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Tom Morello - The atlas underground flood

Tom Morello- The atlas underground flood

Mom + Pop / Bertus
VÖ: 03.12.2021

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Vermischt

Eines muss man Thomas Baptist Morello ja lassen. Über all die Jahre hat sich der Gitarrist sowohl durch seine Musik als auch durch seine politischen Aktivitäten den Status und vermutlich auch die zugehörige Dickfelligkeit erarbeitet, ausschließlich das zu machen, wonach ihm der Sinn steht. Keine Labelvorgaben, keine zwanghaften Anbiederungen an den Massengeschmack. Insofern hat Morello, um das vielleicht einmal klar festzuhalten, jedes erdenkliche Recht, Musik zu produzieren, die so völlig anders ist als in seiner erfolgreichen Zeit mit Audioslave und vor allem Rage Against The Machine. Auch wenn jene auch 30 Jahre nach ihrem Debütalbum immer noch erschreckend aktuell sind, aber das nur am Rande. Wenn der 57-Jährige also Bock darauf hat, mit Künstlern unterschiedlichster Genres eine Platte zu machen, die sich stilistisch weiter als alles andere von dem entfernt, was man üblicherweise mit dem Namen Tom Morello verknüpft, dann ist es eben so.

Das Schöne daran ist: Das ist keine Einbahnstraße. Denn selbstverständlich haben wir alle, Rezensenten wie Fans, das ebensolche Recht darauf, dass uns diese Alben gefallen oder eben nicht. Insofern ist es nur konsequent, dass "The atlas underground fire" bestenfalls ambivalent aufgenommen wurde – und nicht minder folgerichtig, die Ankündigung, mit "The atlas underground flood" nur drei Monate später einen zweiten Teil folgen zu lassen, mit größter Skepsis zu sehen. Doch natürlich soll auch der Nachklapp, der laut Morello selbstverständlich absolut gleichberechtigt neben dem ersten Teil stehen soll, seine faire Chance erhalten. Und mit dem instrumentalen Opener "A radical in the family", für den der niederländische DJ San Holo ein paar schöne Ambient-Teppiche gewebt hat, beginnt die Platte durchaus respektabel.

Direkt danach werden allerdings die gleichen Probleme wie beim Vorgänger offenkundig. "Human" und "Hard times" sind zwar gewohnt harsch formulierte Systemkritik, stehen aber stilistisch so weit auseinander, dass der Fluss der Platte schnell verlorenzugehen droht – es ist bizarrerweise das für sich eher mittelspannende "You'll get yours", welches durch seinen Folk-Touch wieder etwas Struktur einkehren lässt und an Morellos Soloalben unter dem Namen The Nightwatchman erinnert. Was den Harvard-Absolventen allerdings für das folgende "I have seen the way" geritten hat, weiß wohl nur er selbst. "Featuring Alex Lifeson, Kirk Hammett", – an dieser Stelle macht das Herz noch einen kleinen Freudensprung – "and Dr. Fresch." Wait, what? Das Resultat ist zu erwarten. Ein Riff aus dem Baukasten, dazu ein ewig wiederholtes Sample, das bei Ministry hypnotisch wäre, hier aber nur nervt. Viel wichtiger: Was ist denn bitte passiert, dass Prog-Legende Alex Lifeson seinen guten Namen für dieses Machwerk hergibt?

