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Burkini Beach - Best Western

Burkini Beach- Best Western

Grand Hotel Van Cleef / Indigo
VÖ: 27.08.2021

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Opa, dürfen wir auf den Dachboden?

"Scratch my back" ... Simon Frontzek und Rudi Maier sind dicke Buddies. Gemeinsam haben sie namhafte Künstler wie Thees Uhlmann oder Ami Warning produziert. Beide haben oder besser gesagt hatten auch eigene musikalische Projekte. Bei Frontzek ist das schon länger her, sein Alter Ego Sir Simon hat schon zehn Jahre Sendepause. Maier spielte mit The Dope auf dem Plattentests.de-Fest, firmiert solo unter dem Namen Burkini Beach und fand mit seinem 2017er Album "Supersadness intl."nicht nur auf unserer bescheidenen Seite viele Freunde. Nun gab es da diese nette Idee, um die Projekte aus dem Schlaf zu holen. Der eine produziert das Album des anderen, erscheinen soll es am selben Tag. Guter Einfall, und viele wollten da mitmachen. Maria Taylor von Azure Ray ist dabei, Sven Regener spielt Trompete, und der Herr Uhlmann steuert genauso ein wenig Gesang bei wie Sebastian Madsen. Und was dabei herauskommt, ist zumindest auf Burkini Beachs "Best Western" große Folk-Achterbahn mit viel Beinfreiheit.

Natürlich scheinen die alten Grand-Hotel-Van-Cleef-Helden Death Cab For Cutie durch, ist ja bei so einer Family-Herzensangelegenheit fast Ehrensache. Das schön verschlafene "Same procedure" benutzt dabei den gelungenen Kniff, die Worte im Refrain wohlig zu dehnen, es entsteht ein Gefühl von Weite. Der Titelsong ist dezent beschwingt, evoziert Bilder von Duty-Free-Shops in Flughäfen und seelenlosen Shopping-Malls, die mit sanftem melodischen Zugriff Leben eingehaucht bekommen. Der Gesang besitzt dabei immer so einen Vermittlungsauftrag zwischen distanziertem Beobachtungsposten und verhuschter Schüchternheit, die ihren eigenen Gefühlen nicht ganz trauen mag.

Musikalisch hat dies alles im weiten Feld des Folk seine Heimat, mal ganz reduziert mit Akustikgitarre, gerne aber auch beseelt aufgehübscht mit romantischen Streichern. "Crying at the soundcheck" bringt dem Slacker-Rock von Pavement countryeske Schunkeleien bei, findet mit lockerer Hand eine zwingende Leitmelodie. Das geht so dahin, bleibt aber angenehm hängen. Musikalisch betritt Maier damit natürlich selten Neuland, wie gekonnt aber zum Beispiel "Life might be a deep fake" zu Regeners Trompete durch die WG-Küche walzert, hat schon einiges für sich. Die melodischen Anfänge von "Virtual reality" lassen dann sogar entfernt an Irish Folk denken, bis daraus ein arschcooler Indie-Rock erwächst, dessen Checkertum durch die Zutraulichkeit in Maiers Gesang direkt wieder etwas relativiert wird.

"Sad songs" muss dann erst mal den Staub der Jahre von den Intrumenten schütteln, um dann in gemächlichem Groove von guten Bewertungen auf Pitchfork zu träumen. Fürs Erproben eines solchen Songs würde der Opa seinen Dachboden zur Verfügung stellen. Nostalgie, in sanftes Sehnen geformte Melancholie, dieses Album hätte wunderbar in den Back-Catalog von Saddle Creek aus den Nuller-Jahren gepasst, und trotzdem gibt es reizvolle Eigenheiten. der bluesige Shuffle von "Get over you (soon)" zum Beispiel, der anscheinend sein Unwesen in einem leergeräumten Landhaus zur Dämmerstunde treibt. Auch die stumpfe Haptik von "The load out" ist da zu erwähnen, bevor im abschließenden "Not coming home" nochmal beschauliche Verletzlichkeit aufkommt. Dieser Song steht übrigens am Ende beider Alben, hier wird das Ideal des Gemeinschaftlichen noch einmal verdeutlicht, qualitativ gehen beide Alben jedoch letztlich eigene Wege, könnt ja mal beim Simon reinschauen.

