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Laura Jean - Amateurs

Laura Jean- Amateurs

Chapter / Cargo
VÖ: 28.10.2022

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

En passant

Die Musik von Laura Jean drängt sich nicht auf. Sie ist fast schon ein wenig langweilig. Aber nur fast. Und genau hier verbirgt sich der Schlüssel zu dieser außergewöhnlichen Künstlerin aus Australien. Sie zelebriert das Beiläufige, als sei es das Wichtigste auf der Welt. Ihr neues Album "Amateurs" kommt ganz ohne Effekthascherei und sonstiges Brimborium aus. Und ist genau deshalb ein kleines, großes Wunderwerk. Schon der Eröffnungstrack "Teenager again" nimmt den Hörer bei der Hand und führt ihn sanft in die Gedankenwelt der Musikerin. Zu perlenden Akustikgitarrenakkorden erzählt Jean vom Älterwerden und Jung-sein-Wollen, ohne dabei in kitschige Plattitüden zu verfallen. Spätestens beim Refrain wird dann alles klar: Hier weiß jemand Bescheid.

Mühelos gelingt es Jean, das hohe Niveau über das gesamte Album hinweg zu halten. So ist etwa "Pauly" vom ersten bis zum letzten Takt ein Musterbeispiel für vertonte Melancholie. Laura Jeans weiche Stimme erhebt sich gegen ein auf- und abschwellendes Wogen aus Streichern und behält gerade so die Oberhand. Deutlich beschwingter geht es in "Too much to do" zu, welches mit seinem Funk-Groove Erinnerungen an den Pop der 1970er-Jahre weckt. Miniaturen wie das hinreißende "Folk festival" oder das traurige "Rock'n'roll holiday" beschwören hingegen Bilder von Menschen mit Blumen im Haar herauf.

Die meisten Songs auf "Amateurs" sind einfach nur schön. Manche, wie zum Beispiel "Rainbow club", sind sogar verdammt schön. Wer gehässig sein möchte, kann das alles öde finden. Doch für gehässige Menschen ist Laura Jean die falsche Künstlerin. Sie schreibt Songs in Heftpflaster-Form. Die Wunden, die das Leben so reißt, wollen versorgt werden. Und weil ein Pflaster manchmal nicht reicht, hat die Australierin sicherheitshalber auch ein paar Bandagen im Gepäck: "A funny thing happened" lässt einen für dreieinhalb Minuten alle Sorgen vergessen. Und auch wenn danach wieder der Alltag mit all seinen Unwägbarkeiten hereinbricht, hat sich doch etwas verändert. Fast beiläufig, könnte man sagen.

(Christopher Sennfelder)

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Highlights

  • Teenager again
  • Too much to do
  • Folk festival
  • A funny thing happened

Tracklist

  1. Teenager again
  2. Amateurs
  3. Too much to do
  4. Folk festival
  5. Market on the sand
  6. Pauly
  7. Rainbow club
  8. Rock'n'roll holiday
  9. A funny thing happened
  10. Something to look forward to forever

Gesamtspielzeit: 36:43 min.

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Armin

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2022-11-09 19:49:55 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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