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Brian Fallon - Night divine

Brian Fallon- Night divine

Lesser Known / Membran
VÖ: 05.11.2021

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Schnee von gestern

Die Älteren erinnern sich vielleicht noch an den Aufschrei, den ein Interview der Visions mit Brian Fallon im Jahr 2011 auslöste. In diesem outete er sich nämlich als astreiner Kreationist und leugnete inbrünstig die Evolutionstheorie. Konnte man sich vorher allerorten auf The Gaslight Anthem als Konsens-Lieblingsband verständigen, erstarb die Verehrung bei dem ein oder anderen dank dieser Äußerungen recht schnell. Warum wir diesen Schnee von gestern nun wieder auf die Loipe schippen? Weil Fallon mit "Night divine" pünktlich zum Weihnachtsfest ein Album mit religiösen Liedern veröffentlicht und der Spaß daran getrübt werden könnte, wenn man die reaktionären Ansichten des Interpreten kennt.

Musikalisch startet das Album mit "Virgin Mary had one son" recht vielversprechend, Fallon packt den Gospelsong in eine kratzige Campfire-Version und zeigt eindrücklich, was für ein furchtbar guter Sänger er ist. Ebenso gelingt ihm das bei "Angels we have heard on high". Immer wenn der Mann aus New Jersey auch mal die Gitarre zur Hand nimmt, sich stimmlich ausprobiert und nicht stumpf mit Klavierbegleitung das Altbekannte runterbetet, tut das den Liedern gut. Das passiert hin und wieder auf "Night divine", der ein oder andere Song entfaltet aber recht schnell eine einschläfernde Wirkung. An "Amazing grace" hat sich schon eine Vielzahl an Musiker*innen verschiedener Dekaden und Genres probiert, von Aretha Franklin über Elvis bis hin zu den Dropkick Murphys. Fallons heruntergepegelte Version bleibt in diesem Reigen eine mittelmäßige Randnotiz. Auch beim Christmetten-Klassiker "Silent night" kommt keine Stimmung auf. Dass er diese beiden weltbekannten Songs auf das Album gepackt hat, ist wohl dem Umstand geschuldet, dass er all den Liedern ein Denkmal setzen wollte, die ihn als strammen Kirchgänger seit seiner frühestens Kindheit begleiten. Songs wie "Leaning on the everlasting arms" gefallen, und man kennt sie bei uns nicht unbedingt, inhaltlich haben sie naturgemäß wenig Überraschendes zu bieten: "What a fellowship, what a joy divine / Leaning on the everlasting arms / What a blessedness, what a peace is mine."

Immerhin verzichtet der 41-Jährige bei seinen Interpretationen auf Glöckchen und Trompeten, "Night divine" ist somit weder kitschig-peinliches Weihnachtsalbum, noch himmelhochjauchzendes Spektakel. Schon sein letztjähriges Album "Local honey" zeigte Brian Fallon als gereiften Musiker und Sänger, und wer mit Religion wenig am Hut hat, hätte sich vielleicht eher einen legitimen Nachfolger gewünscht.

(Andreas Rodach)

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Highlights

  • Virgin Mary had one son
  • O holy night
  • Angels we have heard on high

Tracklist

  1. Virgin Mary had one son
  2. Amazing grace
  3. O holy night
  4. Nearer, my god, to thee
  5. Leaning on the everlasting arms
  6. The first noel
  7. Sweet hour of prayer
  8. Angels we have heard on high
  9. Silent night
  10. The blessing

Gesamtspielzeit: 40:10 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21731

Registriert seit 08.01.2012

2021-11-30 22:59:57 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

diggo

Postings: 77

Registriert seit 02.09.2016

2021-11-13 20:57:17 Uhr
Ich bin gespalten… Bin grosser Fallon-Fan, aber mag Weihnachtsalben eigentlich überhaupt nicht. Nach ein paar Durchläufen immer noch unentschlossen… wenn man die christlichen Texte ausblendet und einfach nur die Musik, die Stimme und die Melodien geniesst, ist das nicht schlechter als die bisherigen Alben von Fallon. Trotzdem eigentlich unnötig. Eine neue Platte mit Fallon-Originalen hätte mich sicher mehr begeistert.