Um ehrlich zu sein, ist danach nicht mehr allzu viel zu retten. "The lost cause" mit den Indie-Rockern Manchester Orchestra besänftigt die zuvor so gequälten Gemüter, während die Post-Punk-Truppe Idles mit "The bachelor" tief in den Assel-Punk-Keller hinabklettert, ansonsten dominiert mehr oder weniger ambitionierter EDM-Bums-Beat unterhalb einigermaßen inspirierter Riffs. Und wie schon bei "The atlas underground fire" hebt Morello eines der Highlights für den Schluss auf. "Warrior spirit" ist eine wunderbare Jam-Session mit dem mexikanischen Gitarren-Duo Rodrigo Y Gabriela, die akustische Flamenco-Klänge mit diesmal sehr dezent eingesetzten Dance-Beats verbindet. Doch abseits dieser positiven Ausnahmen bleibt auch "The atlas underground flood" seltsam uneinheitlich, wirkt eher wie ein schlecht zusammengestückelter Sampler als wie ein schlüssiges Album. Tom Morello möchte erneut viele Stile vereinbaren, möchte über den Tellerrand schauen. Und scheitert damit nicht zum ersten Mal.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • You'll get yours (feat. X Ambassadors)
  • The lost cause (feat. Manchester Orchestra)
  • Warrior spirit (feat. Rodrigo Y Gabriela)

Tracklist

  1. A radical in the family (feat. San Holo)
  2. Human (feat. Barns Courtney)
  3. Hard times (feat. Nathaniel Rateliff, Jim Jones and Chipotle Joe)
  4. You'll get yours (feat. X Ambassadors)
  5. I have seen the way (feat. Alex Lifeson, Kirk Hammett and Dr. Fresch)
  6. The lost cause (feat. Manchester Orchestra)
  7. The maze (feat. Andrew McMahon In The Wilderness)
  8. Ride at dawn (feat. BreakCode)
  9. Raising hell (feat. Ben Harper)
  10. The bachelor (feat. Idles)
  11. Parallels (feat. Jim James)
  12. Warrior spirit (feat. Rodrigo Y Gabriela)

Gesamtspielzeit: 43:10 min.

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User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21731

Registriert seit 08.01.2012

2022-01-04 20:01:14 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21731

Registriert seit 08.01.2012

2021-12-02 18:32:51 Uhr - Newsbeitrag


Tom Morello - Hard Times ft. Nathaniel Rateliff, Jim Jones & Chipotle Joe (Official Music Video)
Am Freitag wird das neue Album „The Atlas Underground Flood“ von Tom Morello veröffentlicht. Heute wurde das Video „Hard Times (feat. Nathaniel Rateliff, Jim Jones & Chipotle Joe)“ veröffentlicht – die Singleauskopplung und nur ein Beispiel für die genreübergreifenden Feature, die auf dem Album zu finden sein werden. U.a. dabei sind: IDLES, X Ambassadors, Manchester Orchestra, Ben Harper uvm.

Das Video ist sowohl politisch als auch sozialkritisch aufgeladen und sendet eine Starke Botschaft aus – es startet mit dem Zitat von Guante: „White supremacy is not the shark – it’s the Water“ und beklagt einige POC, die durch Polizeigewalt in Amerika ums Leben gekommen sind, u.a. Rodney King sowie die aktuellen Fälle von Breonna Taylor und Michael Brown. Als „The Freedom Tribunal“ werden die – bisher unverurteilten – Verdächtigen im Video verurteilt.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21731

Registriert seit 08.01.2012

2021-11-17 20:06:18 Uhr - Newsbeitrag
TOM MORELLO kündigt sein neues Album "The Atlas Underground Flood" für den 03.12.21 an!

"The Atlas Underground Flood" ist die Weiterführung von dem Erfolgsalbum "The Atlas Underground Fire"

Das neue Album kann hier vorbestellt werden





Tom Morello - The Atlas Underground Flood
VÖ: 03.12.21
Label/Vertrieb: Mom+Pop Music/Bertus
Nach der Veröffentlichung seines von der Kritik hochgelobten Albums "The Atlas Underground Fire" im Oktober überraschte der zweifache Grammy-Gewinner Tom Morello seine Fans heute mit der Ankündigung seines neuesten Projekts, einem Album mit dem Titel "The Atlas Underground Flood". Morello hat in jüngsten Interviews ausführlich darüber gesprochen, dass während der Pandemie unzählige Songs in Zusammenarbeit entstanden sind und ein zweites Album fast unvermeidlich schien. Mit einer Reihe von All-Star-Kollaborateuren wie Nathaniel Rateliff, Jim James, IDLES, Ben Harper, Alex Lifeson, Kirk Hammett, X Ambassadors, Barnes Courtney, Manchester Orchestra, Andrew McMahon in the Wilderness und anderen wird Morello auch auf diesen 12 neuen, genreübergreifenden Tracks sein außergewöhnliches Gitarrenspiel unter Beweis stellen.