(Martin Makolies)

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Highlights

  • Crying at the soundcheck
  • Life might be a deep fake
  • Get over you (soon)

Tracklist

  1. The same procedure
  2. Best Western
  3. Crying at the soundcheck
  4. Life might be a deep fake
  5. Virtual reality
  6. Sad songs
  7. Get over you (soon)
  8. I could see myself
  9. The load-out
  10. Not coming home

Gesamtspielzeit: 39:46 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Kalle

Postings: 169

Registriert seit 12.07.2019

2021-08-30 10:46:19 Uhr
Wunderbares, entspanntes FolkPop-Werk. Besser als der schon gute Vorgänger.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21014

Registriert seit 08.01.2012

2021-08-20 21:00:07 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21014

Registriert seit 08.01.2012

2021-07-26 16:57:14 Uhr - Newsbeitrag
Hier kommt er - der Indierock Hit 2.0. Das lang ersehnte Update. „Virtual Reality“ von Burkini Beach ist der perfekte Soundtrack zur Gegenwartsflucht. Ein Roadmovie im Konjunktiv, die goldene Mitte zwischen The Dandy Warhols und Phoebe Bridgers. Mit trockenem Humor wird hier die Absurdität der modernen Welt gefeiert. Das Virtuelle und die Realität sind nur zwei Tabs im selben Browser. Das neue Album "Best Western" kommt am 27.08.!

BURKINI BEACH - "Virtual Reality"
Musikvideo:

Rudi Maier singt: "I had to leave my personality / I found peace in a virtual reality" - Nach „Crying at the Soundcheck“ und „Life Might Be A Deep Fake“ ist „Virtual Reality“ die dritte Single aus dem Ende August erscheinenden Album „Best Western“. Produziert wurde auch dieser Song von Simon Frontzek aka Sir Simon, mit dem Rudi Maier in den letzten Jahren ein Produzenten-Duo bildete und sich für Alben von großen und kleinen Indie-Künstler*innen wie Thees Uhlmann, Ami Warning und Little Big Sea verantwortlich zeigte. Nun machen die beiden auch bei Burkini Beach und Sir Simon gemeinsame Sache: In ihrem Kreuzberger Studio haben sie die neuen Alben ihrer Solo-Projekte gleichzeitig aufgenommen und gegenseitig produziert.

Nachdem Rudi Maier aka Burkini Beach sein Debütalbum „Supersadness Intl.“ veröffentlichte, wurde es zunächst still um das Projekt. Maier trommelte inzwischen bei Das Paradies und spielte als Multiinstrumentalist bei Thees Uhlmann & Band, vor allem aber verbrachte er seine Zeit im Studio und produzierte Alben, Film-, und TV-Soundtracks. Kurz nach den Albumveröffentlichungen geht es für das kongeniale Duo auf gemeinsame Tour:

SIR SIMON & BURKINI BEACH
"Crying At The Soundcheck"-Tour 2021

25.08. Hamburg, Planten un Blomen - "Grand Hotel im Grünen"
26.08. Berlin, Columbiahalle - “Grand Hotel Berlin”
27.08. Langenberg, KGB
04.09. Erlangen, E-Werk
08.09. München, Backstage Werk
09.09. A - Wien, Waves Festival
21.09. Bremen, Tower

Mr Oh so

Postings: 1839

Registriert seit 13.06.2013

2021-07-14 01:18:02 Uhr
Sehr schön. Gefällt mir wieder besser als Crying at the Soundcheck.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21014

Registriert seit 08.01.2012

2021-07-13 14:47:14 Uhr - Newsbeitrag
BURKINI BEACH - "LIFE MIGHT BE A DEEP FAKE"

Mit Burkini Beach in den Hochsommer: die neue Single "Life Might Be A Deep Fake" ist ein bekiffter Walzer zwischen Modest Mouse und Element of Crime. Eine Lovestory zwischen den großen philosophischen Fragen. Was ist wahr und was Einbildung? Sven Regener höchstselbst spielt die Trompete, Marlene Weber (Little Big Sea) singt die zweite Stimme. In der schwülen Hitze zerfließt die Realität. Doch Rudi Maier erzählt mit kühlem Humor:
You said lift might be a deep fake
there are glitches in the sky
It kinda looks like its own remake
with a slightly worst design

"Life Might Be A Deep Fake" ist nach "Crying at the Soundcheck" die zweite Single aus dem kommenden Burkini Beach Album "Best Western", das am 27.08.2021 über Grand Hotel van Cleef / Comfort Noise erscheint.

Burkini Beach - Life Might Be A Deep Fake
YouTube:
Stream: https://orcd.co/burkinibeachdeepfake

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