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Snow Ghosts - The fell

Snow Ghosts- The fell

Houndstooth / Rough Trade
VÖ: 24.02.2023

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Die Geschichtenerzähler

Es haben sich drei gefunden: Elektro-Produzent Ross Tones, auch bekannt als Throwing Snow, Sängerin Hannah Cartwright alias Augustus Ghost und Oliver Knowles von Exes sind nun schon 15 Jahre immer mal wieder gemeinsam aktiv. Unter ihrem künstlerischen Alias Snow Ghosts sind aus dieser Verbindung bislang vier Alben und ebenso viele EPs entstanden – mit teils komplett unterschiedlichen Ansätzen. War das letzte gemeinsame Werk für ein Orchester geschrieben und entsprechend breit instrumentiert, ist der Fokus bei "The fell" ein komplett anderer. Eine Kollektion alter Folk-Songs ist dieses Dutzend Stücke, die aber – so paradox es zunächst klingen mag – nie geschrieben wurden.

Zunächst wird nicht ganz klar, welchen Weg "The fell" einschlägt. Das Intro "Given" ist kaum mehr als eine Soundcollage, "Hearths" stapft dann elektronisch vor sich hin. Der genannte Folk-Aspekt? Setzt unvermittelt ein. Tones mag sonst Elektroniker sein, hier jedoch bestimmen zunächst klassische Instrumente den Sound. Und was für welche! Die indische Laute Esraj findet sich hier genauso wie ein Dulcimer oder die irische Bodhrán. Gemeinsam kreieren sie einen durch und durch organischen Klang, zu dem Cartwright ihre starke Stimme erklingen lässt. Wenn zwischen dem Gezupfe und Getrommel wie in "Curse" schiefe Industrial-Beats donnern oder in "Prophecies" die Rhythmen wabern, setzt das Trio zusätzliche Ausrufezeichen der Marke Poliça, zumal auch der Gesang eine ähnliche Färbung hat. Andere Stücke wie "Home" erinnern wiederum an die akustischen Ausflüge von The Gathering, als Anneke van Giersbergen dort noch den Ton angab.

Abwechslung gibt es also zuhauf, zusammengehalten von den ruhig intonierten Vocal-Parts. Getragen wird "The fell" von einer mystisch-melancholischen, teils rauen Grundstimmung, welche laut Snow Ghosts die Umgebung seiner Erschaffungsorte abbilden soll: Schweden, Irland, Südengland – wo die Landschaften weit sind und der Wind öfter mal pfeift beziehungsweise in seinem Wispern einige uralte Stories mit sich führt. Zu deren Erzählumfeld sich vor allem der warme Ofen eignet. Eben dort, wo auch "The fell" sich voll entfalten kann: im Flackerlicht, um welches herum die Melodien düster tänzeln können.

(Klaus Porst)

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Highlights

  • Buried
  • Avine
  • Prophecies

Tracklist

  1. Given
  2. Hearths
  3. Filaments
  4. Curse
  5. Buried
  6. Hawthorn
  7. Avine
  8. Prophecies
  9. Home
  10. Magpie
  11. Vixen
  12. Taken

Gesamtspielzeit: 40:53 min.

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Armin

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2023-03-08 21:14:58 Uhr - Newsbeitrag
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