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The Answer - Sundowners

The Answer- Sundowners

Golden Robot / ADA / Warner
VÖ: 17.03.2023

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Keine Fragezeichen

Natürlich war die Pause bitter nötig. Irgendwie hatte The Answer der Esprit verlassen. Klar, mit dem letzten Album "Solas" verarbeitete Frontmann Cormac Neeson 2016 diverse persönliche Schicksalsschläge. Auch das war nötig, auch das war vollkommen legitim, doch es beraubte die Nordiren einer ganz wesentlichen Eigenschaft: der Unbekümmertheit. Und deshalb geriet die Platte zwar sehr persönlich, aber auch sehr verkopft. Sieben Jahre sind jedoch eine lange Zeit. Und dabei wollen wir noch nicht einmal von der Pandemie reden, die spielte der Band sogar ein wenig in die Karten. Nein, im Classic Rock passierte natürlich eine ganze Menge, vor allem wurde die Szene durch eine jugendliche Urgewalt namens Greta Van Fleet aufgemischt, denen es mal völlig egal war, ob sie nun als Led-Zeppelin-Epigonen verdammt wurden oder nicht. Doch die letzte Band, die im jugendlichen Alter so durch das Genre pflügte, war: The Answer.

Und die beherrschen die Vergleiche mit einer der größten Rockbands des Planeten natürlich erst recht. Zumindest, wenn man den eröffnenden Titeltrack als Referenz heranzieht, der lustigerweise mit seinem dumpfen Groove und der Slide-Guitar eher wie ein Song von einem späten Soloalbum von Robert Plant klingt. Und natürlich ist das jetzt gnadenlos überinterpretiert, aber die Vorstellung, Neeson könnte tatsächlich bewusst wie der alte Plant klingen wollen, um dem jungen Vertreter in Gestalt des Greta-Van-Fleet-Sängers Joshua Kiszka zu zeigen, wo der Hammer hängt, ist schon amüsant. Wie dem auch sei, spätestens mit den folgenden Songs ist klar, das The Answer wieder im Spiel sind.

Zu "Blood brothers" gibt es nun wahrlich nichts mehr zu sagen – wenigstens nicht, wenn man in den letzten Monaten länger als fünf Minuten mit einem der einschlägigen Rock-Radiosender verbracht hat. Eine derart starke Comeback-Single, die zudem noch die Einheit der Band beschwört, kann man nicht kalkulieren, so etwas ist ein Geschenk. Und auch "California rust" ist alles andere als eingerostet, sondern versprüht pure Spielfreude, angetrieben von einem grundehrlichen Riff und einer im Hintergrund wunderbar enthemmten Schweineorgel. Erst "No salvation" geht ein wenig vom Gas, bis dahin dominiert ungestüme Rockmusik, wie sie lange, sehr lange nicht von den Nordiren zu hören war. Selbst die "Oho-oho"-Chöre im Refrain dürften – an der richtigen Stelle platziert – einem Live-Set einen wunderbar feierlichen Moment verleihen.

Ein Live-Set in einem gut gefüllten Club wohlgemerkt, in dem es sich herrlich grooven und zu "Cold heart" die Faust recken lässt. Denn dass The Answer auch die große Bühne beherrschen, haben sie zwar 2010 als Support von AC/DC bewiesen, doch es ist erstaunlicherweise der Stadion-Chorus von "Livin' on the line", der hier etwas deplatziert wirkt. Ganz im Gegensatz zu Produzent Dan Weller übrigens, der eigentlich hauptsächlich im Metalcore-Bereich tätig ist, der Platte jedoch einen wunderbar erdigen Sound verordnet hat, der perfekt zur neuen Aufbruchsstimmung passt. Wie erwähnt: Die Pause, die sich The Answer genommen haben, nehmen mussten, war bitter nötig. Dass sich die Nordiren allerdings mit einem derartigen Ausrufezeichen zurückmelden, war so nicht zu erwarten.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Blood brothers
  • California rust
  • Cold heart
  • Always alright

Tracklist

  1. Sundowners
  2. Blood brothers
  3. California rust
  4. Want you to love me
  5. Oh cherry
  6. No salvation
  7. Cold heart
  8. All together
  9. Livin' on the line
  10. Get back on it
  11. Always alright

Gesamtspielzeit: 43:07 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Otto volle Möhre

Postings: 1132

Registriert seit 21.06.2021

2023-03-29 13:57:57 Uhr
Ist das Cover "The Joshua Tree" nachempfunden?

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 26377

Registriert seit 08.01.2012

2023-03-22 20:39:56 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?



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