The Nervous Return - Headshots

The Nervous Return- Headshots

Psychic Noise / Nois-O-Lution / Indigo
VÖ: 15.09.2003

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Kopfmus

Schroff geschrubbt. Taumelnd gerockt. Euphorisch gegrölt. Überdreht gesäuselt. So fahren einem die Postpunk-Knallerbsen von The Nervous Return mit angemessen nervösen Ohrwürmern über die Füße. Der Bandname verpflichtet eben. Irgendwo im Spannungsfeld zwischen Wave, Punk, Reggae, Glam und Funk köcheln die vier Südkalifornier für "Headshots" ein gepfeffertes Süppchen zusammen. Da muß man seinen Löffel auch schon mal ordentlich festhalten, damit er einem von Krachern wie "Radiate" oder "Destroy the rocker" nicht aus der Hand gerissen wird.

Das sind Popsongs für Leute, die sich nicht zwischen Zynismus und Sarkasmus entscheiden wollen. "Wake up dead" nörgelt sich an messerscharfen Riffs vorbei, "Old speaker wire" fummelt unruhig mit dem Feuerzeug, und "A killa" sympathisiert mit Messerstechern. To hell with good intentions. Die Zwangsjacke zwickt, die Fieberkurve steigt, und der Doktor diagnostiziert manische Hyperaktivität. Schließlich flötet "All alone" mit augenzwinkernden Grüßen aus der Gummizelle ins Scheppern hinein: "And the girls will leave you all alone / When the money disappears." Bewerft den Schmerz mit Taschentüchern, bis er blutet.

All das ist meist knapp vor grandios, aber The Nervous Return haben einen sowieso spätestens seit dem arschkalten Opener "Murder weapon" und dem sonnigen Kotzbrocken "Dramahead" bei den Eiern. So kratzbürstig wie hier die Melodien herausgehauen werden, so nonchalant man hier die Riffs sich überschlagen läßt, tanzen einem gleich wieder die guten, alten Pixies, Fugazi, die Gang Of Four oder XTC auf den Nerven herum. Das macht derart Spaß, daß man glatt darüber hinwegsieht, wie sehr das hier eigentlich nur ziemlich cleveres Recycling ist. Und das nicht allein, weil "Headshots" vor Jahresfrist schon in minimaler Abwandlung unter einem ganz anderen Bandnamen herauskam. Wiederaufarbeitung mit Schmackes. Now Wave sagt man wohl dazu. Whatever. Hauptsache, es rockt.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Murder weapon
  • Dramahead
  • Old speaker wire
  • Radiate

Tracklist

  1. Murder weapon
  2. Dramahead
  3. It's not enough
  4. Move
  5. Ooohh!
  6. Destroy the rocker
  7. Old speaker wire
  8. A killa
  9. Radiate
  10. Wake up dead
  11. All alone

Gesamtspielzeit: 36:09 min.