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Miley Cyrus - Attention: Miley live

Miley Cyrus- Attention: Miley live

Smiley Miley / Columbia
VÖ: 01.04.2022

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Bitte unbedingt beachten

"Attention / Attention / I need attention", greint Miley Cyrus im vorspannartigen Titelsong ihres zweiten Live-Albums wie sonst nur ein verzweifelter Sachse auf Christbaumkaufmission am 24. Dezember. Dabei ist der inzwischen 29-jährigen Ex-Disney-Teenie-Ikone und Ex-Abrissbirnenreiterin doch bereits mehr als ihr halbes Leben lang die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit gewiss. Cyrus' ebenso spielerischer wie eigenwilliger Umgang mit Imagewechseln, Genregrenzen und Identitäten, der an Madonna oder gar David Bowie erinnert, wurde oft kritisiert und belächelt, mittlerweile erreicht ihre Credibility im Feuilleton jedoch fast die Kragenweite von Taylor Swifts Cardigan, und auch hier bei Plattentests.de stieß das aktuelle Studioalbum "Plastic hearts" auf durchaus wohlwollende Ohren.

Von den Tracks des ersten Live-Albums "Best of both worlds concert" von 2008, das seinerzeit noch zumindest teilweise die Kunstfigur Hannah Montana als Interpretin geführt hatte, schafft es keiner auf "Attention: Miley live". Dennoch ist die großteils auf Basis von Fanwünschen zusammengestellte Setlist des im Februar in Los Angeles aufgenommenen Konzerts ein wilder Ritt durch Miley Cyrus' musikalische Biografie und enthält Songs aus sechs ihrer sieben Studioalben. Unberücksichtig bleibt die etwas zu gediegene Countryplatte "Younger now", dafür frönt Cyrus ausführlich ihrer Leidenschaft für Coverversionen und schmettert gut gelaunt und voller Respekt für die jeweiligen Originale ganze sieben fremde Songs.

Der sehr gelungene Quasi-Opener "We can't stop", seinerzeit die erste Single von "Bangers", übertrumpft die Studioversion dank des rockigen Bandsounds und Cyrus' gereifter Stimme mit Leichtigkeit und baut en passant noch einen kurzen Karaoke-Abstecher zu "Where is my mind?" ein. Sogar noch besser klingt das Live-Arrangement von "Plastic hearts" mit seinen prominenten Big-Band-Trompeten und an "Sympathy for the devil" erinnernden Beats. Die kardiologischen Materialstudien setzen sich direkt fort mit einer stürmisch-selbstbewussten Version von Blondies "Heart of glass". Leider folgt auf diesen grandiosen Auftakt die schwächste Phase des Albums: In den hiphoplastigeren Tracks wie "SMS (Bangerz)" oder "23" mit ihrem stilistisch wie textlich eher gewollten als gekonnten Sprechgesang können weder Mileys Stimme, noch die Band wirklich glänzen.

In der zweiten, nahezu füllerlosen Hälfte ziehen Cyrus und Band jedoch noch einmal alle Register ihres Könnens, sowohl bei den eigenen Songs, als auch bei den Coverversionen: "Jolene" mutiert zum Southern-Rock-Hit, der neue Song "You" ist eine gefühlige Soulballade, die hervorragend zu Mileys kehlig-rauem Timbre passt, und das mitreißende Mashup "Edge of midnight" reißt mit seinem fiebrigen Achtziger-Dance-Rock-Sound à la The Weeknd komplett die Bude ein. Spätestens, wenn dann in der Zugabe beim Liebeskummermedley noch "Wrecking ball" wie natürlich in "Nothing compares 2 u" übergeht, bleibt nur eines zu konstatieren: Miley, Du hast unsere volle Aufmerksamkeit.

(Michael Albl)

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Highlights

  • Plastic hearts
  • Heart of glass
  • You
  • Edge of midnight (Midnight sky remix)

Tracklist

  1. Attention
  2. We can't stop x Where is my mind?
  3. Plastic hearts
  4. Heart of glass
  5. 4x4
  6. (SMS) Bangerz
  7. Dooo it!
  8. 23
  9. Never be me
  10. Maybe
  11. 7 things
  12. Bang bang x See you again
  13. Jolene
  14. High
  15. You
  16. Like a prayer
  17. Edge of midnight (Midnight sky remix)
  18. The climb
  19. Wrecking ball x Nothing compares 2 u
  20. Party in the USA

Gesamtspielzeit: 82:12 min.

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User Beitrag

Autotomate

Postings: 4382

Registriert seit 25.10.2014

2022-04-20 22:09:56 Uhr
"Attention / Attention / I need attention", greint Miley Cyrus im vorspannartigen Titelsong ihres zweiten Live-Albums wie sonst nur ein verzweifelter Sachse auf Christbaumkaufmission am 24. Dezember.

"Ä Tännschen / ä Tännschen / I need ä Tännschen"... Das wird sich kaum noch anders hören lassen :D

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 28108

Registriert seit 07.06.2013

2022-04-20 21:20:23 Uhr
Schöne Rezi.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 22687

Registriert seit 08.01.2012

2022-04-20 21:01:07 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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