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The Reds, Pinks And Purples - Summer at Land's End

The Reds, Pinks And Purples- Summer at Land's End

Tough Love / Cargo
VÖ: 04.02.2022

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Ein alter Freund

Ob es wohl am tiefenentspannten Lifestyle liegt? Oder der Musikhistorie, die quasi an jeder Ecke zu spüren ist? So ganz genau wird man das Fleiß-Geheimnis von Glenn Donaldson wohl nie ergründen können. Eine schier unendliche Quelle der Inspirationen inmitten seines heimischen Richmond District der kalifornischen Metropole San Francisco ist hier ganz klar "the gift that keeps on giving". Wo andernorts halbe Jahrzehnte und mehr ohne frischen musikalischen Output vergehen, schickt der kalifornische Songwriter seine Hörer*innen mit dem Musikprojekt The Reds, Pinks And Purples auf "Summer at Land's End" bereits zum vierten Mal in vier Jahren auf die Reise über den Teich. Dabei stehen, wie auch schon zuletzt auf dem tollen 2021er Werk "Uncommon weather", auch dieses Mal keineswegs die heißesten Foto-Spots der Golden Gate Bridge im Fokus, sondern eben das stinknormale Leben der Stadt mit all ihren Träumen, (gescheiterten) Existenzen und der Suche nach fernen, kaum erreichbaren Zielen.

Thematisch und größtenteils auch musikalisch bewegt sich Donaldson dementsprechend in mittlerweile bekannten Fahrwassern; auf die ganz große Zäsur wird verzichtet. Macht ja bei einem Musiker seiner Klasse, der diese besondere sommerlich-verträumte Stimmung nahezu perfekt einfangen kann, auch grundsätzlich erstmal wenig. Nur: Auf "Summer at Land's End" schleichen sich besonders in der zweiten Albumhälfte einige Längen und Abnutzungserscheinungen ein. "Pour the light in" beispielsweise ist instrumental flott unterwegs und bettet Donaldsons Momentaufnahmen wie "The breeze is blowing / Through which the air becomes clear / Without love, the rest is sorrow" gewohnt wohlig und gekonnt ein. Jedoch will die gewohnte Magie einfach nicht so recht aufkommen. Allzu routiniert zeigen sich auch "All night we move" oder "Tell me what's real", die zwar hübsch arrangiert sind, aber zu keinem Zeitpunkt wirklich berühren. Nun zelebrieren The Reds, Pinks and Purples schon immer die gelebte Melancholie – und nicht die zwanghafte musikalische Vielfältigkeit – als Kernstück ihres Schaffens. Merkwürdigerweise scheint es hier aber dennoch an einigen Stellen so, als hätte Glenn Donaldson zwischenzeitlich den Autopilot angeworfen.

"Summer at Land's End" bietet auch trotz gelegentlicher Schwächen reichlich Material zum sentimentalen Tagträumen – so, wie man es von Donaldson kennen und lieben gelernt hat. "New light" gefällt mit leicht karibisch angehauchten Ansätzen und einer schwülheißen Atmosphäre, während der Opener "Don't come home too soon" eine wunderschöne Blaupause des eigens geprägten Sounds darstellt. Sanfte Gitarren, eine fragil-schöne Sommerstimmung und behutsame Überlegungen über das Leben prägen einen Track, den man nehmen und nie wieder loslassen möchte. Interessant geraten vor allem auch die rein instrumentalen Zwischenspiele, die das Album durchziehen und hier und da gekonnt den Flow auflockern. Der Titeltrack gönnt sich dabei episch ausschweifende sieben Minuten voller weitläufiger Sounds und Momenten des Innehaltens – die Deutungshoheit gibt Donaldson hier an seine Hörer*innen ab und entwirft einen Raum, der Platz für die persönlichen Narrative und Gedankenwelten bietet. "Dahlias and rain" sowie das abschließende "Never said I was sorry then" sind dagegen deutlich knackiger gehalten – besonders Letzteres gibt sich dabei als herrlicher Closer, der einen genügsamen und hoffnungsvollen Weg in die Zukunft andeutet. In solchen Momenten wird klar, dass Glenn Donaldson nach den intensiven letzten Jahren schon fast wie ein alter Freund ist – ja, der Zauber ist etwas verflogen, aber mit guten Freunden teilt man eben trotzdem immer und immer wieder die schönen und wichtigen Momente des Lebens.

(Hendrik Müller)

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Highlights

  • Don't come home too soon
  • Summer at Land's End
  • Upside down in an empty room

Tracklist

  1. Don't come home too soon
  2. Let's pretend we're not in love
  3. New light
  4. My soul unburdened
  5. Summer at Land's End
  6. Pour the light in
  7. All night we move
  8. Tell me what's real
  9. Upside down in an empty room
  10. Dahlias and rain
  11. I'd rather not go your way
  12. Never said I was sorry then

Gesamtspielzeit: 38:53 min.

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User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 22498

Registriert seit 08.01.2012

2022-01-26 20:55:26 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Gordon Fraser

Postings: 2121

Registriert seit 14.06.2013

2021-11-19 17:34:04 Uhr
1. Never Said I Was Sorry Then
2. Hummingbirds
3. Holiday Cheer
4. Randy If You Were Here
5. Public Fountains
6. Outer Avenues
7. Sea Wall
8. Mountain Lake Park
9. Conservatory of Flowers
10. Like a Ghost Warmed Over
11. Midday Sun

Kommt am 04.02., die Deluxe-Version mit einem zusätzlichen Instrumental-Album. Der Typ ist echt fleißig. :D

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