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Amyl & The Sniffers - Comfort to me

Amyl & The Sniffers- Comfort to me

Flightless / Rough Trade / Beggars / Indigo
VÖ: 10.09.2021

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Viel Energie und wenig Zeit

Wer auf kurze und verdammt starke, klassische Punktracks mit markantem Gesang und einer gewissen Rotzigkeit steht, kam die letzten Jahre nicht an Amyl & The Sniffers vorbei. Das gefeierte selbstbenannte Debüt der Band aus Australien reihte 2019 Hit an Hit und führte damit fort, was auf ihrer vorherigen EP schon angedeutet wurde. Im Fokus stand dabei die Stimme von Frontfrau Amyl Taylor, die dieses Jahr bereits auf den Platten der Viagra Boys und Sleaford Mods zu hören war.

Durch den rasanten Aufstieg der Gruppe ging es zwei Jahre lang ununterbrochen auf Tour. Den Live-Auftritten eilt dabei ein hervorragender Ruf voraus. Während Amyl & The Sniffers durch die Welt tourten, lebten sie gemeinsam im Tourbus. Als die weltweite Pandemie dies abrupt beendete, verlängerte die Band das Leben auf engem Raum in einer kleinen Mietwohnung. Diese Zeit wurde sinnvoll genutzt, und neue Songs entstanden schnell. Der strikte Lockdown in Australien zwang Amyl & The Sniffers in einem kurzen Zeitfenster, während einer Phase der Lockerungen, die neuen Tracks zu proben und einzuspielen. Herausgekommen ist mit "Comfort to me" eine Platte, die auf die bewährte Erfolgsformel setzt: kurze und kurzweilige Hits mit mitreißenden Gitarrenriffs, politischen Texten und einer oft wütenden Stimme der Frontfrau. Dennoch gibt es ein wenig Veränderung und etwas mehr Vielfalt auf der neuen Scheibe.

Die Eröffnung könnte kaum besser sein. "Guided by angles" setzt dort an , wo die letzte Platte aufgehört hat. Der Song geht ohne Umschweife ins Ohr und in die Beine. Textlich kündigt Sängerin Amyl Taylor an, was die Platte schnell beweisen wird, aber Fans schon lange wussten: "I've got plenty of energy." Der Titel "Freaks to the front" weckt Erinnerungen an die Rocky Horror Picture Show, gefolgt vom punkigen "Choices" über Selbstbestimmung. Doch danach ändert sich die Grundstimmung der Platte. Fast schon gut gelaunt wird in "Security" besungen, wie Taylor den Türsteher vor einer Bar versucht zu überzeugen, dass sie keinen Ärger, sondern nur Liebe sucht und doch gar nicht so betrunken ist. Der Hörer lässt sich von der guten Stimmung direkt überzeugen – ob sie in den Pub gelassen wird, bleibt jedoch offen.

Der Sound zwischen Punk und Rock'n'Roll macht auch bei den nächsten Songs Spaß. Stimmlich und textlich ist es mal politischer und wütender und mal besänftigender. Beispielweise ist "No more tears" ein richtiger Hard-Rock-Track ohne die gewohnte Galligkeit in Taylors Stimme. Es folgen jedoch auch klassische Punk-Convenience-Titel, wie "Maggot" und das nihilistische "Capital", beides starke Hits mit viel Energie und ordentlich Wut. Dass die Band auch ganz anders kann, zeigt der tolle Song "Knifey". Es wird mal kurz der Fuß vom Gaspedal genommen, und das (verhältnismäßig) ruhige Stück weiß zu überzeugen. Eine sehr angenehme Erholung, die auch bei den energischen Live-Auftritten sicher dankbar angenommen werden wird – davon hätten der Platte vielleicht noch ein, zwei weitere Tracks gut getan. Nach 3:31 Minuten wird man wieder aus der Entspannung gerissen, und nachdem E-Gitarre, Drums und Taylors Gesang sich für die drei letzten Titel wieder überschlagen sind 13 Songs und 35 Minuten schon vorbei. Fertig, durchatmen, ausruhen – nach einem fast durchgehend sehr hohen Tempo und viel Energie.

(Marian Krüger)

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Highlights

  • Guided by angels
  • Security
  • Maggot
  • Knifey

Tracklist

  1. Guided by angels
  2. Freaks to the front
  3. Choices
  4. Security
  5. Hertz
  6. No more tears
  7. Maggot
  8. Capital
  9. Don't fence me in
  10. Knifey
  11. Don't need a cunt (like you to love me)
  12. Laughing
  13. Snakes

Gesamtspielzeit: 35:02 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

fuzzmyass

Postings: 7174

Registriert seit 21.08.2019

2021-12-16 14:56:11 Uhr
hmmmm, passt mir leider auch nicht - weder örtlich noch zeitlich :(

Schade

Deaf

Postings: 1437

Registriert seit 14.06.2013

2021-12-16 13:09:13 Uhr
Leider passt mir das terminlich nicht, aber hier habt ihr eure Konzerte:

10.-12. Juni 2022 Maifeld Derby, Mannheim
13. Juni 2022 Astra Kulturhaus, Berlin
17. Juni 2022 Mascotte, Zürich

Deaf

Postings: 1437

Registriert seit 14.06.2013

2021-12-15 11:20:06 Uhr
Zustimmung, Album ist in meiner Top 10 des Jahres. Würde ich auch gerne mal live erleben.

fuzzmyass

Postings: 7174

Registriert seit 21.08.2019

2021-12-15 11:09:55 Uhr
Platte ist super, wie auch schon die Vorgänger.. würde die auch gerne live sehen, aber Corona :(

fakeboy

Postings: 1706

Registriert seit 21.08.2019

2021-12-15 10:58:06 Uhr
Band hat mich live 2019 umgehauen - auf Platte war sie mir bislang immer etwas zu monoton. Aber keine Ahnung warum - heute Morgen hat's gek(l)ickt. Muss mir unbedingt vor Jahresende noch das Vinyl zulegen. Ich liebe diese stoische Power die Amyl und die Band an den Tag legen und die Riffs laden dazu ein, bei jedem Song zur Gitarre zu greifen und mitzuspielen.
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