Listen



Banner, 120 x 600, mit Claim


Falco - The sound of Musik

Falco- The sound of Musik

Ariola / Sony
VÖ: 04.02.2022

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Because er hatte Flair

Der erste und wohl größte österreichische Popstar aller Zeiten kam bereits 1998 (diese Zeilen entstehen genau an seinem 24. Todestag) bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Seither erschien eine Vielzahl von Zusammenstellungen der Songs von Johann "Hans" Hölzel a.k.a. Falco. Die neueste mit dem Titel "The sound of Musik" versammelt nun erstmals die ganz großen und auch einige kleinere Hits in chronologischer Reihenfolge. Eine solche biografische Herangehensweise bietet im besten Falle faszinierende Einblicke in die kreative Weiterentwicklung von Künstlerinnen und Künstlern über viele Jahre hinweg, man denke nur an die rote und die blaue Hitsammlung von den Beatles oder im deutschsprachigen Kontext an Tocotronics Werkschau "Sag alles ab – The best of 1994 - 2020".

Falcos heller Stern am Pophimmel war zum Zeitpunkt seines Todes jedoch bereits seit über einem Jahrzehnt mehr oder weniger vollkommen verglüht, sodass die Tracks im letzten Drittel von "The sound of Musik" fast schon schmerzvoll einen wiederholt scheiternden Musiker auf der Suche nach dem nächsten Hit dokumentieren. Aber von vorn: Noch vor Veröffentlichung des Debütalbums "Einzelhaft" im Jahr 1982 stürmte die Single "Der Kommissar" in Österreich und Deutschland die Hitparaden und enthielt bereits alles, was den Erfolg und die Einzigartigkeit Falcos ausmachen sollte. Die scheinbar mühelose Kombination von Pop, Funk und Rap sowie eingängigen Refrains war für deutschsprachige Künstler zu diesem Zeitpunkt völlig neu. Auch textlich ging Falco neue Wege und verknüpfte wie selbstverständlich Hochdeutsch, Dialekt und englischsprachige Passagen zu einem lässigen Flow. Fast noch stärker als "Der Kommissar" ist jedoch der auch an Lou Reed erinnernde, unterkühlte Drogenabgesang "Ganz Wien". Insgesamt finden sogar vier Tracks von Falcos Debüt und wohl bestem Album ihren Weg auf diese Kompilation.

Auf den Gipfel des kommerziellen Erfolges brachte Falco schließlich die Zusammenarbeit mit dem niederländischen Produzentenduo Bolland & Bolland für das Album "Falco 3". Die wuchtig pompöse Über-Single "Rock me Amadeus" schaffte es als bisher einziger (großteils) deutschsprachiger Song an die Spitze sowohl der britischen, als auch der US-amerikanischen Charts. Der größte Erfolg für Falco in den deutschsprachigen Ländern sollte jedoch seine erste Ballade "Jeanny" werden, eine bis heute faszinierender Fiebertraum zwischen Kitsch und Wahnsinn, dessen ambivalente Ich-Erzählung aus der Perspektive eines potenziellen Mädchenmörders seinerzeit für Boykott- und Zensuraufrufe gesorgt hatte. Vom überproduzierten Nachfolgeralbum "Emotional" glänzen der Soul-Schmäh des Titelsongs und vor allem "The sound of Musik", das politische Kritik mit einer funky Ode auf die völkerverbindende Kraft der Musik kombiniert. Ebenso unverständliche wie nibelungentreue Chronistenpflicht muss wohl die Motivation dafür gewesen sein, dass leider auch von allen weiteren, allesamt misslungenen Alben Falcos jeweils mindestens ein Lied in dieser Sammlung vertreten ist – dennoch ist "The sound of Musik" im Wust der zahllosen Kompilationen wohl die beste Einführung ins Gesamtwerk Falcos.

(Michael Albl)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen bei Amazon / JPC

Highlights

  • Ganz Wien
  • Rock me Amadeus
  • Jeanny
  • The Sound of Musik (Single edit)

Tracklist

  1. Ganz Wien
  2. Der Kommissar
  3. Maschine brennt
  4. Auf der Flucht
  5. Junge Römer (Single edit)
  6. Rock me Amadeus
  7. Vienna calling
  8. Jeanny
  9. Coming home (Jeanny part 2, ein Jahr danach)
  10. The Sound of Musik (Single edit)
  11. Emotional
  12. Body next to body (Radio version)
  13. Wiener Blut
  14. Data de groove (Full length version)
  15. Titanic
  16. Egoist (Remix)
  17. Out of the dark
  18. Rock me Amadeus (Extended Canadian/American 2022 re-edit)

Gesamtspielzeit: 78:05 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread

Um Nachrichten zu posten, musst Du Dich hier einloggen.

Du bist noch nicht registriert? Das kannst Du hier schnell erledigen. Oder noch einfacher:

Du kannst auch hier eine Nachricht erfassen und erhältst dann in einem weiteren Schritt direkt die Möglichkeit, Dich zu registrieren.
Benutzername:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

oldschool

Postings: 485

Registriert seit 27.04.2015

2022-02-09 21:42:05 Uhr
Diese chronologische und recht offensichtliche Hitsammlung ist nun wirklich nichts, worauf man gewartet hat. Ist ja nicht so, als ob das Album das erste seiner Art wäre...

octoberswimmer

Postings: 17

Registriert seit 20.01.2022

2022-02-09 20:07:00 Uhr
War sehr knapp zwischen den jungen Römern und dem Sound der Musik.

Bernd

Postings: 1001

Registriert seit 07.07.2020

2022-02-09 20:06:13 Uhr
Es ging wohl eher um das Debüt.

Mr. Orange

User und News-Scout

Postings: 2243

Registriert seit 04.02.2015

2022-02-09 20:05:07 Uhr
ToniDoppelpack
Diesen Post melden
09.02.2022 - 19:47

Wie kann denn Junge Römer nicht bei den Highlights sein…?

Armin
Diesen Post melden
09.02.2022 - 20:02

Danke für den Hinweis, ist korrigiert.


Bei mir wird es weiterhin nicht bei den Highlights angezeigt.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 22687

Registriert seit 08.01.2012

2022-02-09 20:02:57 Uhr
Danke für den Hinweis, ist korrigiert.
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum Du diesen Post melden möchtest.

Bestellen bei Amazon

Threads im Plattentests.de-Forum

Anhören bei Spotify