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Circa Waves - Never going under

Circa Waves- Never going under

Lower Third / PIAS / Rough Trade
VÖ: 13.01.2023

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Weniger ist mehr

Ein neues Album von Circa Waves lässt im Jahre 2023 vermutlich nicht mehr allzu vielen Leuten Begeisterungsstürme entlocken. Zu sehr hatte man bis dato bei der vor gut zehn Jahren gegründeten Band aus Liverpool den Eindruck, dass sie nicht alles Potenzial ausgeschöpft haben und mehr drin gewesen wäre, als auf den bisherigen vier Studioalben zum Ausdruck gebracht wurde. Hier etwas Britpop, dort etwas Indierock, aber selten durchweg überzeugend. Nur dabei statt mittendrin sozusagen. Zumindest auf der Insel reichte es jedoch stets für kurzzeitige Top-10-Platzierungen in den Album-Charts. Das wird sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch im Falle von "Never going under" wiederholen, hat man doch den vergangenen Sommer über mittels zahlreicher Festivalauftritte, u.a. Reading und Leeds, eifrig die Werbetrommel gerührt und mit der "Hell on earth"-EP einen Vorboten präsentiert.

Und siehe da: Der Auftakt klingt in der Tat recht vielversprechend. Der eröffnende Titeltrack "Never going under" kommt mit wummerndem Bass, knarzenden Gitarrenriffs und knackigem Beat so britisch daher, wie man es von einer Band aus Nordengland nur erwarten kann. Sänger Kieran Shudall steuert hinter dem Mikro seinen Anteil dazu bei, dass dieser Track auf den im Winter anstehenden Clubkonzerten vermutlich die wenigsten Besucher stillstehen lassen dürfte. Ähnlich bewegungsfördernd, wenngleich noch poppiger und mit mehr "Uuuuh"s und "Aaaah"s versehen, schließt sich die Singleauskopplung "Do you wanna talk" unmittelbar an, bevor mit "Hell on earth" wieder gerockt wird. "I think I've died and gone to hell / And I don't care / I don't care cos it was hell on earth", gibt Shudall im Refrain zum Besten. Inhaltlich geht es um das generelle Gefühl, dass einfach alles falsch läuft. Auf diesem während der Pandemie entstandenen Album läuft vor allem dann vieles richtig, wenn sich das Quartett kurzfasst, es bei um und bei drei Minuten belässt und ohne viel Schnickschnack Gas gibt.

"Carry you home" fällt auch in diese Kategorie und wartet zudem zwischen hymnischen Melodien und treibenden Beats mit kurzen Breaks auf, in denen die Herrschaften mal kurz den Fuß vom Gas nehmen, auskuppeln und rollen lassen. Funktioniert sehr gut. Allerdings wären Circa Waves nicht Circa Waves, wenn sie den durchaus guten Eindruck mit dem einen oder anderen belanglosen Song wieder schmälern würden. Songs wie "Want it all today", "Hold on" oder das von mentaler Gesundheit handelnde "Living in the grey" plätschern irgendwie einfach nur daher, statt der inhaltlichen Relevanz auch einen angemessenen musikalischen Rahmen zu geben. Bezeichnenderweise sind es zumeist die längeren Stücke, die abgesehen von dem kitschig-schönen, fast schon unverschämt nach The Killers klingenden "Golden days" einfach nicht zünden wollen und in denen Circa Waves vom Weg abkommen. Manchmal ist weniger dann eben doch mehr. Schade eigentlich.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Do you wanna talk
  • Hell on earth
  • Carry you home
  • Golden days

Tracklist

  1. Never going under
  2. Do you wanna talk
  3. Hell on earth
  4. Your ghost
  5. Carry you home
  6. Northern town
  7. Electric city
  8. Want it all today
  9. Golden days
  10. Hold on
  11. Living in the grey

Gesamtspielzeit: 34:35 min.

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Armin

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2023-01-03 20:38:16 Uhr - Newsbeitrag
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