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Old Moon - Altars

Old Moon- Altars

A La Carte
VÖ: 16.07.2021

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Herbstlicht

Manchmal ist es ein nicht unerheblicher Faktor, dass die Musik auf den Lauschern auch halbwegs zur Jahreszeit passt. Oder anders ausgedrückt: Ein Album an sich kann super sein, aber es gibt Monate, da passt der Sound einfach nicht. Damien Rice zum Joggen oder bei der ausufernden Strandparty? Converge zum Glas Rotwein bei Kerzenschein? Gut, vielleicht ein wenig überspitzt dargestellt. Und doch fühlt man so im Falle von Tom Weir alias Old Moon, seinem Longplayer "Altars" und dessen Post-Punk-Wave-Whatever-Sound. Ein Release, das kaum zum Hochsommer passt, allerdings exakt im Juli 2021 das Licht der Musikwelt erblickte. Doch für alle, die gerade die Heizung angestellt haben und sich auf die kühlen und windigen Monate einstellen, gibt es die gute Nachricht: Das Debüt von Weir nach einigen Singles ist immer noch da und wartet darauf, erkundet zu werden.

"Old Moon makes noisy and jangly guitar music in the woods of New Hampshire" steht auf Weirs Bandcamp-Seite geschrieben – da hat er sich ziemlich perfekt eingeordnet, der Künstler. Im Grunde könnte diese Rezension nun noch fix auf die Referenzen-Liste verweisen und gut isses. Aber nein, natürlich ist der simple Weg nicht der Anspruch von Plattentests.de und schon gar nicht angemessen angesichts der Qualität des Songwritings, mit dem diese neun Stücke punkten. Bereits der Opener "Ephemeral" besticht mit kühlem, fordernden Basslauf, im Hintergrund hallender Stimme und anderen vertrauten genretypischen Trademarks. Haut aber dann einen Punkrock-Refrain erster Kajüte raus und schafft eine in dieser Form doch überraschende Symbiose aus Resignation und Euphorie. Der greifbare DIY-Touch in der Produktion – er mag zum Großteil gewollt, teils in geringen finanziellen Mitteln begründet sein – steht den Songs ausgezeichnet zu Gesicht.

Wie im nordischen Wind rumpelt, fegt und knarzt es überall genau im richtigen Maße. Die Melodien jedoch sind meist stärker und strahlen ín der klanglichen Dauer-Dämmerung – man höre den kleinen Hit "Past lives". Diese spezielle Stimmung trägt auch "Taste" in sich. Der Track ist ein Paradebeispiel dafür, dass Weirs Kompositionen selten ihr klares Antlitz zeigen, meist zwischen 80s-Goth, 70s-Punk und Shoegaze-Melodien pendeln. Mal mehr den Kopf in Richtung Pop ausstrecken wie "Anhedonia" oder in "Untouched" auch mal gänzlich in der düsteren Goth-Nische verweilen, weil jemand im Suff die Straßenlaterne ausgetreten hat. Dass man das Genre wunderbar ausleben kann, ohne zu verkrampfen respektive einen Song zu üppig zu beladen, zeigt der gerade mal knapp über dreiminütige Closer, der durch wunderbar sphärische Gitarren besticht und bloß aus zwei Versen besteht: "Laid to waste / left behind" intoniert Weir stoisch. Das Tolle an solch kurzweiligen halben Stunden wie dieser? Der anstehende Herbst wird genügend Zeitintervalle bieten, um die Musik von Old Moon ausreichend zu würdigen.

(Eric Meyer)

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Highlights

  • Ephemeral
  • Past lives
  • Laid to waste

Tracklist

  1. Ephemeral
  2. Chains of sleep
  3. Past lives
  4. Anhedonia
  5. Taste
  6. Untouched
  7. Drowse down
  8. Laid to waste

Gesamtspielzeit: 32:34 min.

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Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2021-10-06 19:25:15 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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