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The Kooks - 10 tracks to echo in the dark

The Kooks- 10 tracks to echo in the dark

Lonely Cat / Rough Trade
VÖ: 22.07.2022

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Aus der Hosentasche

Die Sonne brennt tagsüber, die Abende sind warm und lang, es dudelt Feel-Good-Indie aus der mobilen Musikbox. Nicht so ungewöhnlich im Hitze-Sommer des Jahres 2022 und im Grunde die perfekte Jahreszeit für eine neue The-Kooks-Platte. Die einstigen Babyfaces des Britrock könnten mittlerweile 16 Striche machen, für jedes Jahr einen, das seit ihrem wirklich tollen Debüt "Inside in / Inside out" schon vergangen ist. Und vielleicht zählt der Vierer mittlerweile auch das ein oder andere graue Haar in den Frisuren. Nicht nur die Musikwelt hat sich für die Mannen aus Brighton nunmehr verändert, selbst bei Plattentests.de muss der Chef über im Glasgebäude-Umfeld höchst kreative Anreize wie "Extra-Zuschlag: Monatsration Pilzrahmsuppe" nachdenken, damit The Kooks überhaupt noch von den Schreiber:innen wahrgenommen werden.

Ok, zum heißen Eisen zählt die Truppe um Luke Pritchard vielleicht nicht mehr, aber dennoch strömen nach wie vor Scharen zu den Konzerten. The Kooks scheinen sich auch deswegen locker gemacht zu haben und stellen auf ihrer neuen Platte "10 tracks to echo in the dark" luftigen Gute-Laune-Sound ins Zentrum. Keine Überlänge wie beim etwas aufgeblasenen Vorgänger "Let's go sunshine", kein "Zerdenken der Dinge", wie die Band verlauten lässt. Einfach ein paar neue Indiepop-Stücke, aus der Hosentasche geschüttelt in einer guten halben Stunde. Ob diese jedoch wirklich länger als eine Nacht nachhallen? Es geht auch darum, wieder "Connection" zu den abtrünnigen Fans herzustellen, denen Vieles zu cheesy und too much war, das Pritchard und Co. in letzten Dekade fabrizierten. Der entsprechend benannte Opener ist ein entspannter und trotz seines Handbremsen-Tempos ziemlich tanzbarer Auftakt, bevor die Single "Cold heart" den aktuellen Weg von The Kooks ziemlich prägnant auf den Punkt bringt: ein bisschen von der luftigen Beschwingungskunst der frühen Phoenix, ein bisschen aktueller Zeitge..., äh, Foals-Vibe. Indie zum Wohlfühlen eben. Sogar mit soulig angehauchtem Twist hintenraus. Das kann man durchaus so machen.

Eine gewisse Belanglosigkeit, den Eindruck seichten Gedudels, eine Art der Gleichförmigkeit: All das versprüht auch "10 tracks to echo in the dark" noch, zumal es musikalische Leerhülsen wie "Beautiful world" gibt und dort passenderweise Milky Chance mitschwofen dürfen. Doch immerhin kommen The Kooks einen ersten Schritt vorwärts. Weil fast jeder Song recht fix auf den Punkt kommt. "Modern days" atmet ein wenig Off-Beat, tobt sich dann im funky Abendkleid aus. "Closer" ist ein entspannter, sich rasch im Lauschgang einnistender Pop-Rocker, sprenkelt dabei elegant Piano-Strobo vor die Festival-Bühne. "25" kommt als Kreuzung aus soulig-funkigem Indie und zwinkerndem Eighties-Schmachtfetzen daher, und wenn die Elektrische im Hintergrund mal aufjault, denkt man nicht unbedingt direkt an The War On Drugs. Doch Güte muss natürlich nicht lautstark sein, sondern kommt auch gefühlig daher wie der feine Closer "Without a doubt", oder so knackig-cool ums Eck wie der 112-Sekunden-Popper "Oasis". Zu richtig nachhaltigen Krachern indes sind The Kooks aber weiterhin nicht (mehr) fähig. Oder ist das mittlerweile Absicht? Wer sich abseits des Trubels im Halbschatten sonnt, verbrennt sich zumindest nicht direkt die Nase.

(Eric Meyer)

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Highlights

  • Cold heart
  • Oasis
  • 25

Tracklist

  1. Connection
  2. Cold heart
  3. Jesse James
  4. Closer
  5. Sailing on a dream
  6. Beautiful world
  7. Modern days
  8. Oasis
  9. 25
  10. Without a doubt

Gesamtspielzeit: 32:11 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

musie

Postings: 3366

Registriert seit 14.06.2013

2022-07-30 10:49:28 Uhr
Ich finde das Album besser als hier beschrieben. Es ist sehr süffig... Erfindet die Musik nicht neu, aber das muss es auch nicht. Auf jeden Fall hat die Band wieder die Kurve gekriegt.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 22899

Registriert seit 08.01.2012

2022-07-28 19:53:40 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Francois

Postings: 468

Registriert seit 26.11.2019

2022-07-23 08:59:41 Uhr
Habe sie letzte Woche mal wieder live gesehen und mich wieder zurückerinnert, warum die mir früher so gut gefallen haben.
War mehr eine "best of" Tour - und die paar neuen Sachen haben gut geklungen.

Muss auch zugeben, dass mir das Album gefällt.
Leichtfüssiger Indie-Pop, hervorragend für den Sommer. Sicher nix für die Ewigkeit, aber das muss es nicht immer sein.
Macht wirklich gute Laune.

musie

Postings: 3366

Registriert seit 14.06.2013

2022-07-22 14:26:11 Uhr
Gar nicht so übel das neue Album. Klingt frisch, wie schon seit Jahren nicht mehr... Cold Heart mit einem sehr schönen Ende. Eine echte Überraschung dieses Album.

cargo

Postings: 551

Registriert seit 07.06.2016

2022-06-24 10:24:42 Uhr
Ich glaube egaler kann Musik nicht mehr klingen.
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