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Bryce Dessner & Aaron Dessner - Cyrano (OST)

Bryce Dessner & Aaron Dessner- Cyrano (OST)

Decca / Universal
VÖ: 10.12.2021

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Sad songs for distant lovers

Im Zentrum des Klassikers "Cyrano de Bergerac" vom französischen Theaterschriftsteller Edmund Rostand steht eine lange Jahre im Geheimen andauernde, ebenso sehnsüchtige wie nicht erwiderte Liebe des körperlich deformierten Titelhelden zu seiner angebeteten Roxane. Hinzu kommt das häufig kopierte, tragische Liebesdreieck: Da Cyrano glaubt, der Geliebten so wenigstens über einen Stellvertreter näher sein zu können, verfasst er für den ebenfalls in Roxane verliebten, schmucken Soldaten Christian betörende Liebesbriefe, die ihr Herz im Sturm erobern.

Game-Of-Thrones-Star Peter Dinklage spielt in der Neuverfilmung des Stoffes die Titelrolle, die hier nicht unter einem riesigen Zinken, sondern unter ihrer geringen Körpergröße leidet, das Skript verfasste seine Frau Erica Schmidt. Und auch musikalisch sind die Familienbande in der Produktion stark ausgeprägt: Die Zwillingsbrüder Bryce und Aaron Dessner von The National schrieben alle Songs, die Texte stammen von ihrem Bandkollegen Matt Berninger und dessen Frau Carin Besser. "Cyrano" ist also sehr nah dran an einem The-National-Musical und dementsprechend hoch ist bei Fans auch die Erwartungshaltung.

Die rein instrumentalen Tracks, die etwa die Hälfte der Spielzeit einnehmen, zeugen von Bryce Dessners Leidenschaft für Minimal Music. So sind wie in seinen zahlreichen Kompositionen für Klavier und Orchester oftmals repetitive rhythmische Muster zu hören, die einen teils hypnotischen Sog entwickeln. Aber wie sieht es nun mit den eigentlichen Songs aus? Laut Regisseur Joe Wright ist "Cyrano" ein Anti-Musical für Leute, die keine Musicals mögen, und damit liegt er an vielen Stellen recht falsch. Ohne eine gewisse Leidenschaft für das Genre sind Lieder wie Haley Bennetts Eröffnungsnummer "Someone to say", das an die oftmals sehnsuchtsvollen Vorstellungsnummern von (angehenden) Disney-Prinzessinnen erinnert, eher schwer zu genießen. Anders als dies in den oft eher kryptisch-abstrakten Lyrics bei The National der Fall ist, sind Berningers Texte hier zwangsläufig größtenteils handlungstragend und verlieren dadurch leider etwas an poetischer Gravitas.

Da fast durchgehend eine melancholische Grundstimmung vorherrscht und musicaluntypisch Ohrwürmer quasi völlig ausbleiben, handelt es sich bei "Cyrano" in Umkehrung von Wrights Einschätzung wohl eher um ein Musical für Leute, die The National mögen. Dinklages Bariton erinnert in seiner Klangfarbe an einen etwas schwachbrüstigeren Berninger und berührt auch gerade wegen der fehlenden Perfektion, besonders auffällig im schmachtenden "Your name". Die insgesamt zwölf Minuten der beiden Teile von "Wherever I fall" mit von leisen "Fernando"-Marschtrommeln untermalten, pathosgeschwängerten Abschiedsgrüßen sterbender Soldaten auf dem Schlachtfeld reizen die Kitschgrenze aus, treiben dann aber doch ein paar Tränchen in die Augen. Als Abspannmusik für diesen etwas holprigen, aber durchaus sehr spannenden Musical-Ritt gibt es dann noch Berninger selbst zu hören: "Somebody desperate" ist so ohrenschmeichelnd und anrührend wunderbar, wie man es von einem The-National-Song mit diesem Titel erwarten darf.

(Michael Albl)

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Highlights

  • Someone to say
  • Your name
  • Wherever I fall - part 1
  • Somebody desperate

Tracklist

  1. Intro
  2. Opening
  3. Someone to say
  4. When I was born
  5. Dying
  6. Madly
  7. Ten men fight
  8. Your name
  9. Garrison arrival
  10. Not a toy
  11. Someone to say (Reprise)
  12. Every letter (Radio edit)
  13. I love you
  14. I need more (Radio edit)
  15. Overcome
  16. The kiss
  17. Marry Christian
  18. What I deserve
  19. Saying goodbye
  20. Close my eyes
  21. Wherever I fall - part 1
  22. Wherever I fall - part 2
  23. He will be here
  24. Cyrano's message
  25. No Cyrano
  26. Somebody desperate
  27. Saying goodbye (Piano solo)

Gesamtspielzeit: 78:14 min.

