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Jaguwar - Gold

Jaguwar- Gold

Tapete / Indigo
VÖ: 22.10.2021

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

How not to drown

Drei Berliner mit 'nem Synthie-Bass
Standen im Studio und klimperten was
Da kamen Shoegaze-Fans und fragten: 'Geht noch was?'
Drei Berliner mit 'nem Synthie-Bass.

Früher starrte man noch auf die eigene Fußbekleidung bei Jaguwar, heute gucken Oyèmi Hessou, Lemmy Fischer und Chris Krenkel nach oben in Richtung Sterne. Auf ihrem zweiten Album "Gold" nimmt das Trio Abschied vom dichten Shoegaze, der sich auf "Ringthing" so schön breit machte, und packen die grellen Synths aus. Vorher hießen die Helden Slowdive und My Bloody Valentine, nun klingt es so, als würde hinter Chvrches oder The Naked And Famous noch eine gefühlt achtköpfige Band spielen. Oder ein starkes Gewitter sich austoben, genau weiß man es nicht. Schon der Opener "Battles" könnte mit der lieblichen Melodie ein Popsong sein, wenn er denn nur wollte und nicht lieber in der Magengegend Purzelbäume schluge. Aber Jaguwar mögen immer noch den Lärm und landen damit zielsicher zwischen den Stühlen.

Nicht alles hat sich geändert. Hessou und Fischer wechseln sich immer noch charmant am Mikro ab – und ja, Fischer klingt immer noch so, als wäre Robert Smith in der deutschen Hauptstadt wiedergeboren worden, wäre er denn schon tot. Die Songs sind derweil meist kompakter und zielstrebiger, doch ganz vom Langformat sind Jaguwar nicht weg. "St. Lucia Island" gönnt sich ein atmosphärisch zwitscherndes Intro, bevor die Soundwand mit mächtigen Schritten aus den Boxen dröhnt. "I wanna breathe the ocean air / I wanna feel the sand", heißt es und der Bass ist tatsächlich so tief wie das große Gewässen und knirschen tut's auch im Gebälk zwischen den melodischen Parts. "Ghosts" ist mit acht Minuten das längste Stück und erforscht Stimmen aus dem Jenseits. Hessou scheint zumindest herzerwärmend von dort zu rufen: "Keep your head up, will you?" Allein um die beeindruckenden Blitze zu beobachten, sollte man dem Folge leisten.

Dass die beiden langen Stücke am meisten beeindrucken, soll den Rest nicht schmälern. Jaguwars neuer Ansatz funktioniert ebenso im nachtschwärmerischen "Naked", das wie eine Decke einlullt oder rhythmisch packenden "Monuments". "We take care of business" lautet dort das Motto, welches der Titeltrack mit mächtiger Euphorie in die Tat umsetzt und doch im Sinne der Dialektik der Band leichte Zweifel zulässt. "Glam and gloom" nennt sich der Closer – fast schon ein Motto auf dieser ungewöhnlichen Platte, die nur aufs erste Hören wie das Werk einer völlig neuen Truppe scheint. "Gold" bewährt sich jedoch die richtigen Tugenden und deutet schon mal an, dass Stillstand für die drei wohl nicht in Frage kommt. Vom Abtauchen in Shoegaze-Untiefen zu Flugstunden über Synth-Wüsten zu wo auch immer hin. Ja, was ist denn das?

(Felix Heinecker)

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Highlights

  • St. Lucia Island
  • Ghosts

Tracklist

  1. Battles
  2. Monuments
  3. St. Lucia Island
  4. Gold
  5. Ghosts
  6. Naked
  7. Glam and gloom

Gesamtspielzeit: 34:40 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 26899

Registriert seit 07.06.2013

2021-11-08 21:27:08 Uhr
Zumindest die Wiedergeburt stimmt dann trotzdem nicht. :P

Ist ja auch boogie. Wollte nur mal den Thread hochholen.

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 7680

Registriert seit 26.02.2016

2021-11-08 21:23:40 Uhr
Bei den Promomaterialien zum Debüt stand noch Dresden/Berlin. Jetzt nur noch Berlin. Make of that what you will. ;-)

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 26899

Registriert seit 07.06.2013

2021-11-08 21:21:54 Uhr
Die sind ja eigentlich aus Dresden. :P

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21517

Registriert seit 08.01.2012

2021-11-03 21:34:24 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 7680

Registriert seit 26.02.2016

2021-10-23 19:39:09 Uhr
Zur 8/10 für "Ringthing" stehe ich übrigens immer noch. Wirklich ein tolles Album.
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