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Nick Murphy & The Program - Take in the roses

Nick Murphy & The Program- Take in the roses

Details / BMG
VÖ: 10.12.2021

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Der Name ist Program

Folgt man den Ausführungen Nick Murphys, so stellt seine Musik einen mal mehr, mal weniger direkt formulierten Selbstfindungsprozess dar. Dazu passend wechselt der auch als Chet Faker bekannte Mann mittlerweile stetig zwischen Klar- und Künstlernamen hin und her – ohne jedoch groß hörbar zu machen, was denn nun eigentlich der Unterschied der beiden Aliasse ist, abgesehen davon, dass unter ersterem zusätzlich zu seinem normalen Output in 2020 mit "Music for silence" ein recht schönes Instrumentalalbum erschien. Überhaupt ist die Dichte der Veröffentlichungen mittlerweile beachtlich. 2019 "Run fast sleep naked", im Juli 2021 "Hotel surrender" und nun, keine sechs Monate später, erscheint spontan "Take in the roses".

Der abermalige Namenswechsel ist hierbei auf zwei Dinge zurückzuführen: den Aufnahmeprozess an sich – und die beteiligten Personen daran. Murphy ist dieses Mal nicht allein, sondern versammelt Nick Kinsey, Jake Falby, Tim Lappin und Tim Mislock als The Program um sich. Prägende Figur und Ideengeber der Platte ist neben Murphy dabei jedoch noch jemand anderes: Produzent Dave Harrington, bekannt vor allem für seine großartige Arbeit mit Nicolas Jaar als Darkside. Ein Einfluss, welcher hier deutlich durchscheint. Die genannte, neue Art des Aufnehmens – zum ersten Mal ließ Murphy die Finger vom Computer – konzentriert sich nun darauf, einen möglichst organischen Sound zu schaffen.

Nachdem seine letzten Werke zwar Highlights hatten, sich aber teils auch in ziellosen Elektronikspielereien oder schrägen Texten verloren, präsentiert sich "Take in the roses" nun in einem großartigen Flow. Stimmlich fährt Murphy zwar nicht aus seiner Haut, wenn er teils flüsternd, teils ruhig singend, teils nuschelnd durch die Stücke fährt. Doch es ist das Zusammenspiel der übrigen fünf Musiker, welches für die besondere Atmosphäre sorgt. Ob der sehr reduzierte titelgebende Klavierballaden-Opener, das vorsichtig scheppernde "Hey revolution" oder das dicht vorwärts schwebende "Green eyes": Gerade die erste Hälfte reiht Höhepunkt an Höhepunkt. Mit dem bluesigen "Born in a river", welches die 1970er-Jahre grüßt, zeigt sich, welche gemütliche Hüttenatmosphäre und angenehme Lockerheit das Sextett prägten. Murphy selbst betont, dass vor allem der Spaß bei den Sessions selbst das ist, was diese Aufnahmen für ihn auszeichnet, und aus dieser hörbaren Spielfreude heraus könnte "Take in the roses" sein bisher bestes Werk sein.

(Klaus Porst)

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Highlights

  • Take in the roses
  • Green eyes
  • Born in a river

Tracklist

  1. Take in the roses
  2. Hey revolution
  3. Green eyes
  4. Born in a river
  5. All the things
  6. Things
  7. Feels like coming home
  8. Morning meditation
  9. Get it wrong
  10. Old dog

Gesamtspielzeit: 42:52 min.

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User Beitrag

kingbritt

Postings: 4465

Registriert seit 31.08.2016

2022-01-09 10:12:26 Uhr

. . . passt schon.

Lateralis84skleinerBruder

Postings: 398

Registriert seit 03.03.2019

2022-01-07 22:57:55 Uhr
Zu Zeiten von Built in Glass hatte ich ne recht lange ziemlich heftige Affäre mit Chet Faker.
Danach habe ich ihn aus den Augen verloren. Waren mir alles zu viele Schritte in uninteressante Richtungen.

Aber mit der neuen Scheibe hat er irgendwas bei mir getroffen.
Eine ganz tiefe Produktion. Morning Meditation zieht einen total rein.
Harrington tut dem ganzen Projekt gut. Ich höre so viele Parallelen zu Darkside‘s Spiral

Lateralis84skleinerBruder

Postings: 398

Registriert seit 03.03.2019

2022-01-07 11:56:04 Uhr
Verdientes AdW!
Fängt sehr ruhig und bedächtig an. Kurz nachdem die Furcht aufkommt, es würde so ruhig - weil auf Dauer langweilig - bleiben, wird es dann doch noch abwechslungsreich und tanzbar.

Sehr warme und detailreiche Produktion. Freue mich schon auf einen Durchlauf zu später Stunde und genügend Ruhe...wenn die Kinder einen lassen

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21731

Registriert seit 08.01.2012

2022-01-04 20:01:46 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. "Album der Woche"!

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