Kylie Minogue - Body language

Kylie Minogue- Body language

Parlophone / EMI
VÖ: 17.11.2003

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Dirty dancing

Das Energiebündel. Die Sexbombe. Das Blondchen. Der laufende Meter. Das Känguruh. Oder einfach nur: die Kylie. Wie man die nur 1,53 Meter kleine Australierin auch immer nennen mag, eines ist klar: Man kann sich auf sie einigen. Ob Rocker oder Popper, Männer oder Frauen, Alte oder Junge, Arme oder Reiche. Es gibt kaum jemanden, der die Kylie (nennen wir sie der Einfachkeit halber schlichtweg mal so) nicht heimlich oder gar unheimlich gern hat. Und der nicht die Lippen spitzt und mitpfeift, wenn sie einen ihrer Hits von "I should be so lucky" bis "Can't get you out of my head" trällert. Man sollte die Kylie für den Nobelpreis für Völkerverständigung vorschlagen.

Nun also "Body language". Körpersprache. Was will uns die Kylie wohl sagen, wenn sie ihren Körper da so lasziv auf dem Cover räkelt? Mag sie uns auch? Zu hoffen wäre es. Schließlich verzeihen wir ihr so einiges. Daß sie offenbar ihr gutes Händchen für Stil und Grazie verloren hat, beispielsweise. Brigitte Bardot-Hommage hin, Retro her. Solche bauchfreien Ringelpullis, knallenge Strumpfhosen und Barbie-Frisuren wie auf dem Cover sind seit Jahrzehnten aus der Mode, woran sich hoffentlich auch nie nie wieder etwas ändern wird. Aber egal. Es ist die Kylie. Die Kylie darf das.

Die Kylie darf eine ganze Menge. Die Kylie darf grausige Klamotten tragen. Die Kylie darf nicht singen können. Und die Kylie darf mit ihren Songs zwischendurch auch mal langweilen. Bei der Kylie geht es nicht um Musik, es geht um Charme und Sex. So ist es dann auch auf "Body language". Im Clip zur von Emiliana Torrini mitproduzierten Vorabsingle "Slow" stellt die Kylie die bahnbrechendste Tanz-Erfindung seit dem Macarena vor: einfach hinlegen, bequem machen und trotzdem mit sämtlichen Körperteilen zappeln. Tolle Idee. Ist eh gemütlicher so. Und paßt auch ausgezeichnet zum wunderbar smoothen Beat. Fragt sich bloß, wie das in der Disco aussehen mag.

Die Suche nach weiteren Single-, Hit- und Mitpfeif-Kandidaten fällt allerdings schwer. Beim von Ms. Dynamite geschriebenen und miteingespielten "Secret (Take you home)" sieht man noch die Discokugel funkeln, der Rest jedoch wirkt einen Tick zu unterkühlt, um in die Beine zu gehen. Die Kylie gibt sich lange nicht mehr so zeitgemäß und trendsetzend wie auf "Fever", sondern fast schon so unbedarft wie zu Beginn ihrer Karriere. Liedchen wie "Promises" oder "Obsession" würden nicht mal auf einem dieser unsäglichen Achtziger-Sampler positiv auffallen. Aber nicht vergessen: Die Kylie darf das. Ob sie wohl heute abend schon was vor hat?

(Armin Linder)

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Highlights

  • Slow
  • Loving days

Tracklist

  1. Slow
  2. Still standing
  3. Secret (Take you home)
  4. Promises
  5. Sweet music
  6. Red blooded woman
  7. Chocolate
  8. I feel for you
  9. Someday
  10. Loving days
  11. After dark

Gesamtspielzeit: 47:51 min.

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