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Face To Face - No way out but through

Face To Face- No way out but through

Fat Wreck / Edel
VÖ: 10.09.2021

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Konstant Punk

Man könnte dem Sänger mit Gaffaband den Mund zukleben, den Herren an Bass und Gitarre mehrere Saiten aus ihren Instrumenten herausreißen, dem Drummer die Sticks stibitzen und im Tonstudio für einen Kurzschluss sorgen. Kein Problem! Es gibt einfach Bands, die es selbst unter derart widrigen Umständen nicht schaffen würden, ein schlechtes Album herauszubringen. Ausgeschlossen. Hot Water Music, Alkaline Trio oder Rise Against wären als subjektiv ausgesuchte Beispiele zu nennen. Oder eben die Kalifornier von Face To Face, die sich seit mittlerweile gut drei Jahrzehnten als verlässliche Konstante im Punkrock-Zirkus erwiesen haben. Qualität setzt sich eben durch. Und so ist es auch keine große Überraschung, dass es am zehnten Studioalbum "No way out but through" nichts zu meckern gibt.

"Please take your seats / We're ready to begin / I promise I won't disappoint / Just stay until the end", gibt Trever Keith in anderem Kontext in "This is my vanishing act" zum Besten und hätte damit auch einen passenden Opener parat gehabt. Den mimt nun die erste Auskopplung "Black eye specialist", die viel von dem vereint, was Face To Face ausmacht: Strammes Tempo nach vorne, ordentliches Gedresche in die Saiten und Schlagzeugfelle sowie ein melodischer Refrain. Dass Keiths Gesang auch mit Anfang 50 noch genauso markant und energiegeladen ist wie anno dazumal, kommt positiv hinzu. Der Titeltrack "No way out but through" bildet mit seiner handgestoppt zweiundzwanzig Sekunden währenden Verschnaufpause im letzten Drittel eine von zwei Ausnahmen unter den zwölf Stücken, die ansonsten allesamt mit durchgedrücktem Gaspedal und der Tachonadel am Anschlag vorbeipreschen.

Während manch andere Vertreter der Zunft in ihren Fünfzigern kürzertreten oder den Stecker ziehen, ist bei Face To Face von Altersmüdigkeit nichts zu spüren. Ganz im Gegenteil. Das von Siegfried Meier und Davey Warsop, die bereits für Green Day, Weezer, Bad Religion, Foo Fighters oder Slayer hinter den Reglern saßen, produzierte Album klingt anno 2021 frischer und satter denn je, ohne den altbekannten Stil abzulegen. "A miss is as good as a mile" ist melodischer Punk mit eingebauter Ohrwurm-Garantie und jeder Menge Mitgröl-Potential, wie es auch bei den famosen Background Vocals von Scott Shiflett in "Blanked out" der Fall ist. Prinzipiell trifft das auf die meisten Songs zu, deren Melodien zudem stets mit einer gewissen Melancholie einhergehen. In dieser Hinsicht trumpfen die Herren im abschließenden, beinahe schon epischen "Farewell song" nochmals ganz groß auf. Irgendwie anders, aber trotzdem wie immer. Was will man mehr?

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • A miss is as good as a mile
  • Blanked out
  • Long way down
  • Farewell song

Tracklist

  1. Black eye specialist
  2. No way out but through
  3. A miss is as good as a mile
  4. Blanked out
  5. Anonymous
  6. Ruination here we come
  7. Long way down
  8. Vertigo-go
  9. You were wrong about me
  10. Spit shine
  11. This is my vanishing act
  12. Farewell song

Gesamtspielzeit: 43:20 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

fakeboy

Postings: 1260

Registriert seit 21.08.2019

2021-09-08 14:04:13 Uhr
Ah, hatte übersehen dass du Mitglied der Redaktion bist ;-)

Hach, ich hab früher viele Reviews geschrieben und denke immer wieder wehmütig an die Zeit zurück, in der pro Woche mehrere Couverts mit Promo-CDs im Briefkasten lagen...

Freu mich auf das Album! Protection war überraschend stark, sogar mittlerweile mein Lieblingsalbum der Band.

eric

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 2505

Registriert seit 14.06.2013

2021-09-08 10:41:03 Uhr
Promo von FatWreck.

fakeboy

Postings: 1260

Registriert seit 21.08.2019

2021-09-07 11:01:53 Uhr
Wo hast du's schon gehört? Erscheint ja erst am Freitag...

eric

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 2505

Registriert seit 14.06.2013

2021-09-07 10:28:14 Uhr
Mit "Black Eye Specialist", dem hymnischen "A Miss is as good as a Mile", "Anonymous" (geiles Finale!) und dem tollen Schluss-Duo "This is My Vanishing Act" und "Farewell Song" sind mal einige 8/10-Songs vertreten, sehr schön. Der Closer wohl 9/10. Und auch dazwischen zumindest keine Ärgernisse. Überraschend hohe Qualität, das Album.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21014

Registriert seit 08.01.2012

2021-09-06 11:13:59 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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