Linkin Park - Live in Texas

Linkin Park- Live in Texas

Warner
VÖ: 24.11.2003

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Geschäftsordnung

Die Zeiten, in denen Linkin Park einfach nur eine Gruppe von Musikern waren, sind schon lange vorbei. Linkin Park ist nicht mehr nur ein Band-, sondern vor allem ein Markenname, der auf einem umkäpften Markt positioniert wurde. Chester Bennington und Mike Shinoda sind frühstens in zweiter Linie Freunde, vor allem sind sie Geschäftspartner. Modedesigner, die wiederum nicht vornehmlich die eigenen Visionen verwirklichen, sondern zunächst einmal ihre Kunden zufrieden stellen müssen. Und das so oft es nur geht.

Es sind Gedankengänge wie dieser, an deren Ende man in der Regel schon ungeduldig von einem Live-Album erwartet wird. Diesmal heißt es "Live in Texas", ist Linkin Parks zweite Platte in diesem Jahr und unterscheidet sich vom letzten Studioalbum "Meteora" insofern, daß es live aufgenommen wurde, bevor es so lange be-, nach-, und überarbeitet wurde, bis es wie ein Studioalbum klang. Niemand würde sich hier auf einem Konzert vermuten, wenn nicht ab und zu jemand applaudieren oder mitsingen würde.

Man will sich gerade fragen, ob es bei Linkin Park Inc. wohl auch Arbeitnehmer gibt, deren Job es ist, die passenden Jubelmenschen zusammenzucasten, damit nachher auch jeder Handclap an der richtigen Stelle sitzt. Aber dann fällt einem wieder ein, daß man ja auch was über die Musik sagen muß. Und prompt macht die Sache schon ein bißchen weniger Spaß. Natürlich ist der Sound makellos. Natürlich erlaubt sich die Band keine Fehler. Und natürlich hat man alle seine Hits beisammen. Aber andererseits wird hier auch kein guter Grund mitgeliefert, der dagegen spräche, einfach daheim zu bleiben und sich lieber nochmal die Studioalben anzuhören.

Daran ändert übrigens auch eine beigelegte Bonus-DVD nichts, auf der es das Ganze zum Angucken gibt. Mit fünf weiteren einwandfrei vorgetragenen und immerzu gleich klingenden Songs. Alles Routine. Alles so schrecklich perfekt, daß man sich die ganze Zeit über wünscht, es würde mal was schief gehen, wenigstens einer hinfallen, oder kurzum: irgendetwas Menschliches passieren. Hätte halt irgendwie erfrischend gewirkt. Diese Platte aber ist so sauber, man könnte seine Kinder davon essen lassen. Bei Ikea sind die Teller allerdings größer und preiswerter.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • In the end
  • One step closer

Tracklist

  1. Somewhere I belong
  2. Lying from you
  3. Papercut
  4. Points of authority
  5. Runaway
  6. Faint
  7. From the inside
  8. P5hng me a*wy
  9. Numb
  10. Crawling
  11. In the end
  12. One step closer

Gesamtspielzeit: 41:45 min.

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