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Bilbao - Shake well

Bilbao- Shake well

PIAS / Rough Trade
VÖ: 24.06.2022

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Rund und warm

Die Sonne brennt, die Abende sind warm, die Menschen feiern und zappeln zu sommerlicher Musik, komponiert für die Festivalbühne. Doch letztere braucht es nicht. Eine Wiese, ein Hinterhof, ein Balkon mit Bewegungsfreiheit und eine halbwegs fähige Bluetooth-Box genügen. Indie sei längst tot, sagten schlaue Menschen mit hartnäckig abgenagten Weisheits-Löffeln unlängst immer wieder. Wirklich? Im Vereinigten Königreich füllen Sam Fender, Sea Girls oder Two Door Cinema Club die großen Hallen, hierzulande spielen Giant Rooks und Leoniden sich die Ärsche wund. Natürlich nur, weil niemand mehr Indie hören mag. Bilbao aus Hamburg existieren gar erst seit 2020 und treten nun auch nicht unbedingt an, um verkopften Prog-Pop zu liefern. Wenn im zappeligen Opener "Ok bye" oder im rhythmisch-intensiven "Hangry" die Schlagstöcke kurz mal freidrehen, ist das bereits das Högschte des Umgestümen.

Klar, es gibt Gitarren, sogar ein paar saftige Riffs. Vordergründig aber sind Bilbao nicht in der Lage, Jogi Löws Frisur durcheinanderzuwuscheln. Sie sind vielmehr gekommen, um unsere Beine in Wallung zu bringen. Und das ist nach Jahren des pendemischen Stillstandes doch eine feine Sache. Und: Das häufig abgegriffene Zeugnis "Sommeralbum" taugt manchmal eben auch als Kompliment. Und so vereint das Debüt "Shake well" vorab bekannte und der bereits beachtlichen Fanschar ans Herz gewachsene, aber auch neue Stücke. Dabei ist der Indie-Sound der Hansestädter vor allem eines: handwerklich ziemlich gut gemacht. Beispiel gefällig? "Wild at heart" legt schnell einen infektiösen Takt ins Fundament, bugsiert sich selbst spielend leicht zum hymnischen Refrain-Finale und bringt dabei die elektrische Gitarre auch mal ungeschliffen in Position. Der äußerst tanzbare Indie-Hit "Get up!", mit kleinem aber feinen Lick bestückt, dürfte mittlerweile auch einigen über den Weg gehopst sein.

Funky und mit bemerkenswertem Bass-Groove taucht "Mojito" in die feuchtfröhliche, fortgeschrittene Nacht ein. Ein Song wie ein schneller kühler Drink: Macht kurzweilig Spaß, muss im Sinne der Katervermeidung aber auch nicht nachhaltiger als nötig sein. Das Muster des feinen "Parasols" ist etwas tiefgründiger, atmosphärischer schraffiert, besticht durch einen coolen Gitarren-Part. Namedropping? Obligatorisch. Bedienen Sie sich einfach in der Referenzliste. Wenig überraschend sollte "Shake well" als tanzbares Indie-Paket also für viele ein bisschen was parat haben. Sogar überraschend Erwachsenes: Dem tollen und atmosphärischen Summertime-Sadness-Stück "Slow it down" leiht die Berliner Künstlerin Thala ihre wunderbare Stimme. Ein letzter platter Vergleich mit der Sonne gefällig? "Shake well" ist eine absolut runde Sache.

(Eric Meyer)

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Highlights

  • Get up!
  • Parasols
  • Wild at heart
  • Slow it down

Tracklist

  1. Ok bye
  2. Get up!
  3. Mojito
  4. Parasols
  5. Wild at heart
  6. Pizza boxes
  7. Slow it down
  8. Pumpkin
  9. Hangry
  10. Right above your open eyes

Gesamtspielzeit: 32:19 min.

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User Beitrag

Konsul

Postings: 152

Registriert seit 06.04.2022

2022-07-04 19:45:14 Uhr
Schönes Album. 7/10 gehe ich mit.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 22899

Registriert seit 08.01.2012

2022-07-04 19:31:26 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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