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Leftfield - This is what we do

Leftfield- This is what we do

Virgin / Universal
VÖ: 02.12.2022

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Volle Kraft zurück

Wie altmodisch darf elektronische Musik klingen? Eine schwierig zu beantwortende Frage. Wenn die Retro-Elemente überhand nehmen, wird aus Nostalgie schnell Kitsch. Neil Barnes, der Leftfield 2015 ohne seinen Partner Paul Daley wiederbelebte, sind derlei Gedankenspiele eindeutig egal. Schon das Comeback-Album "Alternative light source" klang unverkennbar nach den Neunzigern. Und auch das neue Werk "This is what we do", welches Barnes zusammen mit dem Toningenieur Adam Wren produzierte, kennt keine Scheu vor klassischen Sounds.

Wer sich an seine "Leftism"-LP klammert, wird mit "This is what we do" viel Spaß haben. All jene, die nach innovativen Klängen Ausschau halten, sollten das Album hingegen meiden. Denn die Musik ist sowohl in ihrer Struktur als auch hinsichtlich des Klangs eindeutig rückwärtsgewandt. Dies macht sie nicht automatisch schlecht, im Gegenteil. Das von einer herrlich pappigen Bassdrum angetriebene "Making a difference" hätte sich auf dem "FIFA 98"-Soundtrack sicher pudelwohl gefühlt. Toll ist auch "Full way round", dem das Kunststück gelingt, Bigbeat im Jahre 2022 cool wirken zu lassen. Eine Erwähnung verdient zudem schließlich "Heart and soul", das beschwingt dem Morgengrauen entgegentanzt.

Doch nicht alle Tracks geraten derart überzeugend. "Machines like you" dudelt beispielsweise vorbei, ohne Eindruck zu hinterlassen. Auch "City of synths", das zwar mit einigen hübschen Sounds aufwartet, gelingt es nicht, die Spannung aufrechtzuerhalten. Regelrecht peinlich wird es dann in "Accumulator", das derart abgedroschen klingt, dass man sich im falschen Film wähnt. Dabei ist die Grundidee durchaus interessant: Ein stoischer Beat fährt in die Beine, während ein Synthesizer die Alarmglocke mimt. Doch spätestens beim ersten Breakdown ist die Luft raus. Was danach passiert, ist schlicht uninspiriert und nervtötend.

Es ist nicht einfach, ein Urteil über dieses Album zu fällen. Zu ziellos wirkt es, zu sehr aus der Zeit gefallen. Immer wieder werden gute Ansätze durch schreckliche Entscheidungen zunichte gemacht. "The power of listening" begeistert zunächst mit House-Akkorden und 909er-Beat, bevor ein atonales Synth-Solo sich unsanft ins Gehör schneidet. Auch in "Rapture 16" wollen die einzelnen Teile keine rechte Summe ergeben. Ein sehr unangenehmer Begriff schleicht sich in die Finger: Stückwerk. Boshaftigkeit haben Leftfield freilich nicht verdient, dazu ist ihre Musik zu einzigartig. Aber besonders ist sie nicht mehr.

(Christopher Sennfelder)

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Highlights

  • Full way round
  • Making a difference
  • Heart and soul

Tracklist

  1. This is what we do
  2. Full way round
  3. Making a difference
  4. City of synths
  5. Pulse
  6. Machines like me
  7. Rapture 16
  8. Heart and soul
  9. Accumulator
  10. Let's have it
  11. The power of listening

Gesamtspielzeit: 56:06 min.

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User Beitrag

peter73

Postings: 1488

Registriert seit 14.09.2020

2022-12-01 09:24:32 Uhr
schönes oldschool-electroalbum, als genrefan kann man da sicher ein, zwei punkte drauflegen..

es muss nicht immer synapsenverdrehendes ala autechre oder squarepusher sein, manchmal ist auch this is what we do retro-nice

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 23551

Registriert seit 08.01.2012

2022-11-23 21:51:18 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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