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Natalie Imbruglia - Firebird

Natalie Imbruglia- Firebird

BMG / Warner
VÖ: 24.09.2021

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 3/10

Mitte-Links-Koalition

Natalie Imbruglia lässt nicht gerade oft von sich hören. In einem guten Vierteljahrhundert bringt sie es gerade einmal auf sechs Platten und nachdem "Male" aus Coverversionen bestand, ist "Firebird" sogar das erste Album seit 2009 mit neuem Material. Geschuldet ist dies einer Schreibblockade, welche die gebürtige Australierin nach geschäftigen Jahren auf der Bühne und vor der Kamera überkam. Erst die Geburt ihres Sohnes im Oktober 2019 gab ihr die nötige Inspiration zurück – und kurz darauf hatte sie ohnehin wie die meisten Menschen unverhofft viel mehr Zeit als gedacht. Die Songs entstanden während der Pandemie, als sie im ländlichen Oxfordshire festsaß. Allein ist sie auf "Firebird" aber bei weitem nicht: Unterstützung liefern neben einigen im Pop verhafteten Songwritern auch KT Tunstall und Albert Hammond Jr., der sonst bei The Strokes tätig ist.

Besonders letztere Personalie ist interessant, da manche Songs tatsächlich nach poppigen Strokes-Momenten klingen, wenn auch etwas seichter. Zu Beginn des Album stehen die straighten Popnummern wie "Build it better", das mit voller Inbrunst ja-ja-ja-jetzt wieder in die Hände spuckt, oder das hübsch poprockende "Nothing missing", welches die Unabhängigkeit nach Imbruglias Scheidung feiert. Alles solide, doch lediglich das energische "Maybe it's great" fetzt in der ersten Plattenhälfte wirklich, klaut es doch geschickt das Template von Dua Lipas "Physical" und skandiert: "Maybe it's great that you got something to lose." Aber wo ist eigentlich die Imbruglia, die sich auf ihrem Debütalbum noch "Left of the middle" sah? Sie kommt nach und nach mehr durch. Spätestens wenn das mit stoischer Latin-Gitarre startende "Not sorry" plötzlich den Schalter umlegt und sich förmlich emporwirbelt, hebt sich "Firebird" wohltuend vom Rest ab.

Auch im weiteren Verlauf poppen abseitigere Referenzen auf, etwa im galant-eleganten "Human touch", das an Shivarees "Goodnight moon" erinnert. "Tell me when the lights go out / I'll be out in the dark", flüstert Imbruglia noch, bevor auch "Change of heart" das Herz streichelt. Eigentlich passt nur das ärgerliche "Invisible things" nicht in die Reihe, wenn es die öde Melodie von Rudimentals "These days" mopst und besser gleich an das dramatisch flehende "Dive to the deep" übergeben hätte. Mit "River" und "Firebird" stehen am Ende der lauteste, energischste Moment und die zarteste Ballade nebeneinander und zeigen die Bandbreite dieses rundum gelungenen Albums auf, das sich mit 14 Stücken nur leicht übernimmt. "When it all falls down, can we build it better?" Imbruglia hat schon mal die Arbeitshandschuhe angezogen.

(Felix Heinecker)

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Highlights

  • Maybe it's great
  • Not sorry
  • Human touch
  • River

Tracklist

  1. Build it better
  2. Nothing missing
  3. What it feels like
  4. On my way
  5. Maybe it's great
  6. Just like old times
  7. When you love too much
  8. Not sorry
  9. Human touch
  10. Change of heart
  11. Invisible things
  12. Dive to the deep
  13. River
  14. Firebird

Gesamtspielzeit: 52:15 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Dan

Postings: 278

Registriert seit 12.09.2013

2021-09-16 00:06:14 Uhr
"Built It Better" könnte auch von Kylie stammen. Hm. Sie war und wird mir wohl immer sympathisch sein, bei den Songs schwankt sie aber so ziemlich, kommt mir vor.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21014

Registriert seit 08.01.2012

2021-09-15 20:24:22 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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