Matchbook Romance - Stories and alibis

Matchbook Romance- Stories and alibis

Epitaph / SPV
VÖ: 22.09.2003

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Bestseller

Es dauert nervige anderthalb Minuten, bis es endlich losgeht. Und tatsächlich ist das Intro das einzig skip-würdige Stück auf dem gesamten Album von Matchbook Romance, einer jungen Ami-Combo, die nach einer ebenfalls vorzüglichen EP mit "Stories and alibis" nun ihr stilvoll in Buchform aufgemachtes Debütalbum feiert.

Glaubt wirklich jemand daran, daß eine Formation namens Streichholzbriefchenromanze irgendetwas anderes als Musik spielt, die dem berühmt-berüchtigten E-Wort zuzuordnen ist? Natürlich nicht. Das klingt nämlich nicht nur knuffig, sondern auch traurig. So soll es ja auch schließlich sein, mag man in Buttonhausen meinen. Und tatsächlich: Wenn Andrew Jordan in "Promise", dem mit Abstand schönsten Song, mit voller Inbrunst und Hingabe "I feel like I lost everything when you're gone / Left remembering what it's like to have you here with me / I thought you should know, you're not making this easy" singt, kann er einem wahrlich leid tun. Allerdings nur ein paar Sekunden lang. Denn auf einmal merkt man, was für ein Schmankerl von Lied das doch ist. Der Lautstärkeregler wandert in Richtung Anschlag und man ertappt sich trotz aller lyrischen Wehmut dabei, vergnügt und lauthals mitzuträllern. Jetzt ist der Song nicht mehr schön. Jetzt ist er saugeil.

Und so verhält es sich die meiste Zeit auf dem von Joe Baresi (Queens Of The Stone Age, Weezer, Hole) höchst opulent produzierten Werk der vier New Yorker, die sämtliche Register ziehen und trotz Facettenreichtums den roten Faden nicht verlieren. Bis auf ein einziges Mal. "Tiger Lily", ein akustischer Möchtegern-Schmachtfetzen, will nicht so wirklich in das Gesamtbild passen und stört ein wenig den Drive, den die Platte bis dahin aufgenommen hat.

"She'll never understand" ist der Beweis dafür, daß Matchbook Romance tatsächlich auf einem Punkrock-Label gelandet sind, während sich "If all else fails" zu einem knapp sechsminütigen Gefühlsepos entwickelt und das von der EP schon bekannte "The greatest fall (Of all time)" besonders von den mehrstimmig zwischen hart und zart pendelnden Gesangsdarbietungen lebt. Mit "Playing for keeps" klingen sie endgültig wie Taking Back Sunday, aber da sie sich erstens in den Liner Notes bei ihnen bedanken, zweitens die Band nicht die schlechteste Referenz und drittens der Song einfach klasse ist, sei ihnen die refraintechnische Beinahe-Kopie von "Cute without the 'e' (Cut from the team)" verziehen. Die US-Charts werden sich freuen. Wir freuen uns mit.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Promise
  • If all else fails
  • The greatest fall (of all time)

Tracklist

  1. Introduction
  2. Your stories, my alibis
  3. Playing for keeps
  4. Promise
  5. Lovers and liars
  6. Tiger lily
  7. Shadows like statues
  8. My eyes burn
  9. She'll never understand
  10. If all else fails
  11. Stay tonight
  12. The greatest fall (of all time)

Gesamtspielzeit: 54:35 min.

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