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William Fitzsimmons - Covers, Vol. 1

William Fitzsimmons- Covers, Vol. 1

Grönland / Rough Trade
VÖ: 04.11.2022

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

In Watte gepackt

Es war vor ein paar Jahren, als William Fitzsimmons in einen Blaumann gekleidet auf eine Festivalbühne trat und das Publikum in bester Motörhead-Manier fragte, ob es bereit sei für Rock'n'Roll. Die Wartenden waren sichtlich überrascht, aber äußerten Zustimmung. Die Erwiderung: "Sorry, we don't do that." Stattdessen breitete sich eine wolkige Sanftheit aus, die an diesem Spätsommertag alles und jeden einlullte. Ob Fitzsimmons und Band im folgenden Set auch Songs anderer Künster*innen einstreuten, entzieht sich leider der Erinnerung des Rezensenten, aber ja, wahrscheinlich wird es so gewesen sein. Schließlich ist das Teil des Spiels. Eine Sammlung wie "Covers, Vol. 1" war also gewissermaßen überfällig, und natürlich ist auch hier alles fitzsimmonshaft heruntergedimmt, ist der Gesang eigentlich mehr ein Flüstern und bewahrt sich die Musik selbst dann, wenn sie sich in einer gewissen Opulenz ergeht, noch ihre Zerbrechlichkeit.

Zwölf Songs haben auf "Covers, Vol. 1" Eingang gefunden, wurden Gegenstand einer zwar behutsamen, aber doch konsequenten Anverwandlung. Wo etwa eine Cat Power ihr Ausgangsmaterial bis zur (Un-)Kenntlichkeit dekonstruiert, geht Fitzsimmons weniger radikal zu Werke. Der Mehrwert ergibt sich durch den variablen Abstand zum Original, in der Atmosphäre und in der Stimmung, und dadurch, wie Fitzsimmons ihn ausfüllt. "Naked as we came", ursprünglich von Sam Beam a.k.a. Iron & Wine, wird etwa seiner kargen Schönheit weitestgehend belassen. Dagegen schimmert in "Love will tear us apart" unter der fragilen Oberfläche trotz allem sogar so etwas die Hoffnung durch. Wie Schwermut und Zuversicht in ein spannungsvolles Verhältnis gesetzt werden, illustriert aber am besten "Please", im Original ein Duett von Chelsea Cutler und Jeremy Zucker. Die deprimierende Schwere der Lyrics wird mit Zärtlichkeit umarmt, gehaucht gefleht: "Please don't leave me here / I don't know where my heart is."

Wie heißt es schon gleich zu Beginn von Taylor Swifts "The 1": "I'm doing good / I'm on some new shit." Eine große Stärke von "Covers Vol. 1" ist schlicht die Auswahl der Songs. Zu alten und neuen Klassikern von Peter Gabriel und Elton John über R.E.M. bis hin zu Sufjan Stevens und Phoebe Bridgers gesellen sich auch einige gemeinhin weniger bekannte Werke. "Lovin's for fools" etwa, ein kraftvoller Folk-Song der US-amerikanischen Singer-Songwriterin Sarah Siskind, der im Verlauf mit Piano und Streichern dezent ausgeschmückt wird. Oder "The commander thinks aloud" von The Long Winters, wohl der Inbegriff einer Indie-Hymne. Auch hier lässt sich Fitzsimmons zunächst einige Zeit, wartet ab, bevor der Beat einsetzt und der Horizont sich weitet – unwirklich erleuchtet von einem verglühenden Spaceshuttle. Bleibt, wo wir das Thema schon angesprochen haben, aber die Hoffnung, dass "Covers, Vol. 2" nicht so lange auf sich warten lässt. Ein Anfang ist gemacht.

(Markus Huber)

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Highlights

  • The commander thinks aloud
  • Please
  • Lovin's for fools

Tracklist

  1. The 1
  2. Love will tear us apart
  3. The commander thinks aloud
  4. Solsbury Hill
  5. Annie's song
  6. Please
  7. Futile devices
  8. Sweetness follows
  9. Naked as we came
  10. Your song
  11. Lovin's for fools
  12. Smoke signals

Gesamtspielzeit: 41:26 min.

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Armin

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2022-12-21 20:10:44 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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