Dave Matthews - Some devil

Dave Matthews- Some devil

RCA / BMG
VÖ: 03.11.2003

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Selbstfindung

Nach fast anderthalb Jahrzehnten geht der Kopf der Dave Matthews Band zum ersten Mal eigene Wege. Trifft sich mit Phish-Gitarrist Trey Anastasio, Bassist Tony Hall (Bob Dylan, The Neville Brothers, Willie Nelson), Drummer Brady Blade Jr. (Emmylou Harris, Steve Earle, Chris Whitley) und DMB-Aushilfs-Gitarrist Tim Reynolds. Und zwar nicht, wie mit seiner Standard-Clique, in ausverkauften Stadien, sondern zur Abwechslung in einer lauschigen Bar in Seattle. Es ist egal, daß die Bar eigentlich geschlossen hat und als Publikum nur zwei Putzfrauen zur Verfügung stehen. Man spielt um der Musik Willen.

Mit den Worten "Once upon a time..." beginnt die Session. Und bevor der Verdacht aufkommt, es handele sich hier um eine Märchenstunde, beweist Dave einmal mehr sein Talent als Singer/Songwriter: Er erzählt himmelhochjauchzend von vereinten Herzen und zu Tode betrübt von den dunklen Seiten des Lebens. Und davon, daß Mut multipliziert mit Zeit Erkenntnis ergibt. Die Stücke sind zwar wesentlich ruhiger und es fehlt – trotz zarter Streicher, gelegentlicher Saxophon-Einsätze und Rhythmuswechseln – ein wenig die musikalische Vielfältigkeit der Stammtruppe (einzige Überraschung ist die Reggae-inspirierte Nummer "Up and away"). Aber Matthews bleibt unverkennbar, egal, welche Kumpels er im Schlepptau hat.

Zwei Männer torkeln in die Bar. Es sind die Gatten der Putzfrauen. "Wie der Sänger von Coldplay klingt der manchmal! Und diese wunderbaren Schwebegitarren!", lallt der eine und deutet auf die kleine Bühne, während der andere stirnrunzelnd antwortet: "Coldplay? Kenn ich nicht. Aber das hier ist schön!" Dave Matthews hat vielleicht die berührendste Stimme Amerikas: so ein bißchen leidenschaftlich Whiskey-rauh und Angina-näselnd und trotzdem immer klar und intensiv, mit Tremoli und Schlenkern an den richtigen Stellen.

Nach einer Stunde ruft ein gewisser Stephen Harris, der auch schon das letzte Album der Dave Matthews Band produziert hat: "Jungs, ich hab' ein Tape mitlaufen lassen!" Ein deutliches Mitsummen der Putzfrauen ist darauf zu hören. 60 Minuten reichen für die Erkenntnis, daß das mutige Beschreiten von Solo-Pfaden durchaus ratsam ist. Und wenn es nur dazu dient, zu einem Wegweiser zu gelangen, auf dem steht: Ohne die alte Clique ist zwar auch alles ganz nett, aber doch nur halb so gut.

(Ina Simone Mautz)

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Highlights

  • Dodo
  • Gravedigger
  • Stay or leave

Tracklist

  1. Dodo
  2. So damn lucky
  3. Gravedigger
  4. Some devil
  5. Trouble
  6. Grey blue eyes
  7. Save me
  8. Stay or leave
  9. An' another thing
  10. Oh
  11. Baby
  12. Up and away
  13. Too high
  14. Gravedigger (acoustic)

Gesamtspielzeit: 59:21 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Armin
2006-11-17 16:57:04 Uhr
Dave Matthews, der Leader und Frontman der Dave Matthews Band kommt im
Maerz naechsten Jahres für drei Soloshows nach Deutschland es soll ein
`Acoustic Evening´ werden.


Dave Matthews
08.03. Offenbach - Capitol
12.03. Berlin - Columbiahalle
13.03. Koeln - E-Werk
ulmen
2003-09-27 21:31:19 Uhr
veröffentlichung in deutschland laut amazon.de und auch meinem plattenhändler:
3.11.03
freuen leute --- die platte ist anders als mit der DMB (durchaus ruhiger) - aber ein HAMMER!!!
dispatch
2003-09-25 22:13:00 Uhr
@Armin

nein nicht nur in den Staaten, auf der Platte, die ich habe, steht "Printed in EU".
Schade ist's schon, dass man ihn in Europa nicht so kennt und zu sehen bzw. hören bekommt. Some Devil ist wirklich etwas tolles für Sing/Songwriter-Freunde. Dave weiss auch ohne sein "Band" zu überzuegen.
svenja
2003-09-25 00:24:59 Uhr
...sag ich doch :-/.
Armin
2003-09-25 00:20:54 Uhr
Dave Matthews' erste solo platte ist heute erschienen.

Meines Wissens nur in den Staaten. Ein reguläres D-VÖ-Datum ist wohl noch nicht in Sicht.
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