra)
  • Insecure

Tracklist

  1. Stay
  2. Chet Baker
  3. Spider
  4. Safe to run (feat. Alynda Segarra)
  5. St. Francis waltz
  6. New magic II
  7. Dream girl
  8. Insecure
  9. Levee song
  10. Full value
  11. Arm's length

Gesamtspielzeit: 41:59 min.

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Armin

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2023-04-19 21:18:44 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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