Mustasch - Ratsafari

Mustasch- Ratsafari

Majesty / EMI
VÖ: 17.11.2003

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Das Rockreferat

R wie Roh. O wie Opulent. C wie Charmant. K wie Kraftstrotzend. Daß man in Schweden schon seit Jahren sehr genau weiß, wie man Rock buchstabiert ist nun wirklich keine neue Erkenntnis. Dementsprechend wird das zweite Mustasch-Album diejenigen, die sich für diese Art Orthographie nicht oder nicht mehr interessieren, völlig zurecht absolut kalt lassen. Denen aber, die sich noch immer nicht von Lederhose, Langhaarmatte und Les-Paul-Gitarre trennen wollen, erzählen die Nordrocker zwar nichts neues, das aber trotzdem kurzweilig und packend.

Denn Mustasch kennen sich aus. Sie wissen ganz genau, wo damals in den frühen Achtzigern die Grenze zwischen Hardrock und Metal verlief. Da stehen sie nämlich drauf. Breitbeinig, mit jeweils einem Bein auf jeder Seite, bis zum Knöchel im Dreck. Sie grinsen Dich an, sagen Dir, was Du schon immer wußtest und tun so, als ob das der heißeste Scheiß wäre, seit Prometeus den Göttern das Feuer geklaut hat. Und sie grienen dabei so einnehmend, daß Du ihnen fast glaubst. Wenn Ex-B-Thong Sänger Ralf Gyllenhammar in "6:36" mit ungewohnt sanfter Stimme berichtet "I'm a wizard, I've got magic sticks / I'm drinking liquid gold", besteht kein Grund, daran zu zweifeln. "The light's bright, but when I close my eyes / It all explodes."

Klar, beim Titeltrack haben Mustasch ein bißchen zu offensichtlich in Black Sabbaths Songwriting-How-to gespickt, und sie präsentieren das Ergebnis ohne ein Wimpernzucken oder Augenzwinkern. Doch man ist geneigt, den Schweden diesen kleinen Patzer sofort zu verzeihen. Denn zum einen steht das Plagiat dem Original in seiner Qualität nicht nach. Vor allem aber zeigen die meisten restlichen Songs eine druckvolle Eigenständigkeit, die in diesem Genre mittlerweile Seltenheitswert besitzt.

Deswegen dürfen Mustasch die vier Buchstaben, die sie am besten schreiben können, fett und in Schwarz an jede verfügbare Wand schreiben. Und wir sollten uns auf unsere setzen und ihnen zuhören. Auch wer hier nichts Neues lernt, bekommt sein Wissen effektiv aufgefrischt. Schließlich lebt ein gutes Referat von geschickter Wiederholung.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • Unsafe at any speed
  • 6:36
  • Mareld
  • Lone song (reclusion)

Tracklist

  1. Stinger citizen
  2. Black city
  3. Unsafe at any speed
  4. Ratsafari
  5. 6:36
  6. The deadringer
  7. Frederika
  8. Alpha male
  9. Mareld
  10. Lone song (reclusion)
  11. Monday warrior

Gesamtspielzeit: 42:16 min.

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