Listen


Banner, 120 x 600, mit Claim

The Vaccines - Back in Love City

The Vaccines- Back in Love City

AWAL / Sony
VÖ: 10.09.2021

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Mal halblang!

So viel vorab: Klar, The Vaccines böten einige Gelegenheiten, ihren Namen mit den Gegebenheiten dieser Zeit in Verbindung zu bringen, es soll hier aber niemand genervt werden. Deswegen: nichts davon in den folgenden Absätzen.

Die ersten Töne dieses Albums lösen ein Stirnrunzeln aus. Man wird – ganz ohne jedwede Wertung – überrascht, überrumpelt, hat schlicht nicht damit gerechnet, was da kommt. Vielleicht liegt es daran, dass man nach dem letzten, sehr gelungenen Album "Combat sports", welches in 2018 erschien und irgendwie eine Hommage an die goldene Zeit des britischen Indierocks in den 00er Jahren war, ähnliches erwartet hatte. Der Sound basierte wieder auf diesen rohen, verzerrten Gitarren, die es auch auf dem 2011er Debüt "What did you excpect from The Vaccines?" gab. Und um diese Frage des ersten Albumtitels aufzugreifen und aufs neue zu beziehen: irgendwie etwas anderes.

"Back in Love City" heißt das neuste Werk der vor knapp zwölf Jahren in London gegründeten fünfköpfigen Gruppe. Der fiktive Ort wird zum Schauort von Träumereien und Realitätschecks. Der Titeltrack als Opener des Albums kommt mit poppigen Beats, erst passiven, dann zunehmend aufdringlicheren Synthies und mehrstimmigem, an Singalongs erinnerndem Refrain daher, was ohne Zweifel auch einer Nummer des Eurovision Song Contest alle Ehre gemacht hätte. Und von dieser Sorte gibt es noch ein paar Songs mehr. Auch "Headphones baby" und "El Paso" sind Pop-Nummern, die der Gitarre aber dennoch eine gewisse Rolle einräumen. Hier und da erinnert jene Gitarre auch in diesen Tracks noch an The Vaccines vergangener Tage. Gut möglich, dass die Gründe dieses Umstands darin liegen, Daniel Ledinsky als Produzent angeheuert zu haben. Ledinsky war als Produzent auch verantwortlich für amtierende und angehende Popgrößen wie Zara Larsson, Tove Lo oder Rihanna. Verschweigen darf man dabei allerdings nicht, dass auch Stücke dabei sind, die durchaus an frühere Tage der Band erinnern.

"Peoples' republic of desire" zum Beispiel. Hier lässt man die verzerrte Gitarre zwischen treibenden Snare Drums und scheppernden Crash-Becken eben jene sein und kreiert damit einen Indierock-Song, der Spaß macht. Und auch "Heart land" ist ein melodischer, unaufdringlicher Track, bei dem vieles stimmt. Es wirkt, als hätten sich die fünf Briten austoben wollen, um einfach mal das zu machen, wonach ihnen gerade ist. Dabei raus kommt ein Album, das schwierig einzuordnen ist. Der Wechsel zwischen Pop-Songs und Indie(-Rock)-Stücken gelingt hier nicht wirklich. Es wirkt wie ein Album, das voller Ideen ist. Die Ideen lassen sich in all diesen fiktiven Erzählungen an nicht existenten Orten auch wiederfinden. Musikalisch ist das Ganze, was da in den fünf Köpfen vor sich ging, dann aber doch ein wenig zu viel und zu wirr. Bei allem Drang zur Entwicklung und Innovation, ist es manchmal eben doch besser, halblang zu machen und sich etwas vorsichtiger voranzutasten.

(Paul Milde)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen bei Amazon / JPC

Highlights

  • Peoples' republic of desire
  • Heart Land

Tracklist

  1. Back in Love City
  2. Alone star
  3. Headphones baby
  4. Wanderlust
  5. Paranormal romance
  6. El Paso
  7. Jump off the top
  8. XCT
  9. Bandit
  10. Peoples' republic of desire
  11. Savage
  12. Heart land
  13. Pink water pistols

Gesamtspielzeit: 45:51 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread

Um Nachrichten zu posten, musst Du Dich hier einloggen.

