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The Tallest Man On Earth - Too late for Edelweiss

The Tallest Man On Earth- Too late for Edelweiss

Anti
VÖ: 23.09.2022

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Etikettenschwindel

The Tallest Man On Earth neigt vielleicht manches Mal zur Übertreibung. Das fängt nun schon mit seinem Künstlernamen an, denn laut Google ist Kristian Matsson, der Mann hinter dem Pseudonym, ja doch nur 1,70 Meter groß, also eher klein. Und zum Sound des Künstlers passt das "tall" nun auch nicht gerade, denn eigentlich sind seine Songs und Alben ja eher intime Angelegenheiten, schlängelt sich seine markante Stimme doch nur zu oft durch kärgliche Folk-Landschaften. Mit "Too late for Edelweiss" veröffentlicht der Schwede diesen Herbst ein Cover-Album und in diesem Kontext möchte er dann mal wirklich seinem Namen gerecht werden, indem er sich mit den Größten misst: Stücken von Hank Williams, The Beatles, The National und Bon Iver soll hier ein neues Gewand auf den Leib geschneidert werden. Nur: Wird es ihnen letztlich auch passen? Oder zwickt es im Schritt, schlabbert es an den Schultern und reißt es unter den zu langen Ärmeln?

Ein zweischneidiges Schwert. Cover-Platten per se und auch "Too late for Edelweiss" im Speziellen. Mag die Auswahl der Songs noch so geschmackvoll daherkommen, so bleibt oft die Frage, welchen roten Faden die Kompilation verfolgt. Gibt es überhaupt einen? Auch bei The Tallest Man On Earth tut man sich schwer damit, den größeren Sinn aus der Songsammlung abzuleiten. Fraglos sind die neuen Versionen geschmackvoll arrangiert, als kleine Folk- und Americana-Miniaturen. Ohne Brimborium, ohne stilistische Spitzfindigkeiten und Überraschungen. Schafft es der Künstler nun also, mit seinen minimalistischen Mitteln den Fremdkompositionen seinen Stempel aufzudrücken? Darauf kann die Frage nur ein entschiedenes "Jein" sein. Matssons markante Stimme verleiht den Songs zwar eine andere, etwas rauere Stimmung, aber sonst sind die musikalischen Sensationen hier rar gesät.

Am besten kommt letztlich "Blood bank" daher, eine der berührendsten Bon-Iver-Kompositionen: Zwar geht der Nummer im neuen Korsett die sakral-feierliche Stimmung des Originals ab, dafür klingt sie nun wie ein romantisches Lagerfeuerlied, gespielt von einem einsamen Barden hoch droben im schwedischen Wald. Bei "Pink rabbits" vermisst man hingegen augenblicklich Matt Berningers tiefen Bariton, stimmlich müht sich Matsson ab, erreicht die weinbeseelte Dringlichkeit jedoch nicht. "För sent för Edelweiss" ist das einzige schwedischsprachige Cover: Im Original stammt die Nummer vom außerhalb Skandinaviens so semibekannten Musiker Håkan Hellström, der selbst einst mit Karin Dreijer in einer Alternative-Rock-Band gespielt hat. In der eigentlichen Fassung ist der Song ein schüchternes Stück Piano-Pop mit triumphaler Coda, doch auch diese Nummer bürstet sich Matsson zurecht. Am Ende klingen dann sämtliche Cover-Versionen einigermaßen gleich und damit ziemlich nach den Eigenkompositionen von The Tallest Man On Earth. Große Leistung? Geht so.

(Kevin Holtmann)

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Highlights

  • Blood bank
  • Fairest of the seasons

Tracklist

  1. För sent för edelweiss
  2. Metal firecracker
  3. Little birdie
  4. Then you can tell me goodbye
  5. Blood bank
  6. Tears are in your eyes
  7. Fairest of the seasons
  8. Pink rabbits
  9. Lost highway
  10. In my life

Gesamtspielzeit: 34:44 min.

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Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2022-12-21 20:12:15 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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