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David Hasselhoff - Party your Hasselhoff

David Hasselhoff- Party your Hasselhoff

Membran / Sony
VÖ: 03.09.2021

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Die Kniff-Hoff-Show

"Ey Mann, wo is' mein Auto!?" Ob "The Hoff" sich selbiges nach seiner großen TV-Karriere nicht auch fragt, oder ob er manchmal einsam in roter Badehose an der kalifornischen West Coast entlang schlendert? Nicht zweifelsfrei überliefert. Aber wieso auch, ein David Hasselhoff muss sich nicht grämen. Wenn mal weniger geht, dann reist er in sein second Home, nach Deutschland. Das Land, in dem man gern zurück ins behagliche Gestern schaut und bahnbrechende Weisheiten wie "Früher hätte es sowas nicht gegeben" für Gesellschaftskritik hält, ist dem David treu. Egal, was er macht und wie er es macht. Musik war tatsächlich aber schon immer ein Kniff im Repertoire des umtriebigen Amerikaners. Nunja, zumindest im weitesten Sinne. "Looking for freedom", sein Überhit aus dem Jahr 1989, muss in diesem Text auf jeden Fall Erwähnung finden.

Der Rezensent möchte hier und jetzt eine persönliche Verbindung zur Kindheit aufdecken. Denn seine Erinnerungen an erste musikalische Begeisterungsstürme sind unmittelbar "hofftastic": der Moment, als Papa im Plattenladen einer saarländischen Kleinstadt (Ja, sowas gab es sogar mal dort!) ein paar eigens gesparte D-Mark auf die viel zu hohe Verkaufstheke packte und Dir die 7''-Single dieses Songs in die Hand drückte. Die erste eigene Schallplatte überhaupt! Nur blöd, dass das Teil heute unauffindbar ist. Und ob nun die Scorpions mit "Wind of change" die innerdeutsche Teilung per Beton-Sprengsatz pulverisierten oder uns' David mit seinem Superhit, darüber wird die Wissenschaft wohl noch lange streiten. Amüsant ist auch das vorliegende Werk namens "Party your Hasselhoff", so viel sei verraten.

Ein Album, auf dem Hasselhoff sich echte Pop- und Rock-Klassiker vorknöpft und damit "Freude in einer schweren Zeit spenden" möchte. Nüchtern betrachtet: ein Werk, das Hasselhoffs baritonähnliche Stimme an schunkelsichere Discofox-Rhythmen schmiegt, wie "Sweet Caroline" zum Auftakt unterstreicht. Was in jenem Falle leider schlimm klingt. Doch die Party ist längst im Gange. Nicht nur den Kiss-Banger "I was made for loving you", dem der The-Hoff-Sound-Anzug schon etwas besser passt, kennt jeder, kann jeder mitträllern. Wenig überraschend also, dass dieses Projekt bei der Zielgruppe nur gewinnen kann. Und wem sonst sollte es erlaubt sein, sogar Matze Reims "Verdammt ich lieb' Dich" zu covern, diesen good old German Volksschatz quasi in die anglophile 80s-Disko zu entführen? Eben. Das Ergebnis klingt zumindest so ulkig, dass es definitiv im Gedächtnis bleibt. Natürlich riecht ein solches Unterfangen immer auch leicht nach Plastik, weil auch die Produktion dementsprechend generisch gerät. Aber so richtig peinlich klingt es eben auch nicht oft, weil man sich The Hoff zum Elvis-Evergreen "Can't help falling in love with you" fast geben kann und auch Richard Marx' Klassiker "Right here waiting" nicht mutwillig verunstaltet wird. Da schwingt immer auch der Respekt vor den Kompositionen mit.

Ebenso funktioniert der nostalgische Schwoof zu "(I just) died in your arms", natürlich der Güte des Originals geschuldet und einer nicht sehr weit abschweifenden Interpertation. Ärgerlich, neben immer wiederkehrenden Discofox-Dosenbeats, die auch "It never rains in Southern California" zu Genüge übergebraten bekommt, gerät Iggy Pops "The passenger": Hasselhoff taucht das Stück in den käsigen Synthie-Fondue-Topf und intoniert, als hätte er kurz vor der Aufnahme einen Haschkeks vernascht. Die zum Großteil aber geschmacksichere Auswahl der Song-Kandidaten zur hofftastischen Cover-Party täuscht clever über so manche Frechheit hinweg. Und so grinst man über die beinahe im Scooter-Stil gehaltene Version von Billy Joels "We didn't start the fire" mehr, als dass man sich über die Verwurstung der hier versammelten Megahits, zumeist aus der "Knight rider"-Dekade, ärgert. Und kratzt sich dabei am Kopf: The Hoff wird 2022 zarte 70 Jahre alt, doch scheint er die Rolle des kalifornischen Sunnyboys noch immer gern anzunehmen. Bei allen Widrigkeiten des Lebens und dem, was das Älterwerden einem abverlangt, ist das mehr als respektabel.

(Eric Meyer)

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Highlights

  • (I just) died in your arms
  • We didn't start the fire

Tracklist

  1. Sweet Caroline
  2. I was made for loving you
  3. The passenger
  4. Damnit I love you
  5. Can't help falling in love
  6. (I just) died in your arms
  7. Always on my mind
  8. Right here waiting
  9. Hungry eyes
  10. It never rains in Southern Califormia
  11. We didn't start the fire
  12. I will carry you

Gesamtspielzeit: 46:30 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Nasenfahrad

Postings: 344

Registriert seit 05.10.2021

2021-12-24 14:23:38 Uhr
Du hast recht, 4/10 sind viel zu niedrig.

Sheesh

Postings: 277

Registriert seit 27.09.2021

2021-12-24 14:16:41 Uhr
Ich sags nochmal: 4 (in Worten: VIER) Punkte.
Der fickt da u.a. The Passenger und bekommt dann diese Wertung.
Welche Substanzen waren da im Spiel?

oldschool

Postings: 340

Registriert seit 27.04.2015

2021-12-23 20:45:05 Uhr
Ich hab den wortwitz ehrlich gesagt auch nicht gecheckt.^^

Z4

Postings: 325

Registriert seit 28.10.2021

2021-12-21 07:26:22 Uhr
Fast so gut wie Fynn Kliemann. Passt doch.

Nasenfahrad

Postings: 344

Registriert seit 05.10.2021

2021-12-20 22:35:19 Uhr
Da lügern Sie getz aber!
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