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Martha Wainwright - Love will be reborn

Martha Wainwright- Love will be reborn

Pheromome / Cooking Vinyl / Sony
VÖ: 20.08.2021

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 3/10

Respekt, wer's selber macht

Das innere Feuer lodert endlich wieder. Die letzten beiden Alben der Martha Wainwright waren eine eher laue Angelegenheit. Es handelte sich zwar um weitgehend gelungene Songs, doch fehlte merklich das letzte Quäntchen Leidenschaft. Dies mag daran gelegen haben, dass ein guter Teil der Songs nicht aus der Feder der Nordamerikanerin stammte. Dazu nistete sich eine beschauliche Zufriedenheit ein, die bei dieser sonst so emotionalen Künstlerin etwas befremdete. Nun, auf "Love will be reborn" hat Wainwright wieder die volle Kontrolle übernommen, alles selbst geschrieben. Und man merkt, dass hier wieder mehr emotionales Engagement eingebracht wurde, vieles bewegt sich auf der schmalen Linie zwischen Sehnen und Verzweiflung.

Ein gutes Beispiel dafür ist der Opener "Middle of the lake", welcher in relativ gesetztem instrumentalen Umfeld gesangliche Erruptionen von großem Impact aufbietet. Wainwright geht waghalsige Höhen genauso entschlossen an, wie ein intimes Säuseln. Dadurch entsteht der Eindruck von wilden, verzweifelten, manchmal vergeblichen Bemühungen, aus einer verfahrenen Situation ausbrechen zu wollen. Was dabei zählt, ist, dass dies eine große Authentizität ausstrahlt. Das folgende "Getting older" ist eine melodisch anmutige Über-Ballade mit großer Würde, die durch die kratzige Hymnik in Wainwrights Stimme ein großes Maß an Leidensdruck in direkte Nachbarschaft zum Drang nach Freiheit setzt. Emotional ist das alles am Anschlag, ohne die letzte melodische Kontrolle zu verlieren, beeindruckend.

Wainwright scheut sich nie, auch mal in ein verletzliches Winseln überzugehen, ganz weit raus zu gehen in die mentalen Grenzgebiete, doch findet man immer Belege für Schönheit und Anmut. Dies gilt auch für den Titelsong, der wieder eine relativ milde Instrumentierung aufbietet. Der Star ist erneut der gesangliche Vortrag der Künstlerin aus der berühmten Songwriter-Familie. Kräftige Akzente neben sanftem Säuseln, dazu sind die Melodien absolut zwingend. Erneut entsteht der Eindruck, Wainwright könne sich mit diesen Songs deutlich mehr identifizieren als zuletzt.

Dabei präsentiert Wainwright verschiedenste Facetten ihres Songwritings. Das repetetive Auf- und Abbranden von "Being right" mit sich steigernder Intensität bewegt genauso, wie das maximal verletzliche "Report card". Das weiche Schlagzeug von "Body and soul" erzeugt einen warmen Druck, der die perfekte Grundlage für das zwingende Schauspiel des zwischen Sanftheit und kräftigen Ausdruck wandelnden Gesangs abgibt. "Justice" hingegen gibt ein melodisches Bild ab, welches von Orientierungslosigkeit und Kontrollabgabe kündet, jedoch durch einen gerichteten Refrain wieder das Steuer übernimmt. Ob die Musikerin in gedämpfter Rage oder verletzlicher Milde auftritt, immer hat man das Gefühl, einer Person ohne distanzierende Zwischenelemente gegenüber zu stehen. Auch das Verwenden der französischen Sprache in "Falaise de malaise" ist kein solches, steigert im Gegenteil noch die Intimität. Man kann Martha Wainwright wirklich nur dazu gratulieren, wieder die volle Kontrolle übernommen zu haben. Neben den wundervollen Songs wirkt vor allem der emotionale Gehalt der Stücke absolut zwingend und authentisch, ein beeindruckendes Zeugnis einer beeindruckenden Person.

(Martin Makolies)

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Highlights

  • Middle of the lake
  • Being right
  • Report card

Tracklist

  1. Middle of the lake
  2. Getting older
  3. Love will be reborn
  4. Being right
  5. Report card
  6. Body and soul
  7. Hole in my heart
  8. Justice
  9. Sometimes
  10. Rainbow
  11. Falaise de malaise

Gesamtspielzeit: 48:55 min.

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User Beitrag

Eurodance Commando

Postings: 1731

Registriert seit 26.07.2019

2021-08-15 17:39:08 Uhr
Typisch.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21187

Registriert seit 08.01.2012

2021-08-15 17:35:07 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. Also fast frisch. Ich hab doch tatsächlich am Freitag die Threads vergessen.

Meinungen?

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21187

Registriert seit 08.01.2012

2021-05-17 19:27:17 Uhr - Newsbeitrag
MARTHA WAINWIGHT
DAS NEUE ALBUM "LOVE WILL BE REBORN"
ERSCHEINT AM 20.08.2021

Den Titeltrack und erste Single gibt es ab sofort im Stream

Martha Wainwright ist wieder am Start. Die betörende Performerin und Songwriterin meldet sich mit "Love Will Be Reborn" zurück, ihrem ersten neuen Album seit fünf Jahren, das am 20. August auf Pheromone Records/Cooking Vinyl erscheint.
Es ist ihr erstes Album seit dem 2016 erschienenen "Goodnight City" und das erste seit dem 2012 erschienenen, hochgelobten "Come Home To Mama", das ausschließlich eigenes Material enthält. Alle elf Songs auf 'Love Will Be Reborn' sind von Martha geschrieben. Den ersten Song, der dann auch zum Titeltrack wurde, schrieb sie vor einigen Jahren in einer für sie persönlich sehr dunklen Zeit.
'Love Will Be Reborn' erscheint heute und spielt auf den Schmerz der letzten Jahre an, während er gleichzeitig ein Gefühl von Optimismus für die Zukunft einfängt. Mit ihrer wundersamen, charakteristischen Stimme umspielt sie den Herzschmerz mit schwindelerregender Wirkung.

"Ich habe den Song innerhalb von zehn oder fünfzehn Minuten komplett geschrieben", gibt sie zu. Martha begann, den Song live zu spielen, bevor sie das Album aufnahm, und er wurde so etwas wie eine Hymne, die ihr Hoffnung gab, als sie sie am meisten brauchte. Der Song und das gesamte Album wurden von Pierre Marchand produziert, der für seine Arbeit mit Rufus Wainwright bei "Poses", den McGarrigle's bei "Heartbeats Accelerating" und einem Großteil von Sarah McLaughlins Katalog aus den 90ern bekannt ist.
Aufgenommen wurde das Album in Marthas Heimatstadt Montreal, im Keller des Cafés Ursa, das auch als Studio diente, und in den PM Studios. Martha spielt Gitarre und Klavier und holte sich die Hilfe der Torontoer Musiker Thom Gill (Gitarren, Keys, Back-ups) Phil Melanson (Schlagzeug, Percussion) und Josh Cole (Bass). Pierre Marchand spielt Keyboards auf 'Love Will Be Reborn' sowie zwei weiteren Tracks, während Morgan Moore auf mehreren Songs Bass spielt.




MARTHA WAINWRIGHT
"LOVE WILL BE REBORN"
LABEL/VERTRIEB:
PHEROMONE RECORDS-
COOKING VINYL/SONY MUSIC
VÖ: 20.08.2021

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