The Fire Theft - The Fire Theft

The Fire Theft- The Fire Theft

Ryko / Rough Trade
VÖ: 06.10.2003

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Eternal flame

Das Spiel mit dem Feuer. Wir alle lassen uns Tag für Tag darauf ein. Nähern uns Dingen an, von denen wir besser fernbleiben sollten. Verbrennen uns die Finger. Und leiden an den Brandblasen ein Leben lang. Auch The Fire Theft wirken aus der Ferne. Bedrohlich. Angsteinflößend. Lodernd. Energiegeladen. Anziehend allerdings auch. Und sie drohen mit jedem Moment, überzuspringen. Alle Feuer dieser Welt scheinen sie gestohlen und in die eigenen Klänge gebrannt zu haben.

Hinter The Fire Theft stecken mit Jeremy Enigk, William Goldsmith und Nate Mendel zwar drei wiedervereinte Gründungsmitglieder von Sunny Day Real Estate. Aber mit deren sonnigem alten Bandnamen sollte man diese Musik nun wirklich nicht mehr übertiteln. Sehr viel mehr als der Name indes hat sich gegenüber "The rising tide", dem letzten Album der Vorgängerband, nicht geändert. Wieder jault, leidet und fiept Jeremy Enigk mit einer bemerkenswert hohen Stimme, bei der selbst der gesangsbegabteste Koyote neidisch werden könnte. Wieder steckt in den Songs mehr Tiefe als in einem Faß ohne Boden. Und wieder sorgt Enigk regelmäßig dafür, daß einem bis auf den letzten Tropfen die Spucke wegbleibt.

Bereits der Opener "Uncle mountain" zeugt von ganz großer Ambition und noch größerer Brillanz. Beim schleppenden Auftakt geht langsam hinter den Bergen die Sonne auf, reibt sich die Augen und färbt die Welt in bedrohliches Rotlicht. "I'm stuck here in the middle / At war with good and evil." Der innere Krieg beginnt. Die Gitarren laden ihre Magazine und drücken ab, beinahe unbemerkt. "I want love if love wants me / I want God if God wants me / I just can't hold on to what I believe", hadert Enigk. Er schultert seine Siebensachen, knotet seine Schnürsenkel und zieht los.

Jeremy Enigk wird eins mit den Naturgewalten und läßt sich treiben. Im wiegenden "Summertime", im überwältigenden "Heaven", im verspielten "Houses", im endlosen "Sinatra". Und irgendwo auf seinem Weg ins Nirgendwo findet er sie. Die Erlösung. Er möchte sie mit uns teilen, wenn wir uns nur einlassen. "The moment is eternal if you think you want it." Die Flammen lodern bis in alle Ewigkeit. Close your eyes and give him your hands.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Uncle mountain
  • Heaven

Tracklist

  1. Uncle mountain
  2. Waste time segue
  3. Oceans apart
  4. Chain
  5. Backward blues
  6. Summertime
  7. Houses
  8. Waste time
  9. Heaven
  10. Rubber bands
  11. It's over
  12. Carry you
  13. Sinatra

Gesamtspielzeit: 48:28 min.

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