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Aasma - Daydreams

Aasma- Daydreams

Epitaph / Indigo
VÖ: 27.08.2021

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Happy little accidents

Klingt komisch, ist aber so: Man kann sich da schnell vertun, zwischen Aasma und Aasma. Schließlich waren Aasma – glaubt man Wikipedia – irgendwann mal eine indische Popgruppe, die so ungefähr Mitte der 2000er dann Schluss gemacht hat. Aktuell klingt das nicht, aber: Das Internet vergisst nie. Daher findet man zum Beispiel bei last.fm unter dem Bild der 2000er-Aasma die Songs der 2020er-Aasma neben den ähnlichen Künstler*innen der 2000er-Aasma. Um die Verwirrung ein wenig zu beseitigen: Aasma, das ist aktuell Mira Aasma, eine junge Schwedin, die möglicherweise ein bisschen zu oft "Twin Peaks" anschaut und definitiv eine Vorliebe für Synthpop, Field Recordings und das ein oder andere Over-the-top-of-weirdness-Feature hat. Und die jetzt mit "Daydreams" ihr Debüt vorlegt.

Klingt jetzt auf den ersten Blick weder besonder griffig noch besonders neu. Macht aber absolut nichts, weil Aasma im selbst gewählten Spannungsfeld die Songideen ziemlich flüssig von der Hand gehen. Und man sich ganz wohlig erinnert fühlt an Acts wie London Grammar oder Tango With Lions oder Warpaint oder wie sie eben alle heißen. Die Assoziation geschieht dabei nicht nur in Sachen Ähnlichkeit, sondern über weite Strecken auch in qualitativer Hinsicht. Man wird zwangsläufig neugierig, wenn der Opener "Canoes" langsam und lakonisch heranschlurft und seine Melodien so dermaßen im Vorbeigehen auf die Leinwand tupft, dass Bob Ross vor lauter Stolz explodiert wäre. Dass Aasma ihre Ideen trotzdem verknüpfen kann und nicht nur ein paar schöne Zutaten nebeneinander stellt? Umso besser. Happy little accidents, im besten Sinne. Zu finden sind sie dann auch fast überall, etwa wenn "All eyes on you" zwischenzeitlich Intensität mit dunklen Klangfarben und weitläufigen Synthies verbindet. Oder wenn "Mirage" musikalischen Frieden findet und auf einer Melodie aus dem Album reitet, die nur direkt in den Sonnenuntergang führen kann.

Oder eben wenn das von der ersten Sekunde an zwingende "Hurricane" zwar gemächlich, aber doch zielgerichtet über seine Hörer*innen fegt. Mit unfehlbarer Melodie, Bläsern, Flöten und jeder Menge Hitpotenzial. Ein Song, der auch bei den erwähnten London Grammar locker durch die Qualitätskontrolle geschafft hätte. Der zugleich aufzeigt, was noch alles möglich ist, im Hause Aasma. Bei genauerem Hinsehen erlaubt sich "Daydreams" nämlich doch die ein oder andere Schwäche. Weil gleich drei Interludes bei zehn Songs den Fluss des Albums doch merklich behindern. Zumal sie allesamt eher in die Kategorie "kann man machen" einzusortieren sind. Und weil sich Aasma in manchen Momenten ein bisschen zu sehr auf die verwaschene Atmosphäre anstatt auf ihr Songwriting-Talent verlässt. "Daydreams" bleibt nichtsdestotrotz ein gutes Album – und man ist neugierig: ob da noch mehr kommt, oder ob das nur ein Zufallstreffer war.

(Martin Smeets)

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Highlights

  • Hurricane
  • All eyes on you
  • Mirage

Tracklist

  1. Canoes
  2. Prairie (Interlude)
  3. Hurricane
  4. Forgot
  5. Creatures (Interlude)
  6. Beach
  7. All eyes on you
  8. Dreams (Interlude)
  9. Into the wild
  10. Mirage

Gesamtspielzeit: 28:18 min.

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Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

2021-09-23 19:56:15 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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