Motörhead - 25 & alive - Live at Brixton Academy

Motörhead- 25 & alive - Live at Brixton Academy

Steamhammer / SPV
VÖ: 17.11.2003

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Wick Blau

"We are Motörhead!" Und je heiserer die Stimme, desto derber deren Hardrock. Nach diesem Motto bieten nämlich Lemmy Kilmister und seine Lederfetischisten schon über ein Vierteljahrhundert lang Rock'n'Roll in Reinkultur. Da wird man standesgemäß kein bißchen weise, aber angemessen taub. Und welchen besseren Anlaß als diesen könnte man finden, um nach dem eigentlich definitiven Livegebolze von "No sleep till Hammersmith" einmal mehr ein Livebrett rauszuhauen. Das mittlerweile vierte für all die Mitfeiernden, Verhinderten und sonstigen Kuttenträger. Dieses Mal setzt es jedenfalls anderthalb Stunden lang Motörhead live and loud. Ein Heidenspaß für die ganze headbangende Familie.

Dumm nur, daß das ganze Brimborium schon vor drei Jahren stattfand und vor immerhin zwei Jahren auch schon auf der "Boneshaker"-DVD veröffentlicht wurde. Aber wer alle Kohle in Lederjacken, Stahlhelme und andere Motörhead-Devotionalien investiert, freundet sich möglicherweise nicht so schnell mit neuartiger Technologie an, und so gibt's eben den Nachschlag als gewöhnlichen Silberling. Und dafür, daß auch diese Doppel-CD kein besinnliches und perfekt gepegeltes HiFi-Wunderwerk geworden ist, garantiert ohnehin schon Lemmys Tinnitus. Dagegen hilft nach Spinal Tap bekanntlich nur "One louder". Echte Rocker brauchen eben kein Gehör. Außerdem: Wer endlich mal wissen will, wie sich das Pfeifen in dessen Ohr so anhört, der lausche einfach mal dem Ausklang von "Overkill".

Auf "25 & alive - Live at Brixton Academy" setzt es also jede Menge Klassiker wie "Born to raise hell", "Orgasmatron", "Bomber" und natürlich - einmal mehr großartig - "Ace of spades". Angenehm rotzig, rauh und immer mit dem vollen Stiefel auf dem Gaspedal werden die Songs heruntergeprügelt. Schließlich hat Lemmy im Gegensatz zu Ozzy "fuckin' prince of the fuckin' darkness" Osbourne noch ordentlich Dampf unterm Toupet. Entsprechend donnert seine Truppe wie schon damals ziemlich zielsicher auf der Grenze zwischen Metal und Punk. Da ist es dann auch kein Wunder, wenn zur Feier des Tages sogar die Sex Pistols gecovert werden ("God save the Queen"). Selbstrecyclendes Füllwerk und unnötige Gäste wie Whitfield Crane (Ex-Ugly Kid Joe, Ex-Life Of Agony), Pott-Sirene Doro Pesch oder Queen-Löckchen Brian May gibt's natürlich auch. Aber derlei Feinheiten gehen dankenswerterweise im allgemeinen Geschepper unter. Nichts für Nackenschoner.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • No class
  • Born to raise hell
  • Bomber
  • Ace of spades

Tracklist

  1. CD 1: We are Motörhead
  2. No class
  3. I'm so bad (Baby, I don't care)
  4. Over your shoulder
  5. Civil war
  6. Metropolis
  7. Overnight sensation
  8. God save the Queen
  9. Born to raise hell
  10. The chase is better than the catch
  11. Stay out of jail
  12. Dead men tell no tales
  13. CD 2: You better run
  14. Sacrifice
  15. Orgasmatron
  16. Going to Brazil
  17. Broken
  18. Damage case
  19. Iron fist
  20. Killed by death
  21. Bomber
  22. Ace of spades
  23. Overkill

Gesamtspielzeit: 104:52 min.

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