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Miles Kane - Change the show

Miles Kane- Change the show

BMG / Warner
VÖ: 21.01.2022

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Aus dem Puppenschatten

Als anno 2008 der Hochglanz-Retro-Sound des Albums "The age of the understatement" die Herzen nicht nur der Walker-Brother-Fans im Sturm eroberte, war Miles Kane für viele neben dem Arctic-Monkeys-Frontmann Alex Turner nur "der Andere" von The Last Shadow Puppets. Kanes erstes Soloalbum verbuchte trotz Beiträgen von Turner und auch Noel Gallagher nur mittelmäßigen Erfolg, und auch seine beiden weiteren Platten unter eigenem Namen in den Zehnerjahren ließen selbst genügsame Britrockfans eher kalt. Aus Miles Kane war so etwas wie "der Irrelevante" von The Last Shadow Puppets geworden. 2020 jedoch ließ der Brite als einer der Frontsänger der Supergroup The Jaded Hearts Club noch einmal aufhorchen. Neben Größen wie Matt Bellamy von Muse und Graham Coxon von Blur ließ Kane auf dem Album "You've always been here" ein überraschend mitreißendes Feuerwerk hauptsächlich von Soul-Coverversionen aus den Sechzigerjahren abbrennen, das äußerst gute Laune bereitete.

Miles Kanes viertes Soloalbum "Change the show" folgt nun eben seiner titelgebenden Aufforderung keinesfalls, sondern knüpft vielmehr an den Northern Soul von The Jaded Hearts Club an, was sich als sehr gute Entscheidung erweist. Im loungigen Opener "Tears are falling", der an das deren Fanbase verstörende letzte Album der Arctic Monkeys erinnert, croont als Ich-Erzähler augenzwinkernd ein "Old-school orchestrator / A forgotten cocktail shaker", bevor ein hymnischer Refrain Lust auf die weiteren Stücke des Albums macht. Die treibende Vorabsingle "Don't let it get you down" wartet mit Surf-Gitarre und durchgeknallten Percussions auf und hätte auch vom ebenso coolen wie stilsicheren Fluchtwagenfahrer in Edward Wrights "Baby driver" aufgelegt werden können. Der sehr starke Albumauftakt wird komplettiert von "Nothing's ever gonna be good enough", einem auf einem Pianobeat groovenden Duett mit Corinne Bailey Rae, das an Ike und Tina Turner erinnert und gleichzeitig eine Energie wie Johnny Cashs und June Carters Klassiker "Jackson" transportiert.

Auf der Mittelstrecke geht Miles Kane zwar etwas die Puste aus, was die ganz großen Melodien angeht, dank der dichten Produktion und der nie billig wirkenden Anlehnung an Soul, R'n'B und Pop der Sechzigerjahre ist man als Hörer*in jedoch viel zu sehr damit beschäftigt, über beide Ohren grinsend mitzuwippen, als das dies allzu sehr ins Gewicht fallen würde. Den absoluten Höhepunkt der Platte bilden dann jedoch die gerade einmal zweieinhalb triumphalen Minuten des Titelstücks, das mit seiner Mischung aus Glam-Rock, Funk und Soul auch auf David Bowies "Diamond dogs" einen Platz gefunden hätte. Mit Mitsing-Chören, Bläsersatz und ausnahmsweise sogar kreischenden Gitarren zelebriert Miles Kane in diesem zu Beginn des ersten Lockdowns entstandenen Song die Lust am Eskapismus im Angesicht der eintönig trüben Nachrichtenlage: "Let's change the show / Cause it just don't matter, just don't matter at all." Das Schlussstück "Adios ta-ra ta-ra" badet noch einmal im Motown-Sound, bevor Miles Kane mit der geloopten Zeile "As I go" in den Sonnenuntergang zu grooven scheint. In dieser Form darf er jederzeit gerne wiederkommen.

(Michael Albl)

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Highlights

  • Tears are falling
  • Nothing's ever gonna be good enough (feat. Corinne Bailey Rae)
  • Change the show

Tracklist

  1. Tears are falling
  2. Don't let it get you down
  3. Nothing's ever gonna be good enough (feat. Corinne Bailey Rae)
  4. See ya when I see ya
  5. Never get tired of dancing
  6. Tell me what you're feeling
  7. Coming of age
  8. Change the show
  9. Constantly
  10. Caroline
  11. Adios ta-ra ta-ra

Gesamtspielzeit: 36:58 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

ZoranTosic

Postings: 524

Registriert seit 22.04.2020

2022-01-29 13:10:45 Uhr
Überraschend gut. Tears are falling - ein ziemlicher Hit

Dorado

Postings: 44

Registriert seit 14.06.2013

2022-01-22 14:10:46 Uhr
See Ya When I See Ya gehört für mich neben den erwähnten Songs ebenfalls zu den highlights. Bin überrascht dass es in der Rezension garnicht erwähnt wurde.

Dorado

Postings: 44

Registriert seit 14.06.2013

2022-01-22 14:02:58 Uhr
Bin angenehm überrascht. Wirklich nett. Bisher konnte ich mit den Miles Kane Solo Alben nicht viel anfangen.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 22497

Registriert seit 08.01.2012

2022-01-19 20:53:05 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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