Tape - #1

Tape- #1

Eastwest / Warner
VÖ: 27.10.2003

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Bandwurm

Und ewig lockt das Weib. Es ist ja kein Geheimnis, daß Die Happy ihren Erfolg in erster Linie der mit einem beeindruckenden ... äh... Stimmchen gesegneten Marta Jandová zu verdanken haben. Oder daß Lambretta ohne Frontblondine Linda Sundblad nur die Hälfte wert wären. Genau dasselbe gilt auch für Tape. Zweifellos würden die Hamburger vom Fleck weg als die x-ten unnötigen New Metal-Klone abgestempelt, wenn, ja, wenn. Wenn über den fetten Gitarren bloß ein unverständliches Gegrunze thronen würde statt des glasklaren Organs von Dacia Bridges. Und wenn nicht der luftige Ausschnitt der Dame über die Bühne wackeln würde, sondern die viel zu weite Hose eines schlecht gekleideten Brüllaffen.

So aber bleiben Tape im Gedächtnis. Zunächst weniger durch ihre erste Single "Yeeha". Sondern eher durch den dazugehörigen, sauber inszenierten Clip, der bereits seit Wochen über die Mattscheiben der Republik flimmert. Kurzerhand hat man hierfür einen überdimensionierten Kassettenrecorder in der Wüste (!) aufgebaut. Davor posen sich vier reichlich unsympathische Herren einen ab. Und die rassige Frontfrau wiegt ihren zarten Körper im Wind. Bekleidet durch nicht mehr als ein schwarzes Nichts von Unterwäsche und ein paar verirrte Sandkörner. War der Vorschuß der Plattenfirma denn so niedrig, daß sie sich nicht mal was Ordentliches zum Anziehen leisten konnte?

Dabei hätten die Hamburger an sich einiges auf dem Kasten. So ist die Gitarrenarbeit in "No comment" durchaus bemerkenswert. Die gemäßigten Rocker "Hate me" und "Why" verfehlen dank Dacias hübscher Stimme auch nicht ihre Wirkung. Und ihren ganz großen Moment hat die gebürtige Amerikanerin schließlich im nur von einer verhuschten Akustikgitarre begleiteten "Unpredictable". Hier zeugt jede einzelne Sekunde davon, daß Dacia Bridges früher mal R'n'B-Sängerin gewesen ist. Und auch besser geblieben wäre.

Denn immer, wenn man versucht ist, Tape so etwas wie echtes Talent zu attestieren, kommen Songs wie "Go sista", "S.D.B." oder "18 + a headset" daher. Die vier Haudegen an den Instrumenten prügeln ihre Gaga-Riffs und Spacko-Drums raus. Und Dacia macht mehr schlecht als recht das, was sie zugunsten des Singens doch lieber bleiben lassen sollte: rappen, schreien, krächzen. Dann klingen Tape wie die Guano Apes in schlecht. Verzeihung: wie die Guano Apes in noch schlechter. In solchen Momenten freut man sich dann doch über einige Errungenschaften der Menschheit: die Stop-Taste. Die Ohrstöpsel. Und nicht zuletzt die englische Sprache, die für "Tape" doch gar so viele Bedeutungen bereithält. Man läßt die Kassette links liegen. Und greift sich das Klebeband, um die nötigen Maßnahmen zu ergreifen und alles, was bei Tape Geräusche macht, zum Verstummen zu bringen. Schluß mit "Yeeha". Hallo, Ihr da? Was sagt Ihr? "Gnnn gnnn hmmm"? Ja, besser so.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Hate me
  • Unpredictable

Tracklist

  1. Nintendo
  2. Mother
  3. Go sista
  4. S.D.B.
  5. Hate me
  6. Why
  7. No comment
  8. Yeeha
  9. 18 + A headset
  10. Aware
  11. Shake
  12. Unpredictable
  13. Try 2

Gesamtspielzeit: 40:58 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
The MACHINA of God
2010-12-28 16:17:21 Uhr
Neues Album in Arbeit. :)
kolo
2010-12-27 17:06:25 Uhr
die idee war gut, doch die welt noch nicht bereit
Rocker Hendrix
2010-12-27 17:02:19 Uhr
Dann frag ich doch hier nochmal :

Weiss jemand ob es nochmal eine neue Platte von den Groovemonstern aus Hamburg gibt? Live waren die immer eine amtliche Bank und die beiden Platten waren auch nicht verkehrt.
Bär aus der Vergangenheit
2010-12-27 16:52:21 Uhr
Ich werde erscheinen.
Man in the middle
2008-06-29 01:01:49 Uhr
ca. fünf Jahre...
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