Du bist noch nicht registriert? Das kannst Du hier schnell erledigen. Oder noch einfacher:

Du kannst auch hier eine Nachricht erfassen und erhältst dann in einem weiteren Schritt direkt die Möglichkeit, Dich zu registrieren.
Benutzername:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21014

Registriert seit 08.01.2012

2021-09-06 11:16:01 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21014

Registriert seit 08.01.2012

2021-06-25 20:53:15 Uhr - Newsbeitrag
VÖ: 10.09.2021 (AWAL) als CD/LP/Digital!

Aufgenommen in der Sonic Ranch in El Paso, TX, mit dem Produzenten Daniel Ledinsky (Tove Lo, Zara Larson, TV on the Radio, Rihanna), ist Back in Love City das bisher euphorischste und visionärste Werk von The Vaccines. Mit 13 Songs, die in der fiktiven Metropole des Albumtitels angesiedelt sind, behauptet sich die fünfköpfige Band als eine der vitalsten britischen Gitarrenbands. Seit der Gründung haben sie weltweit über zwei Millionen Tonträger verkauft, vier Alben konnten sich in Großbritannien in den Top 5 der Charts platzieren, das zweite Album Come Of Age sogar auf Platz 1.



Inspiriert von fiktiven Städten - von Ridley Scotts Version von LA in Blade Runner bis hin zu Cowboy Beebops Fear City - sowie von Orten wie Las Vegas, Tijuana und Tokio, nahm die Idee zu Love City Gestalt an, als sich der Frontmann der Band, Justin Young, auf einen Wohnungstausch in Los Angeles einließ, der seine Faszination für die Trennung von der Familie noch verstärkte: "Ich habe buchstäblich das Leben mit einem Fremden getauscht. Ich wohnte in seinem Haus und fuhr sein Auto, während er in meinem wohnte, aber wir hatten uns nie getroffen und hatten keine vorherigen Verbindungen."



Als moderne Vergnügungsinsel - zu gleichen Teilen Utopie und Dystopie - entstand Love City aus der Faszination der Band für Emotionen als Ware und der Sehnsucht nach menschlicher Verbindung. "In mancher Hinsicht sind wir heute mehr denn je miteinander verbunden", erklärt Young. "Aber wir sind auch so polarisiert wie seit 100 Jahren nicht mehr und die Welt wird immer kälter. Was wäre, wenn es einen Ort gäbe, an dem die Liebe und andere Emotionen versiegt wären - aber man könnte nach Love City gehen, um sie zu bekommen?"



Als Hintergrund für die hyperbolischen Erzählungen des Albums über den Eskapismus des 21. Jahrhunderts erlaubte die titelgebende Love City Youngs Songwriting, sich wie nie zuvor zu entfalten. Er stellte sich The Vaccines als Hausband in Love City vor, einem Ort, an dem Sicherheit, Trost und Befriedigung ebenso im Angebot sind wie Liebe, an dem geistiges und körperliches Vergnügen käuflich ist und an dem niemand allein sein muss.



Das Album wurde Anfang 2020 fertiggestellt und von Andrew Maury (Lizzo, Post Malone) gemischt, mit zusätzlicher Produktion von Fryars (Pharrell Williams, Mark Ronson). Es ist kein Lockdown-Album, aber sein Thema des Eskapismus im modernen Leben schwingt in der Pandemie-Ära mehr denn je mit. Auch musikalisch hat die Band einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht, und obwohl der charakteristische The Vaccines-Sounds erhalten geblieben ist, ist Back in Love City ihr bisher stärkstes Album. Von den Songs wie "XCT", "Wanderlust" und "Bandit" bis hin zum Live-Fan-Favoriten "Jump Off The Top" und dem unmittelbaren "Headphones Baby" dokumentiert es eine Band, die sich auf ihrem kreativen Höhepunkt befindet.

The Vaccines sind Justin Young (Gesang, Gitarre), Freddie Cowan (Gitarre, Gesang), Árni Árnason (Bass, Gesang), Tim Lanham (Keyboards) und Yoann Intoni (Schlagzeug).


Album Pre Order: https://thevaccines.ffm.to/bilc-album.opr


Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum Du diesen Post melden möchtest.

Bestellen bei Amazon

Threads im Plattentests.de-Forum

Anhören bei Spotify