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User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21731

Registriert seit 08.01.2012

2022-01-04 19:57:57 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

velvet cacoon

Postings: 334

Registriert seit 31.08.2019

2021-12-12 16:05:09 Uhr
von meiner Seite ne klare 8/10.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21731

Registriert seit 08.01.2012

2021-12-03 19:59:05 Uhr - Newsbeitrag



THE NATIONAL
VERÖFFENTLICHEN DEN NEUEN SONG
"SOMEBODY DESPERATE"

"Somebody Desperate" ist auf dem Soundtrack "Cyrano" enthalten, der von Bryce und Aaron Dessner, den beiden Gitarristen der Grammy-ausgezeichneten Band
The National geschrieben und komponiert wurde und beinhaltet ebenfalls Songtexte des Frontmanns Matt Berninger und der Filmproduzentin Carin Besser.

Im Gespräch mit dem NME gibt es weitere Infos zu Entstehung des neuen Songs




Der vielfach ausgezeichnete Regisseur Joe Wright begeistert Filmliebhaber erneut mit einer einzigartigen Symphonie der Emotionen. Durch Musik, Romantik und Eleganz schafft er in dem neuen Musical Drama "Cyrano" die zeitlose Erzählung einer bewegenden Liebesgeschichte.

Cyrano’s packender Soundtrack, der von Bryce und Aaron Dessner, den beiden Gitarristen der Grammy-ausgezeichneten Band The National geschrieben und komponiert wurde, beinhaltet ebenfalls Songtexte des Frontmanns Matt Berninger und der Filmproduzentin Carin Besser.

Auf dem Soundtrack finden sich zudem bewegende Gesangsdarbietungen der Musical-Besetzung durch Peter Dinklage, Haley Bennett, Kelvin Harrison Jr. und Glen Hansard. Musikalisch begleitet werden die Stimmen durch das London Contemporary Orchester.
The National - Somebody Desperate
Die einzigartigen Klänge von The National hallen in der umfangreichen Filmmusik wider und unterstreichen die Schönheit, die Romantik und die rauen Emotionen des Films. Von wehmütigen, träumerischen Melodien in "Someone To Say" bis hin zu den donnernden Rhythmen in "When I Was Born" und dem intensiven "Madly" haben Bryce, Aaron, Matt und Carin einen Soundtrack geschaffen, der voll und ganz zum Drehbuch passt.
Aaron Dessner, Photo credit: Josh Goleman
Bryce Dessner, Photo Credit: Shervin Lainez
Der Soundtrack enthält Gesangsdarbietungen von Peter Dinklage, Haley Bennett, Kelvin Harrison Jr. und Glen Hansard sowie Musik des London Contemporary Orchestra und des renommierten Pianisten Víkingur Ólafsson, darunter das Solo-Piano-Stück "Saying Goodbye", das von Bryce Dessner geschrieben wurde und den Abschluss des Albums bildet. "Somebody Desperate" ist eine außergewöhnliche Ergänzung des Soundtracks. Der brandneue Song, der während des Abspanns des Films zu hören ist, wurde von The National geschrieben und gesungen. Der Soundtrack folgt auf Bryce Dessners preisgekrönten Filmmusik-Kompositionen sowie Aaron Dessners kürzliche Auszeichnung mit dem Grammy für das Album des Jahres für seine Arbeit als Co-Produzent und Co-Autor von Taylor Swifts "Folklore", das von Bryce orchestriert wurde.

Bryce Dessner & Aaron Dessner
"Cyrano" (OST)
VÖ: 10.12.2021 (DIGITAL),
14.01.2022 (PHYSISCH)


Tracklist:

Intro
Opening
Someone to say
When I Was Born
Dying
Madly
Ten Men Fight
Your name
Garrison arrival
Not a toy
Someone to say (Reprise)
Every Letter (Radio Edit)
I Love You
I Need More (Radio Edit)
Overcome
The Kiss
Marry Christian
What I Deserve
Saying Goodbye
Close My Eyes
Wherever I Fall - Part 1
Wherever I Fall - Part 2
He Will Be Here
Cyrano's Message
No Cyrano
Somebody Desperate
Saying Goodbye (Vikingur Piano Solo)
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