Enon - Hocus pocus

Enon- Hocus pocus

Touch & Go / Southern / EFA
VÖ: 12.09.2003

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Gaukelei

Was war noch gleich Ironie? Feiner, verdeckter Spott, mit dem man unter dem auffälligen Schein eigener Billigung etwas lächerlich zu machen versucht. Wenn verdiente Indie-Lärmer sich also mit quietschbunten Melodien und pudergezuckerten Harmonien abgeben, muß das ein doppelter Boden sein. Oder etwa nicht? Sollten die quirligen Enon ihr "Hocus pocus" vielleicht doch ernst meinen? Bei diesem Titel? Ein Schelm, wer Blödes dabei denkt.

Noch dazu fällt einem gleich der Opener "Shave" mit rosa Lippenstift bewaffnet in den Schoß. Toko Yasuda (Blonde Redhead) läßt allerlei Gerät blubbern und verteilt dazu schiefe Kußmünder. Daß "The power of yawning" durch das Genöle von John Schmersal (Brainiac) in eine völlig andere Richtung wegscheppert, scheint das New Yorker Trio nicht sonderlich zu stören, denn mit "Murder sounds" gibt's gleich die nächste nicht unbedingt motivierte Kehrtwende. Allerlei fleißiges Zicken zwischen Kaugummi und Coolness.

Und so dauert es fast eine halbe Stunde, bis Enon endlich die Fingerknochen knacken lassen und Ernst machen. Der wohlfeile Krach von "Utz" wirbelt die Frühstücksflocken ordentlich unordentlich durch die Küche, bevor die heißheißhitzige Single "Starcastic" auch die restlichen Bandagen abwirft. Vorher schlich sich bisweilen das Gefühl ein, Enon wollten ganz geekmäßig nur angeben. Jetzt knabbern endlich unwiderstehliche Indie-Hits am Ohrläppchen, deren Lärm mehr Spaß am Pop hat als die durchschnittliche Bravo Hits. Schade nur, daß deren Zielgruppe spätestens nach dreißig Enon-Sekunden Reißaus nimmt. Selber schuld.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • The power of yawning
  • Utz
  • Starcastic
  • Litter in the gutter

Tracklist

  1. Shave
  2. The power of yawning
  3. Murder sounds
  4. Storm the gates
  5. Daughter in the house of fools
  6. Mikazuki
  7. Candy
  8. Monsoon
  9. Utz
  10. Spanish boots
  11. Starcastic
  12. Litter in the gutter
  13. Hocus pocus

Gesamtspielzeit: 38:19 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Khanatist
2007-07-29 19:25:00 Uhr
28.11. Hamburg - Molotow
*+*+*
2003-09-30 09:48:30 Uhr
Blonde Redhead ist geniall hab ich auch.
Brianiac kenn ich nicht. Werd aber dann mal reinhören. Die Bands hab ich durch meine Freundin kennen gelernt. Woher sie die kennt weiß ich jetzt nicht hab noch nicht nachgefragt. Das werd ich aber mal tun.
Adrian
2003-09-30 09:18:36 Uhr
Mal so ganz allgemein gefragt: Wie habt Ihr die Band denn so 'entdeckt'?
Ach, von Blonde Redhead und Brainiac aus ist man ja recht schnell bei Enon.
*+*+*
2003-09-30 08:13:31 Uhr
Kennen gelernt hab ich enon durch meine Freundin.
Das Album high society, hat mich echt umgehauen.
Habe es mir dann gleich gekauft. Believo hab ich mir danach angehört, gefiel mir persönlich nicht so gut und jetzt Hocus Pocus ist in Ordnung aber umgehauen hat es mich auch nicht, ist ganz nett.
Dazer
2003-09-29 19:04:48 Uhr
hab' sie auch, ist aber erst einmal durchgelaufen. meinen senf gib' ich bekanntlich erst nach 3 durchgängen ab. am besten gefällt mir auf jeden fall 'doughter in the house of fools'. super-melodie!!
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