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Nina Chuba - Glas

Nina Chuba- Glas

Jive / Sony
VÖ: 24.02.2023

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Muss alles raus

Wenn die Hypemaschine vollends zuschlägt, wird der Diskurs inzwischen ja gerne mal etwas unfokussiert. Um das Phänomen zu erleben, braucht man gar nicht mal weit über den Teich schauen. Es reicht zum Beispiel auch schon der Blick auf "Wildberry Lillet", gleichermaßen Durchbruch-Song für die 24-jährige Sängerin Nina Chuba und – durchaus zu Recht – einer der größten viralen Hits des Jahres 2022. Auf der einen Seite: überdrehte Begeisterung und eine riesige Fanschar, die der Newcomerin schon jetzt jedes Stückchen Musik, jeden Social-Media-Post aus der Hand frisst. Auf der anderen Seite: Unkenrufe ob der Vergangenheit als Jungschauspielerin bei den "Pfefferkörnern", Vorwürfe mangelnder Realness und latente Genervtheit vom allgegenwärtigen Hit. Aber: Man könnte ja, anstatt in ausufernde Narrative auszubrechen, auch einfach mal die Musik für sich sprechen lassen. "Glas" tauft sich nach einer langen Vorlaufzeit nun das Debütalbum von Nina Chuba und serviert gleich mal satte 17 Tracks. Man könnte sagen: Gönnjamin, Nina!

Über große Teile versprüht das Debüt der gebürtigen Wedelerin einfach sehr, sehr viel Spaß. Selbstredend ist das eingangs erwähnte "Wildberry Lillet" die Speerspitze des beatgetränkten und oftmals pompös-bläserlastigen Sounds von Nina Chuba – allerdings findet sich auch fernab der offensichtlichen Hits reichlich Unterhaltsames. Schon der Opener "Mangos mit Chili" versprüht Tatendrang und Lebensfreude, wenn die Sängerin "Schmeiß' weg, was ich nicht mehr brauch' / Highspeed, keiner hält mich auf" skandiert und zu einem Seeed-esquen Instrumental vor sich hingroovt. Ähnliches gilt auch für das in Autotune getränkte "Sakura" mit geschickten Streicher-Einsätzen und das nachtschwärmerische "Lights out." Überhaupt ist es durchaus überraschend, wie konstant Nina Chuba auf "Glas" über eine mehr als ausufernde Tracklist die Qualität aufrechterhält.

Die 17 Songs bieten dementsprechend auch reichlich Raum, Chubas Vielseitigkeit in Gänze kennenzulernen – und eben auch die Möglichkeit zum Ausloten dessen, was noch nicht so ganz funktionieren mag. Dankenswerterweise bietet "Glas" wenig Füllmaterial – nur auf der ersten Albumhälfte mögen ruhigere Momente wie "Neben mir" oder "Mondlicht" nicht so ganz zünden. Dennoch fallen vor allem die Features von Provinz auf dem reggealastigen "Ich glaube ich will heut' nicht mehr gehen" und Chapo102 auf dem plump angerockten "Ich hass' Dich" im Vergleich etwas ab – beide Songs wirken in ihrer Konzeption eher deplaziert und stören den Albumflow. Vielleicht auch, weil Chuba ansonsten einen durchweg recht homogenen Sound zelebriert. Ein bisschen Entschlackung wäre also für Album Nr. 2 durchaus nicht unangebracht – was allerdings Meckern auf hohem Niveau ist. Sicherlich wird auch "Glas" dank Nina Chubas eigenwilliger Art nicht nur auf Gegenliebe stoßen und mit seinem hemmungslosen Stilmix so manche Musikpolizei-Alarmglocke schlagen lassen. Aber who cares, so lange es Spaß bereitet? "Könnte für immer so weitergehen."

(Hendrik Müller)

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Highlights

  • Mangos mit Chili
  • Glatteis
  • Sakura

Tracklist

  1. Mangos mit Chili
  2. Wildberry Lillet
  3. Alte Bilder
  4. Mondlicht (feat. Majan)
  5. Neben mir
  6. Glatteis
  7. Sakura
  8. Ich glaube ich will heut nicht mehr gehen (feat. Provinz)
  9. Femminello
  10. Solo
  11. Freitag
  12. Tracksuit Velours
  13. Lights out
  14. Glas
  15. Ich hass Dich (feat. Chapo102)
  16. Tinnitus
  17. Alles gleich

Gesamtspielzeit: 46:46 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Dr. Axel Stoll

Postings: 12

Registriert seit 13.07.2017

2023-09-06 22:00:53 Uhr
Sie hätte auch problemlos zu einer energetischen Lena Valeitis mit extraterrestrischen Fähigkeiten mutieren können. Alles eine Frage der Energie!

Z4

Postings: 8777

Registriert seit 28.10.2021

2023-09-06 20:36:56 Uhr
Mit etwas mehr Mühe oder ein wenig mehr Talent wäre das Album das neue Stadtaffe. So "nur" ein gutes Album. 7/10

Matjes_taet

Postings: 1926

Registriert seit 18.10.2017

2023-03-16 14:14:14 Uhr
Nina Chuba, deutsche Miley Cyrus.
Kommt auch aus dem Kinderfernsehen.

Mochte das Live-Duett mit Marteria bei der 1Live-Krone Eröffnung ("Ich hass dich") und auch das mit Kummer ("Der letzte Song").

"Wildberry Lillet" ist derweil ihr "Skake it off".

Album 9/10 - habe es allerdings bisher noch nicht gehört. Später vielleicht mal konkreteres dazu.

Bonzo

Postings: 2988

Registriert seit 13.06.2013

2023-03-16 08:58:28 Uhr
Wenn’s am Talent hapern würde, könnten sich die Interpreten einfach Songwriter aus Frankreich holen.

Aber Deutschland hat einen miesen Pop-Geschmack.

Oceantoolhead

Postings: 2284

Registriert seit 22.09.2014

2023-03-16 08:46:13 Uhr
Glas ist ein toller Song und der Beweis das Deutschpop grundsätzlich funktionieren kann. Leider fehlt den meisten hiesigen Songwritern/Artists das Talent dazu.
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