Francois

Postings: 283

Registriert seit 26.11.2019

2021-11-05 15:31:21 Uhr
Ich mag ihn und seine Musik - aber das hat es nun wirklich nicht gebraucht

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21731

Registriert seit 08.01.2012

2021-10-14 19:11:00 Uhr - Newsbeitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21731

Registriert seit 08.01.2012

2021-09-24 20:52:45 Uhr - Newsbeitrag
BRIAN FALLON
VERÖFFENTLICHT AM 5.11. "NIGHT DIVINE"
(LABEL/VERTRIEB: LESSER KNOWN RECORDS-THIRTY TIGERS/MEMBRAN)

Auf "Night Divine" interpretiert Brian Fallon traditionelle Kirchenlieder,
die noch passend vor den Weihnachtstagen erscheinen,
"The Virgin Mary Had One Son" gibt es ab sofort im Stream



Die Deutschland-Tournee startet jetzt am 26. April 2022 in Frankfurt

26.04. Frankfurt - Batschkapp
27.04. Hamburg - Edel-Optics.de Arena
02.05. Köln - Carlswerk Victoria (ausverkauft)
03.05. Berlin - Huxleys
04.05. Wien - Ottakringer Brauerei
05.05. Stuttgart - LKA Longhorn
06.05. München - Neue Theatherfabrik
07.05. Nürnberg - Löwensaal
10.05. Zürich - Komplex 457

Alle Shows mit Support Chris Farren und Jesse Malin



"Das waren die ersten Lieder, die ich je gehört und gelernt habe", erinnert sich Fallon. "Es sind die frühesten musikalischen Erinnerungen, die ich habe. Die Idee hat also schon lange in meinem Kopf herumgespukt. Selbst als ich Rock 'n' Roll machte, war das immer im Hintergrund."

Fallon fügt hinzu: "Ich hörte Odetta eine unglaubliche Live-Version von 'Virgin Mary Had One Son' singen, und es war tatsächlich eine der Darbietungen, die mich dazu inspirierte, Klavier zu lernen. Joan Baez hat es in den Sechzigern auch gesungen. Aus diesen beiden Versionen habe ich meine eigene Struktur mit der akustischen Gitarre und dem Gesang entwickelt. Die anderen Klangelemente erscheinen und verschwinden wie Figuren in einem Theaterstück. Am Ende kommt alles für einen letzten Ton heraus."

Als er aufwuchs, zählte Fallon diese Lieder zu seinen frühesten musikalischen Erinnerungen. Seine Mutter sang viele von ihnen in der Kirche und spielte sie oft zu Hause auf einer akustischen Gitarre mit Nylonsaiten. Nachdem er mehrfach um die Welt getourt ist und mehr als ein Dutzend Alben mit seinem Solokatalog, The Gaslight Anthem und The Horrible Crowes veröffentlicht hat, hat er diese Musik so sehr verinnerlicht wie nie zuvor. Er nutzte die Zeit, die er während der Quarantäne zu Hause verbrachte, und wählte sorgfältig 10 Stücke aus, die er selbst zu Hause aufnahm - eine Premiere in seiner Karriere. Auch seine Mutter hat ihren Anteil zu den Songs beigetragen, was dieses Album noch bedeutungsvoller macht.

BRIAN FALLON
"NIGHT DIVINE"
LABEL: LESSER KNOWN RECORDS/
THIRTY TIGERS
VERTRIEB: MEMBRAN
VÖ: 05.11.2021

Tracklisting:
The Virgin Mary Had One Son
Amazing Grace
O Holy Night
Nearer, My God, To Thee
Leaning On The Everlasting Arms
The First Noel
Sweet Hour Of Prayer
Angels We Have Heard On High
Silent Night
The Blessing
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