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Hiromi - Silver lining suite

Hiromi- Silver lining suite

Telarc / Concord / Universal
VÖ: 08.10.2021

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Keine Angst vor Klassik

Wem keine zwanghaften Berührungsängste den Blick einengen, eröffnen sich in der Musik stets aufs Neue Möglichkeiten zu bereichernden Begegnungen. Angesichts des unüberschaubaren Angebots lässt sich gewiss nicht alles ausprobieren, doch das Interesse sollte auch nicht künstlich kleingehalten werden. Klassische Musik und Jazz gehören dabei im notorischen Spagat zwischen dem, was gehört werden könnte und dem, was tatsächlich gehört wird, oftmals zu den Genres, um die viele einen allzu großen Bogen machen. Das ist grundsätzlich schade, im Fall von Hiromi und ihrem Album "Silver lining suite" muss zusätzlich gleich zu Beginn ein entschlossener Appell stehen: Bitte keine Furcht vor dem möglicherweise Ungewohnten!

"The piano quintet" ist das über einstündige Werk untertitelt, auf dem an der Seite der japanischen Pianistin und Komponisten vier Mitstreiter beteiligt sind: Tatsuo Nishie, Sohei Birmann, Meguna Naka und Wataru Mukai sorgen an Violine, Viola und Cello für den passenden Rahmen der neun Kompositionen. Die ersten vier Titel bilden dabei das Herzstück "Silver lining suite". Hiromi, 1979 im japanischen Hamamatsu geboren, fand sehr früh den Weg zur Musik und erlernte schon mit sechs Jahren die Grundfertigkeiten des klassischen Pianospiels. Eben das hat sie längst zur Vollendung gebracht und sich immer weiterentwickelt. Nicht zuletzt der Kontakt zum legendären Chick Corea eröffnete ihr neue Perspektiven, sodass sie ihre Kunstfertigkeit immer mehr in Richtung Jazz verfeinerte.

"Silver lining suite" ist das vom Anfang bis zum Ende anzumerken. Die eher klassische Grundstruktur bricht "Isolation" gleich am Anfang mit Jazz-Sprengseln auf, "The unknown" kommt in der Folge prächtig gegen den Strich gebürstet daher. Das vierteilige Herzstück des Albums markiert in Summe einen famosen Einstieg. Und auch im weiteren Verlauf dieser mitreißenden Melange aus Klassik, Jazz und Rockigem erweist sich Hiromi, die bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Tokio auf der Bühne stand, als exzellente Komponistin und Musikerin. Vortreffliche Spannungsbögen, sanfte und vor Emotionen überbordende Momente sowie viele Detailelemente entführen in eine ganz besondere musikalische Welt. Bei aller Begeisterung über Hiromis Klasse darf ein Kompliment für die anderen Beteiligten jedoch nicht fehlen, denn gerade die vier Mitmusizierenden, die gemeinsam mit der Protagonistin "The piano quintet" bilden, machen diese prächtige Veröffentlichung komplett. Berührungsängste? Bloß nicht!

(Torben Rosenbohm)

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Highlights

  • Silver lining suite: Isolation
  • Uncertainty
  • Someday

Tracklist

  1. Silver lining suite: Isolation
  2. Silver lining suite: The unknown
  3. Silver lining suite: Drifters
  4. Silver lining suite: Fortitude
  5. Uncertainty
  6. Someday
  7. Jumpstart
  8. 11:49 p.m.
  9. Ribera del duero

Gesamtspielzeit: 65:53 min.

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User Beitrag

kingbritt

Postings: 4388

Registriert seit 31.08.2016

2021-09-29 20:21:01 Uhr
Hiromi Uehara hier, es geschehen noch Zeichen und Wunder. Ja, kenne ich schon lange. War früher im schrillen Outfit mit ihren Sonicbloom in Fusion-Genre unterwegs. Wunderbare lebhafte Pianistin die schon mit einigen Größen wie Chick Corea, Herbie Hancock oder Stanley Clarke und auch nicht nur aus dem Jazz auf der Bühne stand und zahlreiche Alben veröffentlicht hat. Klasse. Werde ich mal ordern.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21517

Registriert seit 08.01.2012

2021-09-29 19:59:24 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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