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Calexico - El Mirador

Calexico- El Mirador

City Slang / Rough Trade
VÖ: 08.04.2022

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Grenzenlos

Zuletzt machten sie mit "Years to burn", der zweiten Kollaboration mit Iron & Wine, und dem weihnachtlich angehauchten "Seasonal shift" von sich reden. Wenngleich sie auch auf "El Mirador" wieder zahlreiche Gäste unter dem gemeinsamen künstlerischen Dach vereinen, melden sich Calexico mit einem eigenständigen Werk zurück: Studioalbum Nummer elf ist auf knapp 40 Minuten Calexico pur. Eine furiose Reise durch ein nicht nur musikalisches Grenzgebiet, das nach den Vorstellungen eines Ex-Präsidenten der Vereinigten Staaten von einer gigantischen Mauer durchzogen sein sollte.

Was würde der wohl beispielsweise zu "The el burro song" sagen, einer rasenden Feier des Lebens, einer nach dem ersten Höreindruck leidenschaftlichen Ode an die Unbeschwertheit, mit der die zweite Hälfte von "El Mirador" eingeläutet wird? Nun, es würde ihn wohl überfordern, wie so vieles. Calexico jedenfalls halten sich seit ihrer Gründung 1996 in einem kulturellen Umfeld auf, dessen verschiedenste Einflüsse sie zu einem ganz und gar wunderbaren Klanguniversum verschmelzen. Joey Burns und John Convertino haben sich nie Grenzen gesetzt in ihrer Kreativität und ihrer Hinwendung zu Gästen, die noch jede Veröffentlichung bereichert haben. Und bevor "The el burro song" mit all seinen Beteiligten steil geht, breiten Calexico einmal mehr unnachahmlich ihre Kunst vor der Zuhörerschaft aus.

Gleich zum Auftakt im Titelstück steigt eine Fanfare empor, und nur kurze Zeit später ist man wieder mittendrin in dieser atmosphärischen Klangwelt, für die Calexico mit jedem Ton ihres Schaffens stehen. "Cumbia peninsula" lockt raus vor die Tür, "Then you might see" begeistert mit glanzvoller Instrumentierung, zu der auch Sergio Mendoza am Bass beiträgt. In seinem Studio in Tucson übrigens sind die zwölf Stücke eingespielt worden. Später in "El Paso" tönen die Trompeten von Jacob Valenzuela und Rick Peron, und es wird uneingeschränkt deutlich, welch Vorzug es ist, musikalisch versierte Freunde zu haben. Fast schon logisch, dass auch Sam Beam von Iron & Wine kurz vorbeischaut: In "Harness the wind" hinterlässt er seine Spuren auf dem Album.

Calexico funktionieren übrigens immer noch rein instrumental, wie "Turquoise" nachhaltig beweist. Ein solches Stück wäre zum Beispiel hervorragend zur Untermalung einer Serie wie "Homeland" geeignet, wenn die Protagonistin Carrie Mathison mal wieder auf sich alleine gestellt Entscheidungen treffen muss. Das rein Instrumentale bleibt indes die Ausnahme – zum Glück, denn Burns stellt mit seiner Stimme ein unverzichtbares Element der Formation dar. Wie gut er ist, hört man beispielsweise auf "Constellation", das seine ganze Klasse stimmig herausschält. Es nötigt erneut Respekt ab, mit welcher Beständigkeit Calexico scheinbar mühelos ihre Grenzgänge bestreiten und das Beste aus verschiedenen Welten zu einem großen Ganzen zusammenmischen. Und das könnte keine Mauer stoppen.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights

  • Cumbia peninsula
  • Then you might see
  • Constellation

Tracklist

  1. El Mirador
  2. Harness the wind
  3. Cumbia peninsula
  4. Then you might see
  5. Cumbia del polvo
  6. El Paso
  7. The el burro song
  8. Liberada
  9. Turquoise
  10. Constellation
  11. Rancho azul
  12. Caldera

Gesamtspielzeit: 39:56 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 28109

Registriert seit 07.06.2013

2022-04-22 08:56:01 Uhr
Sobald hier erstmals mehr als 25 Grad sind, wir das Ding richtig zelebriert.

Sick

Postings: 217

Registriert seit 14.06.2013

2022-04-22 03:10:30 Uhr
Bestes Album seit langer Zeit. Hatte ich nicht mit gerechnet...

kingsuede

Postings: 2812

Registriert seit 15.05.2013

2022-04-12 18:43:17 Uhr
Stimmt schon, das spanische/mexikanische ist schon dominanter als auf den vorherigen Alben.

Der Untergeher

User und News-Scout

Postings: 1757

Registriert seit 04.12.2015

2022-04-12 16:27:25 Uhr
Alles sehr by the numbers, aber auf hohem Niveau, keine Frage. Wirkt auf mich sehr geschlossen und stimmig aufs erste Ohr. Wie substantiell das Songwriting ist, wird sich erst mit mehrmaligem Hören zeigen. Könnte ihr bestes seit Algiers sein.

Mag auf jeden Fall den ausgeprägteren Tejano-Sound.

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 28109

Registriert seit 07.06.2013

2022-04-12 15:42:30 Uhr
Finde das Album klingt (wie sein Titel) deutlich mehr "latino" als die meisten Calexico-Alben. Meist war immer ein Song pro Album so wie hier weite Teile...
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