Morello - Mitbegründer von Rage Against The Machine, Audioslave und Prophets of Rage - wird sein kommendes Album "The Atlas Underground Flood" am 3. Dezember über Mom + Pop Music veröffentlichen. Das Album kann ab sofort HIER vorbestellt werden. Zum Auftakt des Albumstarts hat Morello heute drei neue Tracks veröffentlicht: "Human" featuring Barns Courtney, "Hard Times" featuring Nathaniel Rateliff, Jim Jones und Chipotle Joe und "Raising Hell" featuring Ben Harper.

Über das neue Album sagt Morello: "The Atlas Underground Flood" bringt zu Ende, was "The Atlas Underground Fire" begonnen hat. Fire und Flood sind mein 'London Calling'. Als ich The Clash auf ihrem Höhepunkt bewunderte, wollte ich ein Doppelalbum machen, bei dem die künstlerische Absicht über dem Genre steht. Ich wollte eine zentrale Vision schmieden, um einen furchtlosen, wilden und weitreichenden musikalischen Ehrgeiz mit einer enormen Anzahl von Mitwirkenden zu vereinen. Und natürlich gibt es viele Gitarrensoli."

Die vorgestellten Tracks geben den Fans einen Vorgeschmack auf die Fortsetzung von "The Atlas Underground Fire", das letzten Monat veröffentlicht wurde. Das Rock Cellar Magazine lobte: "The Atlas Underground Fire ist ein äußerst experimentelles und lohnenswertes Album von Tom Morello, dass es ihm erlaubt, sich aus dem Bereich des 'Gitarristen' herauszuwagen und in Kollaborationen mit Gleichgesinnten einzutauchen, um die Grenzen weiter zu verschieben, während er gleichzeitig seinen einzigartigen, vielseitigen Musikkatalog erweitert." Der Rolling Stone Australia lobte das Album als "eine ebenso kraftvolle wie eklektische und monumentale wie abwechslungsreiche Platte", während der NME es als "das definitive Mixtape des zukünftigen Rock & Roll" bezeichnete.

Tom Morello ist weithin bekannt als ein Gitarrist, der Grenzen überschreitet. Im Laufe seiner bemerkenswerten Karriere hat Morello mit jedem zusammengearbeitet, von Wu Tang Clan bis Johnny Cash. Wie schon auf "The Atlas Underground" (2018) und "The Atlas Underground Fire" (2021) kreiert Morello auch auf "The Atlas Underground Flood" nie zuvor gehörte Klänge mit seinen legendären, harten Gitarrenriffs an der Seite hochkarätiger Kollaborateure.

The Atlas Underground Flood Track Listing:
1. A Radical in the Family (feat. San Holo)
2. Human (feat. Barns Courtney)
3. Hard Times (feat. Nathaniel Rateliff, Jim Jones, and Chipotle Joe)
4. You'll Get Yours (feat. X Ambassadors)
5. I Have Seen the Way (feat. Alex Lifeson, Kirk Hammett, and Dr. Fresch)
6. The Lost Cause (feat. Manchester Orchestra)
7. The Maze (feat. Andrew McMahon in the Wilderness)
8. Ride At Dawn (feat. BreakCode)
9. Raising Hell (feat. Ben Harper)
10. The Bachelor (feat. IDLES)
11. Parallels (feat. Jim James)
12. Warrior Spirit (feat. Rodrigo y Gabriela)

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