Dream Theater - Train of thought

Dream Theater- Train of thought

Elektra / Warner
VÖ: 10.11.2003

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Zugvögel

Vor nicht ganz zwei Jahren erklärten wir an dieser Stelle, daß Dream Theater neue Härtegrade im Prog-Metal ausloteten. In der Tat war "Six degrees of inner turbulence" das bis dato heftigste Werk aus dem Oeuvre der New Yorker. Und jetzt kommen Mike Portnoy und John Petrucci daher und verkünden vollmundig, daß das neue Album "Train of thought" nochmals einen Zahn zulegen soll? Kann das sein?

Es kann. Der Opener "As I am" bewegt sich noch in gewohnten Härtegraden, doch dann bricht ein Gewitter über dem Hörer los. Bezeichnenderweise als inoffizieller Nachfolger von "The glass prison" gedacht, fegt "This dying soul" im ICE-Tempo aus den Boxen. In der Hauptvorstellung des Traumtheaters wird es von nun an laut, sehr laut. Doch wer meint, Dream Theater würden dabei die Vorsilbe "Prog" vergessen, sieht sich getäuscht. Wieder und wieder ertappt man sich dabei, ungläubig Richtung Stereoanlage zu schielen, nicht imstande zu glauben, was dort gerade passiert. Die Instrumentalisten scheinen völlig entfesselt, und selbst Sänger James LaBrie, auf den letzten Alben eher Schwachpunkt des Fünfers, kann dank passender Melodien mithalten.

Zwischenstop. Verschnaufpause. Einen winzigen Moment, nämlich für Dream Theater-Verhältnisse lächerlich kurze drei Minuten, hat man Gelegenheit, sich bei der Ballade "Vacant" wieder zu sammeln. Doch dann wird es Zeit, den Unterkiefer wieder in Richtung Erdboden zu schicken, denn das elfminütige Instrumental "Stream of consciousness" ist der erste legitime Nachfolger des Meisterwerks "The ytse jam" vom Debütalbum. Der Fachmann staunt ob dieser Mischung aus Virtuosität und Härte, und der Nachwuchsmusiker verbrennt sein Instrument.

Gibt es denn keine Schwachpunkte, keine Störung im Fahrplan des Gedankenzugs? Doch: Keyboarder Jordan "Yes" Rudess kommt deutlich zu kurz, und die dichte Atmosphäre mancher vergangener Alben scheint passé. Wer "Falling into infinity" für das beste Dream Theater-Werk hält, wird sich von "Train of thought" mit Grausen abwenden. Für alle anderen, die den erneuten Stilumschwung der New Yorker mittragen wollen, ist das Album hingegen ein Pflichtkauf.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • This dying soul
  • Stream of consciousness

Tracklist

  1. As I am
  2. This dying soul
  3. Endless sacrifice
  4. Honor thy father
  5. Vacant
  6. Stream of consciousness
  7. In the name of God

Gesamtspielzeit: 69:19 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Traum-Helge
2010-11-28 18:30:12 Uhr
@berserker: leider neige ich immer mehr dazu, dir bzgl. der letzten 3 Alben recht zu geben.

Technisch perfekte, leider immer häufiger am Reissbrett und seelenlos komponierte Musik...
DER BERSERKER!!!!!!!!!!
2010-10-11 02:09:12 Uhr
dream theater fans sind echt fasizinierend . wie kann man diesen sterilen und perfekten gedudel auch nur länger als 20 min zuhören
Der verträumte Helge
2010-08-24 23:39:32 Uhr
Jede DT-Album Wertung unter 8 Punkten deutet auf musikalisches Unverständnis hin.

Nicht, weil DT nicht auch für ihre Verhältnisse mittelprächtige Songs hatten, sondern weil wir hier in einer micktigen 10 Punkten-Skala werten, in der auch für Britney und Tokio Hotel Punkte vergeben werden - und die nicht im negativen Bereich liegen !!!
Bonzo
2008-03-23 04:39:28 Uhr
Stream Of Conciousness = GOTT.
BadHairDay
2005-03-24 17:18:22 Uhr
die neue petrucci-scheibe ist auch sehr nett geworden, man kannte ja viele nummern schon von diversen fanclub-cds und auftritten...
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