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Lars Bygdén - One last time for love

Lars Bygdén- One last time for love

Massproduktion / Cargo
VÖ: 28.01.2022

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Schmerzhaft schön

Der Schwede Lars Bygdén steckte mitten im Entstehungsprozess eines Albums, als sich der Gesundheitszustand seiner Ehefrau verschlechterte. Die Diagnose: Krebs. Die Aussichten: finster. Während sie gemeinsam die Situation irgendwie zu meistern versuchten, ging es mühevoll weiter mit "Dark companion", das zum Zeitpunkt der Veröffentlichung im Jahr 2018 schließlich eine unwiderrufliche Botschaft musikalisch verarbeitete: Seine Frau war tot. Bygdén und die Kinder mussten fortan alleine, ohne die Ehefrau und Mutter, durchs Leben gehen. Über drei schwierige Jahre später legt der Singer-Songwriter nach: "One last time for love" gerät zum Rückblick, zur Trauerbewältigung und zum zaghaften Ertasten neuer Wege. Und das auf schmerzhaft-schöne Weise.

Bygdén, 1973 in Sundsvall geboren, öffnet mit "A bird and a star" den Vorhang zu seinem Seelenleben. "There's a light at the end of the corridor" deutet zaghaft Hoffnung an, doch ist die Lücke, die sich vor ihm auftut, noch immer übergroß. Auch in "Born again" rückt sein persönliches Empfinden der Situation in den Mittelpunkt: "My life never ends / I am born, born again." Eine kraftvolle Feststellung, die in höchster Intensität vorgetragen wird. In "Forward" blickt er sehnsuchtsvoll zum Himmel hoch. "The sky is all clear / Wait for me there", singt er da, "You are the moon / Oh look at that moon", um zu erkennen: "We are all alone again." Kaum hat man sich auf die besinnliche Tonlage eingelassen, reißt das Zwischenstück "Back" alles ruppig ein. Und Bygdén bespielt nun eine vielfältige Klaviatur seines Könnens. Fast beschwingt kommt das herausragende "Into the light" daher. "When it's all over / And the future has begun / Our lives go on so quietly / In the shadow of the moon" – diese Zeilen hinterlassen bei allem musikalischen Schwung aber auch einen mächtigen Kloß im Hals.

Immer wieder sind in den Texten Spuren der Erinnerung, Momente der Trauer, Einblicke in Bygdéns Seelenlage zu finden. "One last time for love", das Titelstück, unterstreicht seine Ratlosigkeit über das Schicksal, das ihm das Erlebte unbarmherzig vor die Füße geworfen hat: "Maybe the beauty / Lies in the pain / Just keep moving / There is no plan." Und dann sind da ja noch die Kinder, denen er in "Under the bean tree" eine musikalische Brücke zur Mutter baut. "Your little son is the sweetest one / He looks just like you" und "Your little girl the kindest in the world / Through her your heart remains": So betrachtet er durch die Augen des liebenden Vaters seinen Nachwuchs in einem wunderbaren Song, stilvoll von Emma Ahlberg-Ek auf der Violine begleitet. "Fall into the night" liefert dann kurz vor Schluss noch wahre Gänsehautmomente auf einem Album, das alle Zeit und Konzentration der Welt verdient hat.

Lars Bygdén hat seiner verstorbenen Ehefrau ein musikalisches Denkmal gesetzt. Er hat all seinen Schmerz, all seine Trauer, all seine Emotionen in Stücke von erhabener Schönheit gegossen und die Zuhörerschaft mit einem ungemein intensiven Album beschenkt. Ein wahrhaft großer Sänger und noch größerer Songschreiber, der uns auf ganz besondere Weise teilhaben lässt an seinem Schicksal und dabei doch immer wieder Spuren der Hoffnung auslegt, denen zu folgen ihm gewiss alles andere als leicht fällt. Wünschen wir uns noch möglichst viel Musik aus seiner Feder und ihm und seinen Kindern alle denkbare Kraft, um das Leben auch weiterhin zu meistern.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights

  • Born again
  • Into the light
  • Fall into the night

Tracklist

  1. A bird and a star
  2. Born again
  3. Forward
  4. Back
  5. Into the light
  6. One last time for love
  7. Under the bean tree
  8. Fall into the night
  9. Amnezia

Gesamtspielzeit: 42:54 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

kopfhörer

Postings: 17

Registriert seit 08.01.2014

2022-06-25 15:46:47 Uhr
Ok, danke für die schnelle Antwort 👍

Pepe

Postings: 441

Registriert seit 14.06.2013

2022-06-25 11:25:47 Uhr
Ich finde die Platte auch sehr schwach. Mich konnte kaum ein Song überzeugen.

Sehe ich genauso. Überhaupt kein Vergleich zu guten Alben der beiden Landsleute Christian Kjellvander oder Kristofer Åström, die in den Referenzen auftauchen und mich zum Hören veranlasst haben.

Obrac

Postings: 2217

Registriert seit 13.06.2013

2022-06-25 10:31:49 Uhr
Ich finde die Platte auch sehr schwach. Mich konnte kaum ein Song überzeugen. Nur "Foward" fand ich jut.

Unangemeldeter

Postings: 1328

Registriert seit 15.06.2014

2022-06-25 09:24:54 Uhr
Meh, ich muss leider sagen dass ich das vor dem Kauf doch mal ganz hätte durchhören sollen, kann mich leider auf Albumlänge nicht überzeugen - bzw. hat es einfach im Mittelteil zu viele schwache Songs. Einige Lieder finde ich prima, andere nerven mich aber richtiggehend (Into the Light! Fürchterlicher Song). Für mich vielleicht 5-6/10.

kopfhörer

Postings: 17

Registriert seit 08.01.2014

2022-06-25 01:33:03 Uhr
@Unangemeldeter: Wie findest Du das Album? Ich wollte ja auch zuschlagen, habs dann aber irgendwie verrammelt.
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