De/Vision - Void

De/Vision- Void

WEA / Warner
VÖ: 28.02.2000

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Music for the masses > Void

Fünf Alben und eine Best Of-Compilation lang hatten De/Vision den Ruf des Plagiats weg. Das fing an bei den beiden ersten Buchstaben des Bandnamens an, die mich De/Vision in meinem Plattenschrank direkt neben Depeche Modes "Speak and spell" einordnen ließen und gipfelte in einem "Monosex"-Album, das Depeche Mode zwar besser, aber stilistisch nicht viel anders hingekriegt hätten.

Ihre Fans hatten De/Vision dennoch schon immer, und mit "Void" ist der Band nun auch gelungen, was wohl sonst kaum einer erwartet hätte: Sich aus dem großen Schatten der Vorbilder ein beträchtliches Stück zu lösen. Ich bin bestimmt nicht der einzige, der sich deshalb zu einem "Na endlich!" hinreißen läßt. Auffällig ist der rege Einsatz von Samples und die Länge der Songs, die zweimal sogar die Sieben-Minuten-Grenze überschreitet. "Blue moon" ist dem De/Vision-erfahrenen Hörer sogar bereits vom Album "Unversed in love" bekannt und verließ nun in einem vollkommen veränderten Gewand das Mischpult.

Nimmt man das elektronischere Grundgerüst weg, fallen De/Vision in einzelnen Stücken wie der nichtsdestotrotz gelungenen ersten Single "Foreigner" in ihre Vergangenheit zurück. Auch die auffälligen ">"-Zeichen im Booklet glaube ich schon irgendwo gesehen zu haben. "Hope won't die" klingt gar nach einer Kopie der Kopie, nach einem Outtake des letzten Paradise Lost-Albums.

Auf Albumlänge bietet "Void" ein recht abwechslungsreiches Synthie-Pop-Gemisch, das auch zwischendurch einen ausgiebigeren Ausflug ins Lager der Elektronik unternimmt und noch düsterer als seine Vorgänger ausgefallen ist. Seinen Höhepunkt findet das Album schließlich in der sämigen Ballade "A prayer" mit den Zeilen "Rely upon the spirit that you hide behind a lie / I will keep on trying till the day I die". Ein Gebet, das Vivid-Sänger Thomas Hanreich nicht besser gen Himmel hätte schicken können.

Und so machen De/Vision ihre Vergangenheit entgegen dem Albumtitel letztendlich nicht vollkommen nichtig, sondern agieren stattdessen in einem gesunden Abstand zu ihren Idolen. "Void" ist ein Schritt in die richtige Richtung Eigenständigkeit, eine Entwicklung vom Plagiat zum kleinen Bruder, der irgendwann flügge werden und seinen eigenen Weg gehen wird.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Foreigner
  • Freedom
  • A prayer

Tracklist

  1. Re-invent yourself
  2. Ride on a star
  3. Self-deception
  4. Foreigner (Original version)
  5. Anywhere
  6. Blue moon (Void-style-version)
  7. Freedom
  8. A prayer
  9. Hope won't die
  10. Give in
  11. Remember

Gesamtspielzeit: 58:36 min.

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