The Dismemberment Plan - A people's history of The Dismemberment Plan

The Dismemberment Plan- A people's history of The Dismemberment Plan

DeSoto / Southern / EFA
VÖ: 31.10.2003

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Geschichtsklitterung

Ein recht übersichtlicher Zirkel von Eingeweihten trug vor Jahresfrist Trauer, als The Dismemberment Plan bekannt gaben, sich ihrem Namen gerecht in ihre Einzelteile zerlegen zu wollen. Als da wären: Hardcorewucht, Melodieseligkeit, jazzkundige Harmonien, tanzbare Grooves, Melancholie und jede Menge Innovationslust. In verschiedensten Mischungen, geschüttelt und gerührt. Und eines vereinte alle Songs: die schier unglaubliche Gabe, komplexe Strukturen wie leichtfüßigen Pop klingen zu lassen, taumelnden Stücken immer wieder bei Umkippen nachzuhelfen und urplötzlich kerzengerade Arschtritte abzufeuern.

Nach der gefeierten Abschlußtour soll nun also ein Album mit dem vielsagenden Titel "A people's history of The Dismemberment Plan" das Vermächtnis der Washingtoner darstellen. Ein Haufen Remixes also. Aber anstatt für teures Geld große Namen und vorhersehbare Groove-Verschiebereien einzukaufen, gab sich die Band einmal mehr volksnah. Die Basictracks zu sämtlichen ihrer Songs wurden mit der Bedingung, man möge etwas Neues daraus zusammenwerkeln, zum Download angeboten. Bei einer Band, die sich schon immer so anhörte, als könne sie nicht stillsitzen, überrascht diese für Rockbands eher ungewöhnliche Ansage kaum: "Remixes [...] erlauben Dir, jemand anderes Rohmaterial zu nehmen und möglicherweise etwas besseres daraus zu machen, wie Aretha Franklin es mit Otis Reddings 'Respect' gemacht hat."

Und so finden sich die zwölf vermeintlich besten Bearbeitungen alter Großtaten in einem wahrhaft heterogenen Gemenge wieder. Bunt gemischt wie die Akteure ist das Material, welches die inspirierten Amateure, kundigen Fans und hingebungsvollen Mix-Profis so zusammengetragen haben. Cex zermürbt das einst stolpernd rockende "Academy award" zwischen hypnotischen Beats und zittrigem Kabelgewirr, "What do you want me to say?" verneigt sich mit Drop Dynasty gen Orient, und Justin Norvell entspannt "The other side" für einen sonntäglichen Schmusekurs. Die Überhymne "Time bomb" schwebt mit seiner unkaputtbaren Melodie durch einen Haufen Loops, während sich das spukige "Following through" am Ende einem entrückten Crescendo an den Hals wirft.

Doch neben einigem spannenden Experiment begegnet einem auf "A people's history of The Dismemberment Plan" auch manche Beliebigkeit. "Automatic" dröhnt trotz (oder gerade wegen) Dälek-Hilfe ins Nirgendwo, "The jitters" verheddert sich in ziellosem Drum'n'Bass, und "Life is possibilities" verkümmert nicht nur angesichts des eigenen Titels an allzu handzahmen Schaltkreisen. Wie abzusehen funktioniert dieses Remixalbum natürlich nicht ansatzweise als Werkschau, sondern nur als Schmankerl für Allessammler. Dabei ist die Band selber geradezu euphorisch: "Wenn uns jemand sagte, er würde einen dieser Remixe unserem Original-Song vorziehen, wären wir begeistert." Das aber wird dann doch eher nicht passieren

(Oliver Ding)

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Highlights

  • What do you want me to say?
  • Academy award
  • The other side

Tracklist

  1. The face of the Earth
  2. What do you want me to say?
  3. Academy award
  4. Following through
  5. The other side
  6. Life of possibilities
  7. Pay for the piano
  8. Time bomb
  9. Automatic
  10. The city
  11. The jitters
  12. Superpowers

Gesamtspielzeit: 46:25 min.

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