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Duchamp - Slingshot anthems

Duchamp- Slingshot anthems

Solitary Man / End Hits / Cargo
VÖ: 20.08.2021

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Got the noise

Eigentlich kann man die Geschichte rasend schnell erzählen. Genau genommen wäre sogar nicht ein einziges Wort über die Musik notwendig, um das – streng genommen ist diese Bezeichnung ja blanker Hohn – Debütalbum von Duchamp musikalisch zu verorten. Und in manchen Ohren wohl auch zu bewerten. Solitary Man Records, End Hits Records, Uncle M, Ingo Knollmann. Will noch jemand was wissen? Nein? Gut. Ein Glück nur, dass die Sache nicht so simpel ist, wie man zunächst annehmen mag. Ja klar, "Slingshot anthems" klingt in etwa so, wie man sich das vorstellt: Es gibt 13 Songs in gut 26 Minuten, es gibt so richtig viel Punkrock, es gibt Knollmanns unter 1000 anderen sofort erkennbares Organ und eine ganze Menge von Melodien, die direkt ins Ohr möchten. So weit, so gut.

Einfach mal schnell unter "wieder so ein Donots-Nebenprojekt" kann man Duchamp trotzdem auf gar keinen Fall einsortieren. Da wären zum Beispiel die Mitstreiter: Die werkel(te)n immerhin ansonsten unter anderem noch bei Adam Angst, Schrottgrenze, Pale, Waterdown, Schrappmesser, Pendikel, Station 17 und The Robocop Kraus. Da wäre außerdem die Gästeliste, schließlich tauchen hier Jason Shevchuck, Dave Smalley, Stephen Egerton und Brian McTernan auf und damit mal ganz locker mehr Punkrock und Hardcore als der Verfasser dieser Zeilen in seinem Leben jemals wird hören können. Ach so, Musik machen die alle übrigens auch noch. Miteinander sogar. Und die klingt auf eine Art und Weise nostalgisch, in die man sich eigentlich zwangsweise verlieben muss. Wer keinen Bock hat, kopfüber in den Circle Pit zu springen, wenn "Black water" nach seinen vergleichsweise schweren Auftaktakkorden in den Uffda-Gallopp einbiegt, sollte mal prüfen lassen, ob noch alles in Ordnung ist, mit der Pumpe. Gleiches gilt, wenn der Genuss der 56 Sekunden von "50 seconds of PMA" nicht für ein Lächeln sorgen. Oder eben auch der leuchtend melodische Auftakt von "The good fight". Oder der furiose Opener "I wanna be your tool". Oder das großartige "Teeth gone missing". Oder, oder, oder.

Im Prinzip gilt die eingebaute Spaßgarantie sowieso für "Slingshots anthems" in Gänze. Natürlich verzapfen die Beteiligen so ziemlich, nein, sogar ganz exakt überhaupt nichts Neues, aber der Freude, mit der sie das tun, vermögen sich selbst eingefleischteste Schlechte-Laune-Bären nicht zu entziehen. "Slinghsot anthems" hat nichts gemein, mit der viel zu oft langweiligen Abgeklärtheit der diversen Supergroups dieser Welt, bewahrt sich über die volle Spielzeit seine ansteckende Spontaneität und macht – thank fuck! – niemals einen Hehl daraus, dass es sich einfach nur vor den Vorbildern verneigen möchte. 30 Minuten Krachgeschichte der sympathischen Sorte. Wir ziehen den Hut vor diesem Hutzieher.

(Martin Smeets)

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Highlights

  • I wanna be your tool
  • Don't pass the torch
  • The good fight

Tracklist

  1. I wanna be your tool
  2. The art of defiance (feat. Jason Shevchuck)
  3. Non-Exister (feat. Stephen Egerton)
  4. Teeth gone missing (feat. Dave Smalley)
  5. Video games and coffee
  6. Black water
  7. Train dodge (feat. Brian McTernan)
  8. Old dogs don't die
  9. Nobody ever said fuck the fire department
  10. Don't pass the torch
  11. 50 seconds of PMA
  12. The good fight
  13. Chopper, sic balls!

Gesamtspielzeit: 26:18 min.

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Armin

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2021-09-15 20:23:25 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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