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Feather Mountain - To exit a maelstrom

Feather Mountain- To exit a maelstrom

Eigenvertrieb
VÖ: 02.09.2022

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Vom Verschwinden

Fans der härteren Klänge werden den Spätsommer 2022 als durchaus bemerkenswert in Erinnerung behalten, denn binnen weniger Wochen meldeten sich zahlreiche Dickschiffe des Metal mit neuen Alben zu Wort. Gar nicht so einfach, auch abseits der etablierten Namen den Überblick zu behalten, und doch lohnt das Schürfen nach vermeintlich abseitigem Gold am Ende ja fast immer. Die Dänen von Feather Mountain sind so ein Beispiel, das im schlechtesten Fall im Veröffentlichungsreigen untergeht, hier aber die verdiente Betrachtung finden soll. "To exit a maelstrom" ist aus mehrfacher Perspektive keine Durchschnittsware und darf mit Recht für eine der Entdeckungen des Jahres in Betracht gezogen werden.

Da sind zunächst einmal die Songs an sich. Vom grandiosen Opener "August mantra" bis zum abschließenden "Maelstrom" gelingt dem Quartett eine abwechslungsreiche musikalische Reise durch viele Klangwelten, die mal im Progressive Metal fündig wird, mal eher im Alternative Rock daheim ist und gelegentlich auch fast funkige Kreise zieht. Mit besagtem "August mantra" sticht gleich zum Auftakt ein Stück heraus, denn mit schwindelerregenden Wendungen, hakenschlagenden Tempowechseln und faszinierenden Gesangsvariationen rollt die Band einen wahrhaft mächtigen Teppich aus, der vor allem auch Fans von A Perfect Circle Freude bereiten dürfte. Wahre Eskalationen wie in "Beneath your pale face" stehen in der Folge ebenso auf dem Programm wie freundliche Grüße an Deftones ("Pariah") oder Dredg ("Cloud-headed"). Spätestens in "Bliss" wird überdeutlich, welch Qualität Sänger Mikkel Aaen Lohmann ins Mikrofon überträgt. Auch ein rein instrumentaler Song wie "Air hunger" steht der Band sehr gut.

Hinzu kommt das Konzept, das die durchweg starken Songs zusammenhält. Feather Mountain verbinden die zahllosen, aber keinesfalls willkürlichen musikalischen Fäden zu einem emotionalen Gesamtwerk, das sich inhaltlich voll und ganz der Alzheimer-Erkrankung des Vaters von Andreas und Christian Dahl-Blumenberg widmet. Das schleichende Verschwinden eines geliebten Menschen wird textlich verarbeitet und kunstvoll vertont; Verzweiflung, Wut und Hilflosigkeit klingen hörbar durch. "Despite our war", heißt es im Eröffnungsstück, zurückliegende familiäre Kämpfe andeutend, "Believe me / It wears me down / To watch your withering crown". Im Angesicht einer gnadenlosen Krankheit verblassen nicht nur die Erinnerungen des Betroffenen, sondern auch die Unbilden der Vergangenheit.

Betrachtet man die Tatsache, dass Feather Mountain erst 2019 mit "Nidus" ihr Debüt vorgelegt haben, wird die Verblüffung über die Klasse von "To exit a maelstrom" sogar noch etwas größer. Das starke Songwriting, die konzeptuelle Klammer und die große Spielfreude trotz düsterer Thematik würden eher vermuten lassen, es mit alten Hasen zu tun zu haben. Was schließlich auch noch auffällt: Die Herrschaften sind nicht einmal bei einem Label unter Vertrag, sondern nehmen alles einfach selbst in die Hand. Die Überzeugung vom eigenen Schaffen hat in jedem Fall volle Berechtigung.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights

  • August mantra
  • Sincere
  • Maelstrom

Tracklist

  1. August mantra
  2. Beneath your pale face
  3. Pariah
  4. Cloud-headed
  5. Sincere
  6. Bliss
  7. Air hunger
  8. Maelstrom

Gesamtspielzeit: 44:33 min.

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User Beitrag

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 31552

Registriert seit 07.06.2013

2023-01-11 19:45:25 Uhr
Hmm. So eine Band, wo alle Referenzen mir zusagen und wo alle Zutaten stimmen... und ich doch unbeeindruckt zurück bleibe. Der cleane Gesang ist leider die Art, die ich im Prog eher unangenehm finde.

NeoMath

Postings: 1646

Registriert seit 11.03.2021

2022-09-19 09:16:08 Uhr
Stimmt Gomes, die Produktion fiel mir auch eher generisch auf. Und deine 6 trifft es auch eher als meine 7/10.

Gomes21

Postings: 4830

Registriert seit 20.06.2013

2022-09-19 08:25:38 Uhr
Bin da bei den letzten Kommentaren und ner maximal 6/10 bisher. Haut mich echt nicht um, die Produktion ist auch lahm generisch.

NeoMath

Postings: 1646

Registriert seit 11.03.2021

2022-09-18 23:11:48 Uhr
Der Sänger klingt an vielen Stellen wie Steve Hogarth von Marillion.
Nettes Album insgesamt, aber kein Highlight.
Ich würd 'ne 7/10 verteilen, weil mir eben die großen Momente fehlen. Immer dann, wenn ich denke, "jo, jetzt werden sie groß", brechen sie den Part bzw die Dynamik ab; schade.

didz

Postings: 1933

Registriert seit 29.06.2017

2022-09-06 20:12:17 Uhr
hm, hat mich nach einem durchgang leider total kalt gelassen. ja die ähnlichkeiten zu den anderen bands sind stellenweise da, aber es wird irgendwie kaum intensität oder atmosphäre aufgebaut. ne 8 hab ich da noch nich rausgehört.
und die stimme vom sänger is mir leider zu hoch, da wirds für mich dann schwer.
schade.
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